Kanada Sommer 2016 – Québec Aktiv!

Zu viert ging es 15 Tage durch den Osten Kanadas – eine spannende Reise, die an einigen Stellen eindeutig zu kurz war. Aber für einen ersten Einblick ausreichend und ich kann mit Sicherheit sagen, ich werde wiederkommen!

Schon 2015 wollte ich diese Reise mit einer Freundin zusammen machen, jedoch passte es da mit unseren Urlauben nicht. Somit haben wir die Reise um ein Jahr verschoben und haben noch zwei weitere Freunde begeistern können. Schlussendlich waren es ein Kerl und drei Weiber. Erstaunlicherweise sind wir alle sehr gut miteinander klar gekommen und ich würde mit der Truppe jederzeit wieder verreisen!

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Der Start war jedoch holpriger als gedacht: Flug ab Düsseldorf über Amsterdam und dann nach Montreal. Beim Einchecken gab es erste Probleme, laut Airline muss man aber am Flughafen einchecken, wenn man das erste Mal nach Kanada fliegt. Gut, dachten wir, dann ist das so. In Düsseldorf eingetroffen ging es dann gleich zum Check-IN – oh, ok, nur mit Automat, Gepäck dann am Schalter. Und was steht da eigentlich auf dem Ticket von Amsterdam nach Montreal bei den Sitzplätzen „SBY“? Seat by yourself, oder wie?
Gut, erstmal los. Ab in die kleine Maschine, auf nach Amsterdam. In Amsterdam dann nach dem richtigen Weg gefragt, meine Güte, was ein GROßER Flughafen, und ab ans Gate.
Dann sagte uns der nette Herr am Gate allerdings „Sorry, flight is overbooked“ – bitte, wie? Wir trauten unseren Ohren nicht.. und jetzt? So etwas hatte ich bisher noch nicht erlebt und auch nicht mit gerechnet. Jetzt musste eine Lösung her. Wie konnten wir jetzt dem Autovermieter Bescheid geben, dass wir erst einen Tag später kommen und das Hotel muss auch informiert werden. Toller Start für die erste, große Reise! Nach mehreren Diskussionen und Wartezeiten konnten wir dann zwei Plätze für die Maschine ergattern, sodass Christian und ich die Reise nach Montreal antreten konnten. Die beiden anderen Mädels mussten leider eine Nacht in Amsterdam verbringen, kamen aber nicht mehr an ihr Gepäck ran. Da hieß es dann „Shoooppping“, was aber eher keinen Spaß gemacht hat.
Plan B: Wir holen das Auto, checken im Hotel ein, schauen wo der nächste Stopp der Route ist und fangen die Mädels am nächsten Tag direkt im Flughafen ein. Kontakt via WhatsApp oder zur Not wird eben angerufen – die Airline wird noch von uns hören!
In Kanada angekommen ging es dann zunächst zum Mietwagenverleih, dann guten Mutes zum Hotel nach Montreal – aber irgendwie schon komisch so ohne die anderen Mädels.
Hier erhielten wir dann auch die Unterlagen für die Reise: Voucher, Roadbook, Straßenkarten und Touri-Guidebooks. Diese sollten unsere Geduld auf der Reise noch mächtig auf die Probe stellen.
Montreal ist eine laute Stadt, die aber viel zu bieten hat – es lohnt sich also, sowohl den modernen Teil, als auch die Altstadt zu besuchen.

Am nächsten Tag konnten wir dann endlich unsere Reise gemeinsam fortsetzen. Und aufgrund der erst späten Landung und noch gut 150 km zu fahren, trafen wir an unserem ersten Ziel, dem Nationalpark Mont-Tremblant-Park, kurz nach Schließung ein. Hier halfen uns dann aber ein paar Ranger und brachten uns schnurrstracks zu unserer Hütte.
Hätten wir gewusst, dass die Hütte offen war und der Schlüssel drinnen liegt, hätten wir die Hilfe gar nicht in Anspruch nehmen müssen, aber gut, hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer! Durch die Verspätung hatten wir an diesem Tag leider keine Zeit mehr uns um zusehen, aber gut, dass wir hier zwei Nächte hatten. Eine meiner Freundinnen hatte leider mit einer Grippe zu kämpfen und schlich schon früh ins Bett – wir vertrieben uns den Abend noch mit Kartenspielen.
Am nächsten nächsten Tag machten wir uns auf, ein paar der Eckpunkte dieses Parks aufzusuchen – ich liebe Wasserfälle und diese durften dann natürlich nicht fehlen.

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Am nächsten Tag folgte die Weiterfahrt in die Region Mauricie, wo wir für zwei Nächte ein Zimmer in der Auberge du Lac à l´Eau Claire bezogen. Ein wirklich schönes Fleckchen Erde, umgeben von 2.500 Hektar Natur, wirklich empfehlenswert. Auch hier hatten wir zwei Übernachtungen und konnten die Zeit nutzen um uns von den anfänglichen Strapazen zu erholen. Das Essen war eine wahre Gaumenfreude – 5 Gänge Menü, vom Feinsten!

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Es stand der nächste Höhepunkt der Reise auf dem Plan. Die Kanufahrt auf dem Rivière Matawin – da wir nun schon die Erfahrung gemacht hatten, dass es sinnvoll ist sich vorher nochmal schlau zu machen, wie man am Kürzesten zum Ziel kommt, habe ich zuvor im Internet geschaut, wo wir denn nun hin müssten. Das Roadbook des Reiseveranstalters zeigt einen Punkt mitten im Nirgendwo an und laut Internet war das Matawin Adventure Center auch an einem ganz anderen Punkt. Zunächst versuchten wir aber erst einmal den Punkt im Scout Navi ausfindig zu machen, was gar nicht so einfach war. Und natürlich stellte sich am Ziel angekommen heraus – da waren wir falsch. Also zurück zur nächsten Tankstelle und mal nachfragen. Die Damen waren hilfsbereit, sprachen aber leider nur Französisch – also, es macht sich gut, wenn man jemanden dabei hat, der diese Sprache beherrscht. War bei uns eindeutig nicht gegeben. Dennoch konnte ich mich einigermaßen verständigen und nach kurzer Zeit wusste ich, ok, ich hätte meiner ersten Intuition folgen sollen, denn jetzt hieß es 20 Minuten Fahrt. Zum Glück machte das Center aber auch erst später auf, sodass wir rechtzeitig an Ort und Stelle waren.
Wir bekamen einen echt sehr entspannten Guide an die Seite gestellt, der mit uns auf eine 2-tägige Fahrt ging. Ich hätte erwartet, dass in der Jahreszeit mehr Touristen unterwegs sind, aber wir waren mit unserem Guide allein unterwegs, weit und breit keine weiteren Menschen – ein Traum für jeden, der die Einsamkeit liebt. Sobald wir Sack und Pack zusammen hatten, ging es zum Start am Fluß und ab da an hieß es: auf die Mücken, fertig, los! Unglaublich – so viele Mücken wie dort habe ich selbst in Schweden nicht erlebt.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Paddelverteilung hatten wir eine tolle Fahrt auf dem Fluß und kamen nach gefühlten vier Stunden, es waren weniger, an unserem Übernachtungsplatz an. Mitten, und ich meine wirklich mitten, in der Wildnis – wo schon seeehrrr lange niemand mehr war, legten wir an und hatten promt die Körper voller Mücken sitzen. Ich hatte mir diesen Teil der Reise wesentlich entspannter vorgestellt. Nachdem wir alle Klamotten zum Lager gebracht hatten, mussten wir unser Zelt „irgendwo“ in der Pampa aufstellen und dabei möglichst wenige Mücken einfangen – gar nicht so einfach. Und das Zelt soll für 4 Personen sein??!! Na, das kann ja was werden.
Ja, ich hatte SO einen Hals und das nicht nur von den Mückenstichen. Unser Guide nahm das alles sehr gelassen – er scheint wohl eine Art Chuck Norris zu sein^^! Aber sein Koch-/Grillkünste sind nicht zu verkennen, sodass wir mit einem echt leckeren Abendessen belohnt wurden. Dennoch – diesen Teil der Reise, habe ich mir echt anders vorgestellt. Schlussendlich haben wir 200 Mückenstiche von dort mitgenommen!

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Nächstes Ziel:  Québec City – eine schöne kanadische Stadt mit französischem Flair.
Wir nächtigten im Hotel Palace Royal für weitere zwei Nächte – hier parkten die Mustangs und Rolles Royce der gut Betuchten – aber das Hotel an sich war, bis auf den Innenhof, eher weniger spektakulär. Unbedingt erleben sollte man Québec City bei Nacht – die Altstadt pulsiert. Hier wird gefeiert, gelacht und live Musik gespielt. Hier haben wir uns abends auch nochmal ein leckeres (etwas teureres) Essen gegönnt. Bei Tag sollte man eine ausgedehnte Tour zu Fuß durch die Altstadt machen, denn man bekommt einiges zu sehen und die Promenade lädt zum Flanieren ein – die zwei Tage haben hier definitiv auch nicht ausgereicht!

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Auf ging es zum nächsten Stopp auf unserer Tour, dem Wildtier-Reservat „Laurentides“.
Da wir inzwischen schon wussten, dass unser Roadbook nicht die besten Informationen gab, steuerten wir zunächst die genannte Information von Laurentides an. Hier zeigte man uns den schnellsten Weg zu unserer Hütte, die auch wieder mitten im Nirgendwo lag – aber wenigstens wussten wir jetzt, wohin! Diese Hütte erinnerte mich sehr an das Ferienhaus meiner Eltern in Schweden. Zwar kleiner, aber ebenso gemütlich. Hier verirrten sich wohl nur Jäger und Fischer hin. Wir wurden sehr herzlich und nett empfangen und bekamen von einem sehr jungen Guide Einblicke in den Lebensraum der Bären in Kanada und unsere Vorfreude stieg, da wir mit ihm zur Bärenbeobachtung fahren durften. Ein toller Abstecher, aber wir hatten nicht erwartet, dass wir so nah an die Bären ran kamen, die in dem Reservat lebten – aber gut, sie bekamen ja auch Kekse, wer sagt da schon nein? Hier hatten wir leider nur eine Nacht und das war definitiv zu wenig. Das Dinner bei Kerzenschein war auch eher ein gemütliches Abendessen im kleinen Speiseraum, aber wir hatten unseren Spaß und den leckersten Triple-Chocolate Cake, den ich je gegessen habe! Merci! Am nächsten Tag zeigte uns unser Guide bestimmte Trapper Techniken und erneut ging es mit einem Voyager Kanu aufs Wasser, aber hier bekamen wir Mückenjacken, die wir zuvor auf dem Matawin River dringender gebraucht hätten! Leider bekamen wir keinen Elch zu Gesicht – aber so ist das ja meist, wenn man die Tiere sehen will, hüpfen sie einem bestimmt nicht vor die Linse.

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Nach einem kleinen Picknick ging es weiter zu unserer nächsten Unterkunft, einem Huttopia Zelt im Nationalpark Grands-Jardins. Den Weg dahin ließen wir uns direkt vom Guide erklären, denn die Wege über Land sind auf jeden Fall kürzer, als wenn man den Highway benutzt. Die erste Strecke war allerdings gesperrt, aber wir hatten Glück und der Guide verwies uns auf eine Nebenstrecke. Gut, dass wir ein Auto hatten, welches für solche Strecken ausgelegt war. Die Landschaft wurde auch endlich mal interessanter, es tauchten Gebirge am Horizont auf und ich freute mich auf die nächste Wanderung, die wir uns gesetzt hatten, schließlich waren wir ja deswegen auch hierher gekommen. Bei der Anmeldung angekommen, sagte man uns, das Zelt sei noch nicht fertig, wir sollten es am frühen Abend nochmal versuchen – perfekt, so konnten wir die Wanderung auf den Mont du Lac-des-Cygnes direkt angehen. Gut gestärkt und eingecremt ging es dann hinauf. Man konnte zwischen mehreren Teilstücken und Stunden wählen, da aber eines der Mädels Probleme mit der Wade hatte, nahmen wir das kleinere „Übel“ auf uns. Wir wurden belohnt mit einer tollen Aussicht und wenn nicht ein kleines Gewitter aufgezogen wäre, hätte ich noch länger dort oben verweilt. Am späten Nachmittag konnten wir unser Zelt dann beziehen und stimmten uns auf zwei schöne Tage mitten in der Natur ein. Tag 2 im Park führte uns in einen anderen Teil des Parks, um weiter auf Pfaden zu wandern und tolle Ausblicke genießen zu können. Es erstaunte mich wieder, dass es wenige Touristen hier gab, aber es scheint, als wenn mehr Touristen im Winter die Gegenden hier aufsuchen würden, denn dann ist wohl in Québec Ski- und Rodelspaß angesagt.

Da wir am nächsten Tag eine lange Strecke vor uns hatten, ging es früh auf die Beine und ab auf die Straße – Ziel: Tadoussac. Ein schönes Örtchen, was nur mit einer staatlich geförderten Fähre erreichbar ist. Von hier aus startet man auch auf die Walroute entlang der der Ostküste am St. Lorenz Strom. Wenn man die Zeit hat, sollte man die Küste abfahren und man sieht tolle Sonnenuntergänge. Wir hatten zunächst die Gelegenheit in einem Zodiac Boot zu den Walen auf den Strom zu fahren. Das interessante ist, dass hier viele verschiedene Arten von Walen leben können, da im Strom selbst Süß- auf Salzwasser trifft. Es zeigten sich uns: Beluga, Mink- und Buckelwale – ein einzigartiges Erlebnis. Vor allen Dingen wenn man die Touri-Schiffe bedenkt, die sich vor Fülle an Menschen arg zur Seite lehnten (Fotos folgen). Die Touristen, die sich hierhin „verirren“ sind meist Kanadier oder US-Amerikaner, die sich hier abseits der Großstädte Urlaub gönnen. Die versprochenen Postkarten in die Heimat konnte ich hier endlich auch los werden.
Ein Geschäft hat es mir aber besonders angetan „BonBon“. Dort fühlte man sich wie Pipi Langstrumpf im Schlaraffenland – so viele Süßigkeiten in verschiedenen Varianten Farben und Formen, habe ich auch noch nicht gesehen. Und die Geschmacksrichtung der Zucker-watte konnte man sogar kombinieren – klar, dass ich dann KiBa wählen musste!
Ich komme bestimmt nochmal hier her :)!

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Am nächsten Morgen stand dann die größte Fahrt unserer Reise auf dem Plan: 470 km, zurück nach Montreal! Auf der Fahrt konnten wir die letzten Tage nochmal Revue passieren lassen und waren uns einig – es war anstrengend, Nerven raubend, aber doch auch die Anstrengungen wert. An manchen Unterkünften wäre man gerne länger geblieben und an manchen lieber erst gar nicht gewesen. Aber gut, das weiss man ja vorher nicht und die nächste Reise, wird dann vermutlich anders geplant. Mal schauen.

Auf dem Weg zurück hatten wir uns auch schon ein paar Haltepunkte ausgeguckt und mussten natürlich auch an DEM Wasserfall Halt machen – DIE Sehenswürdigkeit nahe Montreal, der Montmorency Fall. Ich rate euch, fahrt NICHT mit dem Auto auf den Parkplatz davor, sondern sucht euch in den umliegenden Wohngegenden einen Parkplatz es werden hier alleine fürs Parken schon 12 Dollar abgeknöpft. Meine Erwartungen an diesen Wasserfall wurden leider nicht ganz erfüllt, denn er war nah an der Hauptverkehrsstraße und nicht irgendwo fernab in der Natur. Aber gut, nichts desto trotz hatte man von der Brücke über dem Wasserfall eine tolle Aussicht auf Montreal. Das Wetter war Bombe und die Stimmung gut. Nach einem kleineren Aufenthalt ging es dann zurück nach Montreal in das schon bekannte Hotel von der ersten Nacht (nicht unbedingt zu empfehlen, aber ok, wir sind aus Europa auch anderes gewohnt).

Den vorletzten Tag nutzen wir gemeinsam um Montreal zu erkunden. Schauten uns den alten Hafen an, machten einen Spaziergang durch den modernen Teil und die Altstadt und flanierten auf der Einkaufsstraße. Ich wollte unbedingt die „Unterstadt“ erkunden, doch wie sich rausstellte, war dies ein unterirdischer Teil der Stadt, der leider nicht historisch war, sondern in den 60er Jahren gleichzeitig mit der Metro gebaut wurde und hauptsächlich aus Bürogebäuden besteht – und ich hatte mit historischer Geschichte gerechnet – sehr schade! An diesem Tag fand auch ein Festival auf der Insel in Montreal statt, für das wir allerdings vor dem Start unserer Reise keine Tickets mehr bekommen hatten, sodass wir am Hafen nur der Musik ein wenig lauschen konnten.
Abends ging es nochmal für ein Essen raus und eigentlich wollten wir das Nachtleben der Stadt noch mitnehmen, aber wir waren dann doch zu kaputt von der gesamten Reise, sodass wir uns nach einem letzten Getränk wieder ins Hotel begaben und schnell in die Betten flüchteten.

Am nächsten Tag stand noch der Mont Royal auf dem Programm, bevor es wieder Richtung Flughafen ging. Dort hatten wir nochmal eine wunderbare Aussicht auf Montreal, bei wunderbaren Sonnenschein.

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Das Frühstück (meist „Contintental“) in Kanada werde ich definitiv NICHT vermissen, denn das ist durch und durch süß – herzhaft sucht man dort vergeblich – es gibt viele Sorten Marmelade, Erdnussbutter, Nutella, Muffins, Kuchen, Croissants (mit oder ohne Füllung) und diverse Aufstriche. Was war das wieder toll zu Hause zu frühstücken! 🙂 Aber Kanada ist ein tolles Land – wie Schweden, nur viel viel größer!

Auf Richtung Heimat:

 

Beim nächsten Mal geht es erstmal in den Westen, denn der soll völlig anders sein…

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