Island 2015 – Rundreise in 10 Tagen

Auf der Suche nach neuen Reisezielen haben eine Freundin und ich entschieden, dass wir uns Island anschauen wollen. Zunächst stellten wir uns folgende Fragen:

  • Wie wollen wir reisen?
  • Wie lange wollen wir reisen?
  • Wie viel Geld wollen wir investieren?
  • Wann soll die Reise statt finden?

Nach einigen Recherchen im Internet sind wir auf Katla Travel aufmerksam geworden. Ein Reiseveranstalter aus Island, der in u.a. auch in München ansässig ist und bei uns einen guten ersten Eindruck hinterlassen hat. Wir haben uns dann für die „Island entdecken“ Mietwagen Rundreise entschieden. Also, in wenig Zeit, möglichst viel sehen! Reisezeitraum war Herbst, der in Island nass & kalt, aber auch sonnig & warm zu bieten hat. Mehr dazu im Verlauf des Berichts.

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Start ab Flughafen/Ort Keflavik und nachdem wir den Mietwagen übernommen hatten, ging es direkt zur ersten Bleibe. Am nächsten Tag starteten wir recht früh, denn wir hatten gut 120km zu fahren. Auf dieser Strecke wurden wir aber schon mit tollen Aussichten und nach kleinen Kletterpartien belohnt. Um Walfjord herum ging es ins Gebiet Borgarfjördur.
Der erste Stopp des Tages führte uns zu den Lavawasserfällen Hraunfossar. Unser Schuhwerk konnten wir hier gleich auf die Probe stellen, denn um nach (fast) ganz oben zu kommen, mussten wir zunächst querfeldein wandern, dann durch eine kleine Höhle steigen, ab über den Fluß, aber nicht über eine klassische Brücke, nein hier ging es über einen nicht allzu breiten Baumstamm auf die andere Seite, und schließlich konnten wir unser Talent als Bergziegen unter Beweis stellen. Am Ziel angekommen, ok, eine Etage hätte man noch erklimmen können, hatten wir dann nicht nur eine tolle Sicht auf den großen Wasserfall, sondern konnten in der anderen Richtung auch bis zum Meer schauen. Zwar war die Sicht nicht ganz klar, aber das gehört zu Island auch irgendwie dazu. Alles etwas geheimnisvoll.

Am frühen Mittag fuhren wir dann am B&B in Borgarnes vor und kehrten in ein mit Liebe geführten kleinen Haus ein. Die Gastgeber hatten ihr Reich in den Keller verlegt und hatten somit Platz für ein paar Gäste mehr. Der Holzboden knarrte und aus unserem Zimmer hatten wir einen wunderschönen Blick aufs Wasser. Wenn das Wetter schöner gewesen wäre, hätte man es sich im Garten gemütlich machen können. Nachmittags fuhren wir zur Halbinsel Snæfellsnes, die man gut in einem halben Tag gemütlich umfahren kann. Da wir in der Nebensaison dort waren, war auch wenig bis gar nichts auf den Straßen los. Und heute sollten wir den Wettergott nochmal richtig zu spüren bekommen. Von Regen über Wind bis Sonne war alles vertreten. Und die Überquerung der Snæfellsjökull zurück Richtung Borgarnes verlangte den Augen nochmal einiges ab, denn wie aus dem heiterem Himmel befanden wir uns plötzlich in dichtem Nebel und kamen nur noch langsam voran.
Das Frühstück am nächsten Morgen hatte einiges zu bieten und die Dame des Hauses stellte ein Buffet zur Verfügung, welches wir in den nächsten Tagen so nicht mehr erlebten. Von selbst gemachten Pancakes bis leckersten Lachs war alles geboten.

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An Reisetag Nr. 3 hatten wir knapp 400 km vor uns. Da galt es sich gut zu überlegen, wo man Halt machen könnte und natürlich durfte da ein Wasserfall auch nicht fehlen. Wir kreuzten das Gebiet der Fjorde“Hrútafjörður/Miðfjörður“. Wahnsinn, was für eine Landschaft Island zu bieten hat. Das sollten wir auf den weiteren Reise noch des öfteren feststellen :). Ein kurzer Stopp in Hvammstangi zu leckerstem Kaffee und Kuchen. Weiter ging es Richtung  Hauptstadt des Nordens vorbei an saftig grünen Wiesen und plötzlich lies sich auch die Sonne blicken. entlang des Weges tauchten immer wieder Informationstafeln auf, die den Reisenden kurze Infos zum aktuellen Gebiet aufzeigten und somit wurden wir auch aufmerksam auf den „Kolugljúfur“ – ein Wasserfall abseits der Hauptstraße. Über eine gut befahrbare Schotterstraße ging es gut 5 Minuten ins Landesinnere, bis dann, wie aus dem Nichts der Wasserfall auftauchte. Die Sonne stand perfekt, sodass ich meine Kamera zücken konnte und sogar das Glück hatte die Fische beim Springen beobachten zu können. Gut 20 Minuten später ging es weiter, auf der Reise nach Akureyri.

Zuvor hatten wir von „Glaumbær“ gelesen, ein Gehöft mit den typischen Grassodenhäusern aus vergangenen Tagen- dies liegt etwa 20 km vom gleichnamigen Fjord entfernt im Landesinneren nördlich von Varmahlíð.  Da die Sonne weiterhin für uns lachte, suchten wir diesen kleinen Hof auf und konnten uns hier einen Eindruck von der Lebensweise der Isländer verschaffen. Weiter Richtung Norden, machten wir halt bei einer kleinen Herde Isländer, natürlich sind damit die Pferde gemeint – meist wohl gesonnene, nette Zeitgenossen. Mein Apfel war schnell verputzt. Langsam zog es sich am Himmel zu und da Steffi doch nun endlich gern mal in einen „Hot Pot“ springen wollte, machten wir uns auf diesen noch vor Anbruch der Dunkelheit zu erreichen. Und wieder ging es auf eine Schotterpiste, dieses Mal aber mit wesentlich mehr Schlaglöchern und Bodenwellen, sodass die Anfahrt doch mehr Zeit in Anspruch nahm, als gedacht. Dann fing es auch noch an zu regnen und ich war der Meinung, ne, ich bleib lieber angezogen und hüpf nicht ins Wasser. Steffi aber genoss das heiße Bad und tat es den Kindern gleich – eine kurze Abkühlung im Meer – Respekt! Es wurde zusehends ungemütlich, sodass wir die Weiterreise antraten, um nicht allzu spät in unserer Bleibe anzukommen.

Am Ziel angekommen, hieß es dann zunächst einchecken. Unser Gasthaus war auf der anderen Seite des Wassers, sodass man am Abend einen schönen Blick auf die Lichter der Stadt hatte. So verabschiedeten wir uns in die Nacht!

Akureyri, die Hauptstadt des Nordens, hat ein paar schöne Gassen und ein niedliches Zentrum zu bieten. Hier landen sonst auch die Kreuzfahrtschiffe und Frachter aus anderen Ländern an. Wir kehrten hier in einem sehr niedlichen Café ein und stärkten uns mit Suppe und Heißgetränken. Nach einem Rundgang durch die Stadt und dem tollen Blumengarten, ging es weiter Richtung Mývatn – das Vulkangebiet mit Schwefelfeldern und Pseudokratern, wo zwei Tage Aufenthalt auf dem Plan standen.

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Der Weg führte uns vorbei an weiterer sehr schöner Landschaft und da heute nur wenige KM auf der Etappe standen, machten wir noch in dem einen und anderen Örtchen Halt. Die Landschaft hatte wieder abwechslungsreiche Vielfalt zu bieten; von sattem Grün, über Braun bis Schwarz und natürlich der weiße Schnee auf den Gletschern. Natürlich durfte auch hier wieder ein Wasserfall nicht fehlen und so machten wir, erstaunlicher Weise direkt an der Straße, am Geitafoss Halt und nahmen uns die Zeit für eine kurze Pause und Fotos dieses schönen Naturschauspiels.

Unsere nächste Bleibe war Brekka in Hofn – ein paar Holzbungalows standen irgendwo im Nirgendwo. Von unserer kleinen Hütte aus, konnten wir zügig Richtung Meer fahren und machten einen Abstecher nach Húsavík. Von dort aus starten einige Wahlbeobachtungstouren – als wir jedoch vor Ort waren, war die letzte Tour schon vorbei – sehr schade.

Am ersten Abend hatten wir dann sogar das Glück die ersten Nordlichter zu sehen – wenn auch nur kurz und für die Kamera zu schnell, aber wir haben sie gesehen! 🙂 Nachts nahm ich mir dann mal meine Kamera zur Hand und probierte Light Painting aus – hat nach einiger Zeit sogar ganz gut funktioniert, wie ich finde.
Aber seht selbst…

Einigermaßen früh starteten wir in den nächsten Tag, denn wir wollten uns das Mývatn Gebiet genauer anschauen und am Ende des Tages dann noch gut entspannen. Frühstück war auch hier mit dabei, sodass wir uns im kleinen Gastraum noch für den Tag stärkten. Dann fuhren wir los Richtung Sigurgeirs Vogelmuseum. Von dort aus hatte man einen freien und weiten Blick auf das gesamte Gebiet. Allerdings waren wir zu früh dran, denn wie es sich herausstellte, öffnet das Museum im Herbst erst um 12h. Also Kamera ausgepackt, ein paar Fotos gemacht und weiter entlang der Þjóðvegur zum nächsten Haltepunkt unserer Route.

Angekommen bei Skútustaðagígar machten wir uns zu Fuß auf den Weg die Pseudokrater des Mývatns zu erkunden. Kurze Wiki-Info: das sind Krater, die durch eine Dampfexplosion über einem Lavastrom entstanden sind. Klar soweit?
Es wurde mit der Zeit immer windiger, sodass wir nicht umhin kamen, die Jacken zu schließen und unsere Kameras festzuhalten. Zwischendrin regnete es leider auch ein wenig, aber mit unserer Kleidung waren wir Gott sei Dank bestens vorbereitet! Das Grün auf Island ist wirklich ein anderes Grün als das mir bisher bekannte. Auch viel vertreten sind die sogenannten Wollgräser und ins rechte Licht gerückt geben sie ein schönes Motiv ab, vor allen Dingen im Kontrast zur restlichen Landschaft.

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Nach ca. 1 1/2 Stunden Aufenthalt ging es weiter auf der Route 848 , nächster Halt die kleine Halbinsel Höfði. Eine Landschaft die nicht nur aus Steinen, Kratern und Weiden bestand, sondern zusätzlich aus einem Mischwald. Beim ersten Halt erreichten wir nach einem kurzen Spaziergang Säulen aus Lava und konnten einen Blick auf die Halbinsel werfen, die hauptsächlich von Birken besiedelt ist. Das windige Wetter brachte immer wieder die Sonne zum Vorschein, sodass wir auch hier ein paar gute Fotos schießen konnten. Auf der Halbinsel selbst gibt es mehrere Spazierwege, kleine Rastplätze die zum Verweilen einladen und einen Aussichtspunkt, der nochmal einen Rundum-Blick gewährt.

Zwischenfazit: Alleine wegen seiner unterschiedlichen Landschaften ist Island eine Reise wert und das nicht nur für Fotografen.

Nächster Halt: Hverfjall – vorbei an Dimmuborgir – das schauten wir uns nur von Oben an, denn schließlich hatten wir noch andere Ziele an diesem Tag. Der Weg zum Fuße des Kraters war lang und staubig und ebenso war der Aufstieg lang, steil und staubig. Oben angekommen pfiff der Wind wieder ordentlich, aber was für ein Panorama! Von dort oben sahen die an- und wegfahrenden Autos alle wie Modell-Autos aus und der Blick ging weit bis über das Gebiet hinaus. Ein tolles Fleckchen Erde – und wie ich feststellen durfte, soll im Dimmuborgir der Stuhl des Weihnachtsmannes zu finden sein.. hätte ich das eher gewusst! Ohnehin sahen viele der Straßen in der Umgebung so aus, als wenn der Weihnachtsmann sie als Landebahn und Startbahn nutzen würde – weit und breit keinerlei Hindernisse im Weg :).

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Weiter Richtung Nord-Osten, den Mývatn links liegen gelassen, bogen wir rechts ab Richtung Hverir. Die Landschaft veränderte sich wieder schlagartig. Beim nächsten Halt waren wir froh, wenn der Wind uns mal um die Nase wehte, denn sonst wäre der Gestank auch nicht lange zu ertragen gewesen. Die Rede ist, natürlich, von den Schwefelfeldern. Auch ein sehr interessanter Anblick und Touristenmagnet – aber wenn man es dann mal gesehen hat, reicht es auch. Jetzt mal bitte an den Geruch von faulen Eiern denken – *tadadaa* :). Ein Naturschauspiel der besonderen Art oder wie soll man es bezeichnen, wenn der Schlamm so vor sich hin blubbert?! Hier durfte die Kamera natürlich auch wieder ran. Wie gut, dass Fotos (noch) nicht mit Geruch versehen werden können. Sonst müsste man sich bei den folgenden Bildern mit Sicherheit die Nase zu halten. Aber besser, das nicht!

 

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