Auszeit – Heimaturlaub / 2. Versuch Spanien – Woche 5

Bevor es nun wieder nach Spanien ging, sollte die Zeit noch sinnvoll genutzt sein. Das heisst; gemeinsames Essen mit ein paar Mädels, am Tag darauf lecker Waffeln essen und auf der Rüttenscheider Herbstnacht einfach mal versuchen abzuschalten, dann noch ein paar Weinchen probieren, das Rad bewegen und zu guter Letzt eine Runde Geocaching, um noch die 1000 Funde vor der nächsten Abreise zu sichern. Eben ein paar schöne Stunden mit Menschen verbringen, die mir wichtig sind! 😊

Dazwischen packte ich noch die letzten Sachen in meinen Keller, fing an meinen Rucksack für den nächsten Monat zu packen und verabschiedete mich langsam von Freunden und Familie. Die Nächte sollten mir dennoch nochmal viel abverlangen. Mein Unterbewusst sein kämpfte sich in den Träumen und Gedankenkarussells immer wieder durch. Nein, ich habe noch längst nicht abgeschlossen und es wird wohl wieder eine Weile dauern, bis ich gelöst lachen kann.  und es wird wohl wieder eine Weile dauern, bis ich gelöst lachen kann. Wer weiss, ob ich mich überhaupt jemanden wieder so anvertrauen mag. Egal wie, ich werde schlussendlich nur wieder mit Füßen getreten. Nein, gar nicht schön. Gerade bin ich nicht mal in meiner gewohnten Umgebung wirklich glücklich – ob ich das dann in einer mir fremden sein bzw. werden kann? Vielleicht gehe ich ja auch unter die Nomaden und suche mir immer irgendwo Saison-Arbeit? Vielleicht ist das mein Glück, ist das meine „Heimat“? Das Neue und Aufregende oder mag ich mich nur mit der Gewohnheit nicht abfinden? Diese und weitere Fragen, werde ich vielleicht auf meiner weiteren Reise beantworten können. Ganz schön viele „Vielleichts“!!!

In der letzten Nacht vor meiner Abreise konnte ich keinen richtigen Schlaf finden. Um 5:30h ging schon der Wecker und ich war einerseits aufgeregt und andererseits sehr unsicher. Meine Eltern waren so nett und brachten mich zum Köln/Bonner Flughafen, vielen Dank nochmals! Auf der Fahrt dachte ich mir schon, irgendwas kommt noch. Das ließ dann auch nicht lange auf sich warten. Denn schon bei der Gepäckabgabe tat sich erst einmal nichts. Das Problem – die Schalter hatten keinen Strom und somit konnte das Gepäck zunächst nicht aufgegeben werden. Gut, dass wir SEHR früh am Flughafen waren, so war noch genügend Zeit und es hieß dann einfach – abwarten. Eine ganz große Stärke von mir..nicht! -.- Schließlich ging es dann doch nach 30 Minuten weiter und ab zur Sicherheitskontrolle. Da hier ja doch mehr Flüge als in Weeze abgehen, war hier die Schlange auch recht lang. Körperscanner vereinfachen die Kontrolle nicht wirklich, wenn 2 Reihen pro Scanner eingesetzt werden. Meine Eltern machten sich wieder auf den Heimweg und ich hatte gerade mal den Anfang meiner Reise begonnen. Es sollte noch ein langer Tag werden…

Der Flug startete verspätet, landete aber wieder zu früh, wie es bei Ryanair Gang und Gebe ist. Ich glaube ja immer noch, dass die bei den Flugzeiten vorab schon 10 Minuten mehr angeben, dann kann man sich bei überpünktlicher Landung auch immer wieder feiern – gar keine schlechte Idee, oder? Der Flug verging schnell, auch aus dem Grunde, dass ich mir weitere Folgen der „TWD“ Staffel 7 anschauen konnte! (Hier direkt nochmal ein liebes „Danke“ für die Weitergabe!)

Der Flughafen von Valencia ist recht übersichtlich, die Gepäckbänder muss man auch nicht lange suchen. Es dauerte keine 5 Minuten, da hatte ich auch meinen Rucksack schon in den Händen. Auf zur Metro und ab zur „Estacio de Nord“. Von dort ging es dann mit dem Zug Richtung Gandia nach Xeraco.DSC_0385 Interessant, die Langstrecken über Land sind sehr günstig, im Gegensatz zur Metro. Für 20 Minuten mit der Metro vom Flughafen zahlt man €3,90 + €1,00 Kartengebühr und für gut 50 Minuten Fahrt mit dem Zug zahlt man €3,71 + €1.00 Kartengebühr. Die Papierkarten sind wiederaufladbar und man kann sie dann für alle weiteren Fahrten einsetzen. Ähnlich wie in Schweden und Frankreich gelangt man nur über Schleusen zu und von den Gleisen, dort werden die Werte dann entsprechend abgezogen, je nach Fahrt. Nach 20 Minuten Fahrt hatte ich also Xativa erreicht und staunte nicht schlecht. Die kurzen Blicke auf Valencia versprachen mehr, ich werde dort entweder nach meinem Aufenthalt noch weitere Tage verbringen, oder zumindest mal einen Tagesausflug zu machen. Mal sehen, wie ich mich entscheide.

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Entlang grüner Felder, schöner Berge und kleiner Städte führte die Fahrt mit der „renfe“, der spanischen Bahn, weiter Richtung Ziel. Ich hatte trockeneres Land erwartet, wie aktuell an der Costa del Sol. Doch hier ist wesentlich mehr Grün vorhanden. Gefällt mir.

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In Xeraco angekommen, gab ich Natalie Bescheid und kurze Zeit später holte mich ihr Mann Ivan mit dem Auto ab. Er spricht nur Spanisch, aber wesentlich angenehmer, als ich es zuvor erlebt habe. Er erzählte kurz etwas zur Gegend und dass von hier die Orangen hauptsächlich nach Deutschland und Frankreich exportiert werden. Der Campingplatz „San Vicente“ liegt direkt am Strand von Xeraco. Ist klein, aber fein und es finden sich hier auch Deutsche mit Campingwagen ein. Die Spanier mieten sich meist in eines der Bungalows oder sind „Dauer-Camper“ und kommen an den Wochenenden hierher. Zu Fuß braucht man nicht mal 2 Minuten bis an den Strand – perfekt! Die Bar, das Restaurant und auch gleichzeitig die Rezeption befinden sich direkt am Zugang zum Strand, sodass man beim Essen/Trinken einen wunderbaren Blick auf das Mittelmeer hat. Auch am Abend!

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Gerade angekommen, wurde mir Daniel vorgestellt, der ebenfalls über „workaway“ hier gelandet ist. Gut, bin ich dann auch nicht alleine, umso besser. Er kommt von der Ostsee ist 21 Jahre und reist nun noch mit gut einem Tausender, bis dieser erschöpft ist. Danach will er sich dann um Arbeit etc. kümmern. Eigentlich wollte er zu einem Eco-Dorf in den Bergen, aber da er ebenfalls von Natalie angefragt wurde, hat er sich erstmal entschieden hierhin zu kommen. Wie lange er bleibt, weiss er noch nicht. Das macht er davon abhängig, wie es hier so laufen wird und ggf. tritt er dann noch die Weiterreise in das Dorf an. So gelassen wäre ich ja auch gern manches Mal. Aber wer weiss, was mir diese Reise hier noch alles offenbaren wird – vor allen Dingen, über mich selbst. Wir teilen uns hier jetzt ein Familienbungalows und helfen beide, wo es nötig ist, aus. Hauptsächlich geht es dabei um die Beschäftigung des kleinen Marco. 2 ½ Jahre alt und zu allen Schandtaten bereit. Er probiert sich gerne aus und ihm ist es dabei gleich, ob es andere Personen evtl. stören könnte. Allerdings ist er auch ziemlich süß und das ist natürlich ein entsprechender Bonus in einigen Situationen. Ebenso lässt er sich schnell begeistern und findet an den kleinsten Dingen Freude – schön, denn hier wird deine Mühe auch wirklich belohnt. Natalie und Ivan sind auf den ersten Blick sehr nette, einfache Leute, die mit dem kleinen Campingplatz gut zu tun haben und natürlich froh darüber sind, wenn ihnen jemand unter die Arme greift, den Kleinen bespaßt und auch mal im Restaurant und in der Bar hilft.

Xeraco Playa ist ein kleiner Ort, der einige Bungalows für Touristen hat, aber ebenso wohnen hier viele Spanier. Ein kleiner Supermercado ist 5 Minuten zu Fuß zu erreichen. Hier bekommt man alles Notwendige, aber nicht zu den billigsten Preisen. Lidl oder ALDI sind leider nicht in Laufweite. Da wir uns aber nur für das Abendessen und mit zusätzlichen Getränken versorgen müssen, ist das durchaus finanzierbar. Der erste Einkauf beinhaltete erstmal Wasser, denn das Leitungswasser hier scheint gechlort zu sein, Nudeln, Pesto und noch ein paar weitere Getränke. Denn nur Wasser, ist auch nicht meins!

Dann hieß es aber Bikini an und ab an den Strand. Nach den ganzen Strapazen der letzten Tage eine richtige Wohltat, auch wenn das Wasser wärmer war, als erwartet. Doch der Spaß mit Marco lenkte mich zunächst sehr gut ab und so war ich doch froh, die Reise wieder fortgesetzt zu haben.

Am nächsten Tag war ich für die Kinderbetreuung verantwortlich und Daniel hatte frei. Schon anstrengend einem kleinen Jungen zu folgen, der alle 5 Minuten andere Ideen hat! Der Kleine kommt aber die Woche nun in die Vorschule und diese ist rein Englisch! Somit wächst er 3-sprachig auf. Seine Mutter spricht mit ihm Deutsch, sein Vater Spanisch und in der Schule dann komplett nur Englisch. Da hat er in seinem Leben gute Chancen und falls er den Campingplatz nicht übernehmen muss, liegt ihm quasi die ganze Welt offen. Aber darüber macht er sich natürlich noch keine Gedanken – denn seine Welt ist der Strand, der Spielplatz, der Campingplatz und immer wieder kleine Spielchen, die er sich einfallen lässt. Ein echt aufgeweckter Junge, der aber auch wahnsinnig Schreien kann, wenn er entweder richtig Spaß hat oder seinen Willen nicht bekommt. Mit dem Vater zusammen ging es dann nach Gandia zur Schule, denn die Kleidung musste zur Anprobe abgeholt werden. Er muss in der Schule, wie in England auch üblich, entsprechende Schulkleidung tragen und man kann sich vorstellen, wie süß das an so einem kleinen Kerl aussieht – zum Klauen! Dann ging es noch kurz in das Einkaufszentrum, da Ivan noch etwas bezgl seines Smartphones klären musste und ich durfte dann mit Marco die Kinderecke unsicher machen. Begeisterung kann so schön einfach sein. Schade, dass das im Alter anders aussieht. Wieder am Campingplatz angekommen, gab es zunächst das Mittagessen und da Marco vom Vormittag schon ziemlich erledigt war, war er froh in seine Siesta gehen zu können. Derweil half ich noch in der Küche aus und nach getaner Arbeit spannte ich für gut 2 Stunden am Strand aus. Gegen 17 Uhr war Marco wieder wach und es ging erneut zum Spielplatz. Da tauchten dann weitere Kinder auf und ich hatte Mühe den Kleinen im Auge zu behalten. Aber am Ende hat alles gut funktioniert und ich glaube der Kleine hat mich auch akzeptiert. Dann kann es ja weiter gehen. Den Abend verbrachte ich dann noch mit Paracord knüpfen. Das wollte ich sowieso mal machen und Daniel hat genügend Auswahl dabei und zeigte mir, wie man die einfache Variante ganz leicht selbst knüpfen kann. Jetzt habe ich also mein erstes, eigenes Paracord-Armband. 🙂

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Der nächste Tag, Donnerstag, war dann auch schon der erste freie Tag für mich. Für den kleinen Marco stand Vorschule auf dem Tagesplan und somit hatten wir frei. Sehr gut, denn um mich hier weiter einzugewöhnen ist etwas „Ich-Zeit“gar nicht verkehrt. Zusammen ging es dann noch zum Frühstück und später wollten wir uns noch die Räder ausleihen, um die Gegend zu erkunden. Dann stand allerdings ein Umzug in ein anderes Bungalows an, denn am Freitag kommen 9 Personen und dafür müssen wir das große Bungalows leider räumen. Für Daniel war es schon der zweite Umzug und er ist gespannt, wie lange wir wohl in der 31 bleiben können.

Dann also Sachen gepackt und kurzer Hand von der 18 in die 31 umgezogen. Gut, dass die nur ein paar Schritte entfernt liegt. Die Nummerierung ist hier auch nicht ganz logisch, aber egal. Die vorherigen Bewohner hatten das Bungalows allerdings nicht wirklich „besenrein“ hinterlassen, also noch Fegen und Wischen und dann war es auch schon Zeit sich dem Mittagessen zu widmen. Tja, die Zeit kann dann auch schon mal verfliegen. Nach dem Essen ging es dann erstmal noch an den Strand, die Sonne genießen und einfach ein wenig entspannen.

Ich machte noch einen Spaziergang und nach einem Bad im Meer wollte ich mir dann doch mal das Fahrrad leihen. Daniel blieb am Strand und ich erkundete Platja de Xeraco. Gut, dass ich zuvor nach einem Geocache gesucht hatte, denn hier in Xeraco gibt es genau EINEN. Und der befindet sich am Torre Guiata de Xeraco.

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Mit dem Rad ist man in gut 5 Minuten am Fluss und von dort gelangt man auf einem gut ausgebauten Weg z.B. auch wieder in Richtung Strand und Meer. Entlang der Felder bietet sich ein traumhafter Blick auf die Berge und es wird mit Sicherheit nicht meine letzte Ausfahrt hierhin gewesen sein.

Auf dem Rückweg ging es dann noch schnell in den Supermarkt, denn ich brauchte dringend noch ein paar Lebensmittel, Getränke, Duschgel und Shampoo, sowie Küchenpapier, denn Handtücher sind hier auch Mangelware. Aber gut, ich bin ja froh, dass ich hier in einem Bungalow untergebracht bin und will mich nicht beschweren. 😊
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Ich glaube es war die richtige Entscheidung hierhin zu kommen. Spanisch kann ich hier definitiv lernen und meine Hilfe wird hier ebenfalls wertgeschätzt.

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