Auszeit – Heimspiel die 2.

Was für ein komisches Gefühl wieder in der Heimat zu sein. Zwar habe ich eine Unterkunft und kann auf die Wohnung meiner Eltern aufpassen, aber trotzdem fühlte ich mich in den ersten Tagen nicht wirklich „zu Hause“. Also, gar nicht so einfach, wenn man ein paar Wochen unterwegs war und viel erlebt hat, sich wieder in ein gemachtes Nest zu setzen. Das hatte ich mir anders vorgestellt.

Schnell wurde mir auch klar – Stillstand ist nicht ganz meine Art für meinen weiteren Lebensweg. Ich suchte mir also Aktivitäten, besuchte Freunde, unternahm Wanderungen und ging endlich wieder Tanzen. Auf meiner ganzen Reise hatte ich keine geeignete Location zum Salsa-Tanzen finden können, aber in Essen weiss ich, wo ich mit Sicherheit auf Tänzer und gute Bekannte treffe. Pedro’s Cuba Lounge – hier trifft man sich mittwochs, freitags oder auch sonntags zum Tanzen. Salsa, Bachata, Merrengue, Rueda – für jeden ist etwas dabei. Wieder unter Freunden ging es mir langsam wieder besser. Aber es sollte noch ein paar Tage dauern, bis ich mich wieder an die Heimat gewöhnt hatte.

Zunächst stand dann aber auch die Geburtstagsfeier meiner Schwester und ihres Mannes auf dem Plan und ich konnte endlich meinen Neffen Linus wieder in den Armen halten. Seit meines letzten Besuchs hat er nun doch ziemlich gut zugelegt und machte einen aufgeweckten Eindruck. Da ist die Patentante natürlich stolz! 😊

Nachdem nun ein paar Tage ins Land gegangen waren, hatte ich wieder in den Tagesablauf gefunden. War froh, endlich wieder bekannte Gesichter zu sehen und einfach mal wieder quatschen zu können. Und obwohl ich nur ein paar Wochen weg war, hatte ich das Gefühl lange fort gewesen zu sein. Wie soll das dann erst werden, wenn ich 5 Monate in Südamerika verbracht habe? Aber vielleicht ist das genau der Weg den ich gehen muss, um mir wieder nahe zu sein und zu wissen, was ich will!

Damit ich nicht ganz die Aktivität der letzten Wochen verlor, suchte ich mir eine Wanderung über gut 16km heraus. Schließlich sollten auch die Mühen der letzten Wochen nicht vergeblich sein. Dann ging es in Begleitung eines Freundes also auf den „Fritz-Golte-Weg“ – entlang einiger alter Stollen und Zeugnisse vergangener Tage. Man muss also gar nicht erst weit weg fahren um schöne Landschaften und Ruinen zu sehen. Hier ein paar Eindrücke der Route:

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Natürlich stand auch wieder Geocaching in der Heimat auf dem Programm. Denn neben den Haushalts-Pflichten (na gut, die hielten sich jetzt auch im Rahmen) wollte ich die Auszeit ja auch für mich und Tätigkeiten nutzen, denen ich gerne nachgehe. Aber das Wetter machte es einem da ab und an schon schwerer, denn der Regenschutz musste meistens mit und nach und nach wurde es auch immer kälter *brrr*. Gut, dass ich dem deutschen Winter dieses Jahr mal entfliehen werde. Denn nach Dunkel, nass und kalt steht mir auch so gar nicht der Sinn. Dann lieber ab in die Sonne und mal was völlig Neues erleben. Auch endlich versuchen sich treiben zu lassen und mit Glück dabei auch mal ein Stück weit entschleunigen. Mir ist auch besonders in der letzten Zeit aufgefallen, dass ich weniger entspannen kann und selten Momente wirklich genießen kann. Das möchte ich gerne ändern – und als Erstes muss ich da wohl bei mir beginnen.

Aber in der Wohnung meiner Eltern will das auch einfach nicht so gut klappen und da ich lieber in Gesellschaft guter Freunde und der Familie bin, war klar, dass ich die Zeit auch dafür nutzen werde. Darunter fielen dann:

  • Geocaching mit meiner guten Freundin Yvonne
    Erst zu Halloween einen Multi in Haarzopf und dann anlässlich des GIFF Events u.a. noch ein paar Mysteries eingesammelt

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  • Mädelsabende mit meinen Rüttentütt-Mädel(s)
    Auch mal lecker Tapas, da gönnt man sich dann auch schon mal was…

  • Eröffnung der Essener Lichterwochen, samt Light Festival in der Innenstadt 
    Immer wieder schön anzusehen!

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  • Besuch des Abschluss-Abends zu „Recklinghausen leuchtet“

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Das ist ja auch immer wieder das Schöne an der dunklen Jahreszeit – die vielen Ausstellungen und Leuchtveranstaltungen. Das macht das Ganze ja, neben dem Glühwein, etwas besser. 🙂 Aber die Lösung ist für mich dieses Jahr – ab nach Südamerika. Mir geht es so langsam auch echt der A…Hintern auf Grundeis. So lange war ich ja noch nie allein unterwegs und dann noch in einem mir völlig fremden Land und einer auch etwas anderen Kultur. Aber gerade das macht es ja auch wieder spannend für mich. Was soll ich zu Hause „versauern“? Also, auf ins Abenteuer und wenn so nicht, dann anders. Aber irgendwie geht es ja immer. Das durfte ich in den letzten Wochen ebenfalls fest stellen. Deswegen – Sorgen über Bord und ab dafür!

Zum Ende meiner Reise auf Teneriffa hatte es sich schon abgezeichnet, dass das Volumen meiner Mediathek für die Videos und Bilder fast aufgebraucht war, bzw. ich schon einige der alten Bilder sichten musste, um Platz für weitere Bilder zu schaffen. Das war natürlich keine Möglichkeit auf lange Sicht und so entschied ich mich für einen Umzug des Blogs. Da fiel mir dann nur eine Person zu ein und diese nahm sich netter Weise auch einen ganzen Tag Zeit für mich. Erst wollte der Inhalt sich nicht exportieren lassen, da ich aufgrund meiner Basis-Mitgliedschaft nicht die Berechtigung hatte dies zu tun. Doch dann habe ich Tante Google nochmal dazu befragt und siehe da, es geht doch. Gewusst wie! Dann die Blogbeiträge und die Fotos einzeln exportiert und auf der neuen Seite importiert – dann musste ich die Tage nur nochmal an die Feinarbeiten ran. Aber wir waren dann trotzdem gut einen Arbeitstag damit beschäftigt – vielen Dank nochmal für deine Geduld, auf diesem Wege! 🙂

Meine Eltern waren dann auch zum Ende Oktober wieder im Lande und im Hause, sodass es mit der „Ruhe“ dann auch endgültig vorbei war. Netter Weise durfte ich aber weiterhin das Schlaf-/Arbeitszimmer meiner Mama belegen, damit ich einen kleinen Rückzugsort für mich hatte – auch nicht selbstverständlich und somit auch auf diesem Wege nochmals DANKE!
Mein 2. Heimspiel dauerte gut 3 1/2 Wochen und ich hatte selbst da noch nicht all mein Lieben wieder gesehen. Dafür die/den Eine/n aber mehrmals und das war auch gut so. Denn bald geht es schließlich für 5 Monate ins Ausland – da ist dann „mal eben“, nicht so einfach, auch wegen der Zeitverschiebung. Gott sei Dank liegt Chile nur 4 Stunden hinter Deutschland – muss mal schauen, ob das oben im Norden dann mehr oder weniger wird oder gleich bleibt?!

Umso näher der Termin nun rückte, umso nervöser wurde ich. Nochmal die VISA Bestimmungen gelesen und dann *zack* – fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren – ich werde bei meinem Aufenthalt in Chile ja länger bleiben als 90 Tage, wie im normalen Touristenvisum möglich. Tja, und nun? Da stieg dann wieder leichte Panik in mir auf – was ist, wenn ich nach einem Weiter-/Rückflug gefragt werde und ich nur den Weiterflug nach Argentinien Anfang März habe? Klar, man kann sich ganz leicht neue 90 Tage holen, wenn man einmal über die Grenze, z.B. nach Argentinien, reist und wieder zurück reist. Aber wann soll ich das denn bitte schön machen? Die Verlängerung könnte ich auch beim Departemento de Extranjeria in Santiago beantragen – würde mich dann aber 100 USD kosten und da ich da natürlich die die Einzige bin, kann das schon mal 5 Stunden Warten heißen. Mhhh.. ich habe da mal was von „onward flights“ gehört. Da kann man sich für schmales Geld quasi ein Ticket reservieren/leihen, aber das wird dann im Nachgang wieder vom Anbieter storniert (meist nach 24 oder 48 Stunden) – man sollte es also kurzfristig vor dem Flug machen. Das war nun also mein Plan B, denn wenn ich jetzt bei der Einreise evtl. nach der genauen Aufenthaltsdauer gefragt werde, kann ich zumindest eine Reservierung vorlegen. Laut meines Kontaktes über Couchsurfing, wäre das aber gar nicht notwendig. Denn da weisst das Recht in Chile doch seine Lücken auf und es gibt anscheinend genug „Fake“-Touristen, die dann ihr Visum immer wieder für die 100 USD verlängern lassen. Gut zu wissen – aber dazu bin ich dann wohl zu „Deutsch“ und habe mal wieder ein erhöhtes Sicherheitsdenken und gehe da doch lieber auf Nummer sicher – das werde ich wohl so schnell auch nicht los. Aber wer weiss, wie das Ganze dann in 5 Monaten so aussieht.

Die letzten Tage in der Heimat vergingen nun recht schnell und so langsam nahm mein Rucksack auch wieder Gestalt an. Nach einigen Überlegung entschied ich mich dafür, so wenig wie möglich an verschiedenen Klamotten, aber ausreichend einzupacken. Und falls dann doch noch Bedarf besteht, dann wird halt eben in Chile noch gekauft. Die ersten 10 Tage sind ja für Santiago geplant, da sollte ich dann auch mal zum „Shoppen“ kommen.

Eine neue Bauch-/Gürteltasche wollte ich aber gerne noch vorab gekauft haben, damit ich sie auch gleich bei den Flügen einsetzen kann. Das war dann nicht so einfach, wie gedacht. Die meisten waren zu groß, die Brustbeutel meist zu klein und teilweise waren mir die Angebote der Marken auch einfach zu teuer. So schwer kann das ja eigentlich nicht zu finden sein. Selbst bei Amazon hatte ich schon überlegt zu bestellen. Dann bin ich aber doch noch zu McTrek gefahren und war am Ende stolze Besitzerin einer neuen Gürteltasche, die sich sogar zusammenpacken lässt und handlich verstaut werden kann – perfekt! Somit war für die Reise erstmal pack-technisch soweit alles erledigt. Jetzt musste noch für meine Wohnung geregelt werden – neues Entertain, oder beim alten Vertrag bleiben? Was sich nicht unbedingt lohnen würde – dann aber online mit einem der Berater ein gutes Angebot ausgehandelt und ziemlich schnell war der neue Receiver in meinen Händen. Mit meinem Untermieter hatte ich bereits alles geklärt und er würde den neuen Receiver dann auch anschließen – wunderbar. In den letzten Tagen hatte ich also noch ziemlich viel zu erledigen und dann stand da ja auch noch der Geburtstag meiner Nichte an. Was schenkt man denn, wenn man KEINE Kuscheltiere, Spielsachen o.ä. schenken darf?! Da meine Nichte ja leider etwas eingeschränkt ist, was ihr Beweglichkeit angeht, muss man da schon gut überlegen. Schließlich habe ich mich für ein Malbuch von Nici entschieden und von glückskind (dm) gab es dann noch eine Kinderlieder-CD zum Mitsingen und ein kleines „Familienorchester“ dazu, damit Leonie Mama und Papa auch schön nerven kann. 😀 Für die Adventszeit bekommt sich dann noch einen Adventskalender von mir, schön selbst befüllt – da habe ich dann meine Tanten-Pflichten doch noch gut erfüllt. Nur für meinen kleinen Linus brauche ich noch ein Geschenk zu Weihnachten – mal sehen, was ich da Spannendes in Südamerika finden kann, woran der Kleine dann auch Freude hat.

Eigentlich wollte ich am Abend auch schon mal „schnell“ für die Flüge einchecken – aber man sollte auch den Pass dabei haben. Hatte ich natürlich nicht und somit nochmal eben zu meinen Eltern. Dort dann mein Glück versucht und für den ersten Flug, von Frankfurt nach Madrid, ging es dann auch direkt, aber für den Anschlussflug musste ich auf die Seite von IBERIA wechseln, denn die führten den zweiten Flug dann aus. Doch dort sollte meine Reservierungsnummer nicht angenommen werden – na, ganz großes Kino. Da habe ich dann am letzten Tag vor der Abreise doch noch was zu klären. Denn ich wurde auch nicht schlau daraus, warum ich den zweiten Flug separat einchecken sollte, schließlich war ja zuvor auch zusammen gebucht worden. In der Menehune-Bar warteten inzwischen schon ein paar meiner Mädels und ihre Männern, dass ich endlich dazu stoße und auf meinen Abschied anstoße. Als ich eintraf, war die Stimmung schon sehr gut, denn ein paar Cocktails hatten es heute schon über den Tisch geschafft. Sehr gut – so sollte es aber auch sein.

Als ich nachts wieder bei meinen Eltern ankam, versuchte ich den Check-In erneut und dann klappte es plötzlich. Lag also wahrscheinlich an der Uhrzeit – denn bei LATAM kann man erst ab 48 Stunden vor Flug online einchecken. Aber es war nur Handgepäck ausgezeichnet. Und was ist mit meinem Rucksack, den ich dann in Frankfurt aufgebe? Muss ich den dann erneut in Madrid aufgeben? Dafür würde mir ja so gut wie gar keine Zeit bleiben. Schnell eine Mail an STA Travel zur Klärung geschrieben – O-Ton war dann am nächsten Tag, ich sollte doch einfach direkt am Flughafen einchecken – ja, danke – wäre ich nie drauf gekommen. Den Online-Check-In habe ich dann trotzdem gemacht, denn ich wollte nicht, wie bereits im Jahr zuvor auf dem Weg nach Kanada, irgendwo hängen bleiben.

Abends stand dann noch (endlich) der Abend mit Kathi & Daniel auf dem Programm. Die beiden hatten mir letztes Jahr zum Geburtstag eine Karte für Atze Schröder geschenkt und ich war froh, dass es dann abends nochmal ordentlich was zu Lachen gab. Einen neuen Pulli habe ich mir dann auch gleich noch mitgenommen – der passte aber auch einfach wie die Faust aufs Auge!

Sonntag dann Abreise-Tag – nach einem leckeren Frühstück ging es zum Bahnhof und dann mit dem Zug nach Frankfurt…

Na, dann sind wir mal gespannt, ob das alles so klappen wird…

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