Auszeit – Fokus Fokus Fokus – Woche 11

Inzwischen hatte ich mich entschieden, dass ich meinen Aufenthalt auf Teneriffa um 3 Tage verlängern werde. Der Flugpreis für den 18.10. war einfach unschlagbar (im Gegensatz zu den anderen Tagen). Ich werde dann auch die letzten Wochen, bevor es für mich über den „großen Teich“ geht, in meiner Heimat verbringen. Es stehen noch ein paar Termine und To-Dos auf meiner Liste, die erledigt werden müssen. Aber ich freue mich auch meine Freunde und Familie wieder zu sehen und in der Heimat Energie tanken zu können.

Am nächsten Morgen lachte früh noch die Sonne vom Himmel. Ich entschied mich nach Benijo an den „schönsten Strand der Insel“ zu fahren. Der Weg führte mich wieder über das Anagagebirge, leider immernoch ohne große Sichtweite. Die Hauptstraße schlängelt sich durch die Berge und gibt ab und an einen schönen Blick auf das Umland frei. Nach gut 40 Minuten Fahrt landete ich zunächst zum „Playa Roque de los Bodegas“. In dieser Gegend gefiel es mir schon wesentlich besser. Keine großen Bauten und viel Natur. Das Wasser ist klar, die Strände und Buchten eher leer. In Benijo angekommen musste erstmal ein Parkplatz gefunden werden. Der Ort ist sehr klein und liegt steil am Berg. Dann lieber das Auto sicher parken und ein paar Meter mehr laufen. Der Weg zum Strand führte, wie oft, über eine steile Treppe an den Klippen entlang. Und ja, der Strand war wirklich bisher der Schönste, den ich gesehen habe. Dann ein Plätzchen gesucht und endlich mal wieder entspannen. Ab ins Wasser, aber aufgepasst, hier gibt es ab und an ein paar Felsen, die man nicht unbedingt sofort sieht. Auch die Wellen sind hier ziemlich stark und können einem die Beine wegziehen. Unglaublich, aber wahr – an diesem Ort gab es keinen Cache!! Nach ein paar Stunden machte ich mich wieder auf den Weg zurück, denn ich wollte noch zum Flughafen, um mich zu erkundigen, ob ich das Auto auch dort verlängern kann und mir die Stadt San Cristobal de La Laguna anschauen.

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Am Flughafen angekommen war der Schalter der Autovermietung schnell gefunden und ich hätte dort auch direkt verlängern können, das hätte mich aber € 80 gekostet. Im Internet wurde mir die Verlängerung für € 40 angeboten. Allerdings bräuchte ich dazu dann die Bestätigung und noch ausgedruckt. Die Verlängerung könnte ich aber auch am Nord-Flughafen machen. Sehr gut, so muss ich dafür nicht extra zu Flughafen in den Süden fahren. Dann weiter nach La Laguna. Der Altstadtteil ist sehr großzügig gebaut. Das liegt daran, dass dieser Teil zu Zeiten des… gebaut wurde. Die Cafés, Bars und Restaurants entlang der Gassen laden zum Verweilen ein. Ich entschloss mich einen Multi-Cache zu machen, quasi als kleine Stadtführung. Die Stationen waren schnell gefunden, doch das Final lag etwas abseits in einer Palmenallee. Zunächst dachte ich nicht, dass das Ziel richtig sei, aber an den Koordinaten angekommen war die Dose schnell gefunden. Versteckt gibt es immer wieder kleine Parks und nette Plätze, hier treffen sich die Menschen zum Plaudern und Entspannen. Mir gefiel es so gut, dass ich überlegte als nächsten Stopp in diese Stadt zu fahren, um mir hier mal das Nachtleben anzuschauen. Mit Anbruch der Dämmerung fuhr ich noch zu einem Aussichtspunkt oberhalb der Stadt. Hier war auch ein Cache zu finden, allerdings nicht so einfach. Aber ein geübtes Auge findet (fast) alles. Nur das Logbuch wollte sich mir nicht zeigen und so zog ich wieder von Dannen, ohne mich einzutragen. Später erfuhr ich, auf Nachfrage, dass ich am „Pillen“-Kulli die Mine hätte raus ziehen müssen – ich habe auf jede andere Weise versucht ihn auseinander zu bekommen und das hatte nicht funktioniert – naaa toll! ☹

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Im Hostel war wieder buntes Treiben. Es waren neben mir noch Holländer, Spanier, Italiener und Russen dort zu Gast. In der Chill-Lounge tauschte man sich über die Erlebnisse der Tage und die Pläne der nächsten Tage aus. Die einen machen hier Urlaub, die anderen arbeiten zeitweise oder sind auch auf längeren Reisen unterwegs. Ich vernahm irgendwann Musik und diese kam von den Feierlichkeiten in der Stadt. Das wollte ich mir näher anschauen. Leider wollte mich keiner begleiten, aber dann halt alleine. Am Festplatz angekommen war die Parkplatzsuche erstmal schwierig, denn es war brechend voll. Es wurde eine Travestie-Show aufgeführt mit regem Interesse der Einwohner. Ähnlich wie bei uns im Revue Palast Ruhr, stellten die Damen und Herren verschiedene Stars dar. Ein buntes Treiben, gute Musik und ein schöner Abschluss des Tages.

Für den nächsten Tag hatte ich nun  noch eine Übernachtung im La Terrera Hostel in La Laguna gebucht. Für den Mietwagen hatte ich ebenfalls die Reservierungsbestätigung erhalten – perfekt. Da Calima immer noch die Flügel über die Insel ausgebreitet hatte, entschloss ich mich mir Santa Cruz zunächst anzuschauen und zum Strand La Teresitas zu fahren – der einzige „weisse“ Strand auf Teneriffa. Dazu wurde extra Sand aus der Sahara eingeschifft.

Santa Cruz hat wieder ein Stadtbild, typisch spanisch, welches mir nicht so zu sagt. Viele Hochhäuser und eng gebaut. Halt auch die größte Stadt und Hauptstadt von Teneriffa. In der Nähe der Marina gibt es ein großes Schwimmbad, was mit € 2,50 Eintritt pro Person sehr günstig ist. Gleich nebenan liegen der botanische Garten und das Auditorium in dem neben Konzerten aller Art auch andere Veranstaltungen stattfinden. Natürlich war auch hier wieder ein Cache zu finden. Auf der Suche danach entdeckte ich interessante Bemalungen der Steine an der Küste. Viele bekannte Personen aller Art waren hier verewigt – aber warum? Nirgendwo war ein Hinweis zu finden. Der Cache war nach kurzer Zeit ebenfalls gefunden. Dann machte ich mich auf Richtung Strand. Am Ziel angekommen, war ich nicht sehr angetan von dem „besonderen“ Strand – viele Touristen und eher ein bisschen schmuddelig. Nicht so schön. Auch die Bucht war eher ein Planschbecken, mit Steinen abgegrenzt zum Meer. Linksseitig liegen große Schiffe oder Bohrinseln vor Anker – ne, kein schönes Bild. Ich fuhr noch bis zum Ende des Strandes – da war es wenigstens ein bisschen netter. Oberhalb der Bucht gab es wieder einen Aussichtpunkt und, na klar, auch einen Cache. Die Aussicht hatte eher was von einem Lost-Place. Hier standen Ruinen von Gebäuden, viele Graffitis und ein paar Kunstwerke von Street-Art-Künstlern zierten die Wände. Besonders gefiel mir ein Skelett-Kopf eines Sauriers der auf einem Stein abgebildet war. Von dort oben hatte man auch Sicht auf die weiteren Strände und ebenfalls auf die großen Frachter, die dort vor Anker lagen. Zusammen mit dem bewölkten Himmel ergab es ein leicht gespenstischer Eindruck.

Ich machte mich schließlich auf den Weg nach La Laguna und wollte sehen, ob ich das Hostel schon mal ausfindig machen könnte. Vor Ort war es schnell gefunden, allerdings ist es mittags aufgrund der Siesta geschlossen. Für den Mietwagen musste die Bestätigung noch ausgedruckt werden. Da der Drucker im Hostel zuvor nicht funktioniert hatte, hoffte ich auf meine neue Bleibe. Jetzt war sie allerdings noch zu und ich wollte die Verlängerung des Wagens gern erledigt haben. Da es Samstag war, hatten auch viele Geschäfte inzwischen geschlossen – na super. Wie komme ich jetzt an den Ausdruck. Ich versuchte mein Glück dann einfach im nächsten Hotel. Und siehe da, wenn man freundlich fragt, bekommt man den Ausdruck, auch wenn man nicht Gast des Hotels ist. Dann schnell ab zum Flughafen und erfolgreich verlängert. Wieder zurück in der Stadt war inzwischen auch das Hostel wieder offen und ich bekam einen Parkplatz direkt vor der Tür. Sehr praktisch. 😊 Der Check-In klappte problemlos und ich war zunächst alleine in einem 4-Bett Zimmer. Sehr klein, aber richtig gute Matratzen. Da würde ich sehr gut drauf schlafen! Ich nutzte die weitere Zeit noch, um endlich etwas zu essen und an meinem Blog zu schreiben (so wie jetzt). Denn dieses Mal habe ich es nicht geschafft, mich€zwischen meinen Fahrten und Unternehmungen noch an das Tablet zu setzen und in die Tasten zu hauen. Eigentlich wollte ich mich nochmal für ein Stündchen hinlegen, aber dann verflog die Zeit doch viel zu schnell. Als ich mich dann auf den Weg in die Altstadt machte, war es schon dunkel. Die Menschen saßen in den Cafés, Bars und Restaurants und es war kaum irgendwo ein Plätzchen frei. Die Band, die ich am Tag zuvor schon gesehen und gehört hatte spielte wieder Salsa-Musik und dieses Mal tanzten sogar ein paar Menschen (ich war mir sicher, das waren Touristen). So recht entscheiden, wo ich hingehen und etwas essen wollte, war ich mir nicht. Also schaute ich bei TripAdvisor nach und fand eine Bodega, die typisch spanisches Essen bzw. Tapas hatte und Wein aus eigener Herstellung. Teilweise bekommt man ein Copa hier schon für € 1. Und es wird auch fröhlich gemischt. Sehr interessant. Sobald man Platz genommen hat, bekommt man direkt eine kleine Schüssel mit Erdnüssen vor die Nase gestellt. Natürlich damit man auch viel zu Trinken bestellt 😉 Ich konnte einen Platz an der Theke ergattern und einer der Kellner empfahl mir dann eine kleine Zusammenstellung der Tapas zu nehmen. Es gab leckeren Schinken, Salami, Churizo, Käse, eine pikante Käsecreme und Oliven. Ja, genau das Richtige für diesen Abend. Dazu noch einen leckeren Weisswein – optimal.

Danach streifte ich durch die Gassen, auf der Suche nach einer Salsa-Bar oder Discothek. Aber auch hier wurde ich nicht fündig. Ja, kann das denn sein? Die Musik läuft hier im Radio rauf und runter, aber es gibt keine Läden, die die Musik zum Tanzen spielen? Schließlich landete ich im Innenhof einer kleinen Einkaufspassage. Im „…TinTin“ steppte der Bär. Ein DJ spielte Musik zum Tanzen, leider kein Salsa, aber wenigstens traf man hier auch mal auf jüngere Leute. Im Hof war es allerdings sehr laut, denn wenn die Spanier eines können, dann laut reden. Im Laden selbst war es allerdings sehr warm. Also schnell ein Cocktail und ab an die frische Luft. Dann traf ich noch auf zwei Mädels aus meinem Hostel. Sie waren auch im Laufe des Nachmittags angekommen und waren ebenfalls in meinem Zimmer. Die beiden waren nur auf einem kurzen Zwischenstopp, denn am nächsten Tag ging ihr Flug Richtung Heimat – Israel. Sie waren zusammen 4 Wochen auf mehreren Inseln unterwegs und wollten den letzten Abend nochmal ein bisschen unter Leute. Auf den meisten anderen Inseln ist es eher ruhig und ein Nachtleben gibt es dort nicht großartig. Also hoch die Gläser, auf einen schönen Abend.

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Am nächsten Tag stand nun die Fahrt weiter Richtung Süden auf meinem Plan. Meine Couchsurfing-Bekanntschaft war inzwischen auch wieder im Süden angekommen. Da ich noch kein Hostel für die Nacht bzw. die nächsten Tage gesucht hatte, fragte ich nach, ob es noch ein Zimmer in seiner Unterkunft gibt. Er hatte über AirBnB ein Zimmer gebucht und es gab noch ein weiteres Zimmer. Dort war allerdings schon jemand drin. Dieses Zimmer hatte aber zwei Betten, so versuchte Juan abzuklären, ob der andere Gast evtl. tauschen wollen würde. Leider war der Gast aber schon früh unterwegs.

Durch Zufall fuhr ich am Markt in La Laguna vorbei. Den wollte ich mir ja gern noch anschauen. Ähnlich wie in Valencia findet der Markt in einer Halle statt. Hier bekommt man frisches Obst, Gemüse, Fleisch aller Art, frischen Fisch, Nüsse, Süßigkeiten und und und.. Immer wieder schön, sich solche Märkte anzusehen.

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Die Zeit lief mir davon, sodass ich mich schnell weiter auf den Weg Richtung Süden machte. Auf meinem Plan für den Tag hatte ich Güimar – ein Ort an der Ostküste. Entlang der Küste erstreckt sich ein kleines Vulkangebiet, welches sich bewandern lässt. Ein paar Caches sind hier ebenfalls im Gebiet zu finden. Die Wanderung entlang der Küste war sehr anspruchsvoll und meine Wandersandalen sollten hier auf die Probe gestellt werden. Auf dem Weg traf ich einen Spanier, der den Weg als Jogger-Strecke benutzt. Er selbst lebt auf Teneriffa und das wohl schon seit immer. Urlaub hat er bisher auch nur auf dem spanischen Festland gemacht. Scheint, als wären die Inselbewohner nicht die reise freudigsten. Er zeigte mir noch eine versteckte Bucht, in der man herrlich schwimmen könnte. Er tat das dann auch. Entblößte sich komplett und hatte kein Problem damit, völlig nackt mir gegenüber zu sein. Spätestens da hätte ich mir Gedanken machen sollen. Denn nur wenige Minuten später offenbarte er mir, dass er Exhibitionist sei – na, ganz großes Kino. -.- Da machte ich mich lieber schnell vom Acker. Bei Juan hatte ich mich für 15 Uhr angekündigt, es war also eh höchste Zeit weiter zu fahren. Der Cache war leider zu gut versteckt, sodass ich ihn trotz mehrmaliger Versuche nicht finden konnte. Bei Güimar stehen auch die Pyramiden von Teneriffa – eine der Sehenswürdigkeiten an der Ostküste.

Mein Ziel an diesem Tag war also San Isidro – ein Städtchen oberhalb von El Médano – dort hatte meine Reise ja begonnen. Juan wollte gerne noch schwimmen gehen und ich hatte von den Natural Pools in Los Abrigos gehört. In Los Abrigos selbst gab es dazu aber keinerlei Beschilderung – scheint also versteckt zu liegen. Auto an der Straße geparkt und weiter zu Fuß. Hinterher bemerkten wir, das hätten wir auch einfach haben können. Aber, wenn man sich nicht auskennt, muss man auch schon mal Umwege in Kauf nehmen.

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Juan wollte gern noch an einen richtigen Strand und nach ausgiebigem Schwimmen im Pool machten wir uns noch auf Richtung Strand von Los Abrigos. Kurzer Halt am Supermarkt für Getränke und Snacks. In der Nähe des eher steinigen Strandes erspähten wir ein Restaurant, was vor den Toren einen kleinen eigenen Strand hatte, mit Liegen dabei und wie es aussah, konnte man diese einfach benutzen. Gesagt getan – ab auf die Liege und den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Für den nächsten Tag hatte ich mir nun noch Vilaflor und die Paisaje Lunar auf die Tagesplanung gesetzt. Vor meinem Urlaub hatte ich darüber gelesen und wollte mir nun gern selbst ein Bild davon machen. Die Fahrt nach Vilaflor dauerte gut 30 Minuten und je höher man kam, umso weniger konnte man leider von der Insel sehen. Auch wenn Calima schon in den letzten Zügen war, ganz verzogen hatte sie sich noch nicht. In Vilaflor angekommen erkundigten wir uns erstmal nach dem weiteren Weg, denn nach einer Beschilderung sucht man hier vergebens. Gut, dass ich mir auch wieder Geocaches herausgesucht hatte, denn so konnte ich gleich feststellen, ob wir den richtigen Weg von der Hauptstraße aus eingeschlagen hatten. Zunächst machten wir aber noch Halt an einem Aussichtspunkt. Hier kann man u.a. auch die höchste Pinie der Inseln bewundern.

Über eine Schotterstraße ging es dann mit gut 20km/h an den Wäldern des Kraterrandes entlang. Teilweise muss man hier sehr vorsichtig fahren, denn die Schlaglöcher können hier teilwese recht tief sein. Es erinnerte mich etwas an die abenteuerlichen Fahrten in Island. Nach gut 20 Minuten waren wir an einer Abzweigung des kompletten Wanderweges angekommen. Auto abgestellt und los ging die Wanderung. Nach gut 50 Metern dann die erste Entscheidung – links oder rechts lang? Beide Wegweiser hatten Paisaje Lunar als Ziel – der eine 3,7 der andere 3,6 km. Von der Outdooractive App wusste ich, dass es sich hierbei um einen Rundweg handelte, also war es eigentlich egal wie rum wie gehen würden. Ein anderes , deutsches Pärchen tauchte ebenfalls auf und wir entschieden uns dann rechts herum zu gehen. Im weiteren Verlauf der Strecke sollten wir feststellen, dass wir den schwereren Teil für den Anfang gewählt hatten, aber gut, so hatten wir einen entspannten zweiten Teil – kam mir ganz gut gelegen. Hier wären wahrscheinlich auch richtige Wanderschuhe besser gewesen, aber trotzdem war die Strecke gut zu meistern. In den Wäldern war es auch Gott sei Dank nicht mehr so heiß wie unten an der Küste. Ein leichter Wind wehte und die Sonne wurde ab und an von kleinen Wolken verdeckt. Eine kurze Rast im Schatten, ein kleiner Snack und in Ruhe etwas Trinken, so viel Zeit muss sein. Wir wunderten uns, dass uns eher Leute entgegenkamen, als das wir Wanderer trafen, die in die gleiche Richtung liefen. Aber, das lag wohl daran, dass sie die „richtige“ Richtung gewählt hatten.

Am Mirador angekommen, waren wir dann zunächst etwas „enttäuscht“ – das soll jetzt DIE Mondlandschaft sein? Und der Cache sollte sich doch tatsächlich auf der anderen Seite befinden -.- Auf Entfernung sahen die Gesteinsformungen eher unspektakulär aus. Dann entdeckte ich aber eine kleine Abzweigung entlang der Berge und verfolgte sie ein paar Meter und ich kam langsam immer näher ran. Dann musste zwar auch etwas geklettern werden, aber für mich kein Problem. Schließlich stand ich direkt davor und jetzt hatte an schon ein ganz anderes Bild. Es scheint gerade so, als wenn der Wind und vielleicht auch Wasser, hier eigene Statuen gemalt hätten. Und ja, irgendwie nicht von dieser Welt, vielleicht auch wie auf dem Mond. Der Cache sollte nun noch einige Meter entfernt sein und wie ich später feststellen musste, anscheinend auch noch auf einem der Hügel – ohje. Ja gut, die T-Wertung lag aber auch bei 4. Ich versuchte mich also als Bergziege und kletterte entlang des Hangs hinauf. Am „Gipfel“ angekommen, hatte man einen tollen Blick über die Wälder und wenn man es nicht gewusst hätte, man hätte ich gedacht, dass man sich auf Teneriffa befindet. Schon beeindruckend.

Die Suche nach dem Cache gestaltete sich aber mal wieder etwas schwieriger. Das GPS tanzte noch vor sich hin und lies mich ein paar Mal umherirren. Kurz eine Pause zum Trinken eingelegt und schon daran gedacht aufzugeben. Da blieb mein Blick auf einen Steinhaufen stehen..und siehe da, da war der Cache. Einfach ab und an auch mal zur Ruhe kommen, das hilft dann auch beim Cachen. Danach wieder retour und ab auf den zweiten Teil der Strecke. Zunächst noch sehr anspruchsvoll und viel steinige Teile, die man überwinden musste. Doch zu guter Letzt war es dann ein gut ausgebauter Wanderweg, der uns entlang der vielfältigen Flora & Fauna Teneriffas vorbeiführte. Noch 2 Caches auf der Liste, die dann etwas einfacher zu finden fahren.

Nach gut 3 ½ Stunden waren wir froh, als wir endlich wieder am Auto waren. Es war schon ziemlich anstrengend gewesen. Unsere Mägen verlangten nach etwas Essbaren und da ich mir unbedingt noch Vilaflor anschauen wollte, konnte wir das direkt mit einem kleinen Snack in einem Café verbinden. Vilaflor ist eine kleine Stadt mit einem sehr charmanten Altstadtkern. Da es schon spät am Nachmittag, fast früher Abend war, traf man hier nur noch auf Wanderer, die einen der vielen Wanderwege von Vilaflor aus gewandert waren bzw. wieder dort gelandet waren. Ansonsten gab es nur ein paar Jugendliche und Einwohner, die sich auf dem Hauptplatz trafen.

Da es Juans letzter Tag bzw. Abend war, wollte er noch gerne einmal ins Meer zum Schwimmen. Als wir endlich in El Médano angekommen waren, war es allerdings schon dunkel – ich lies all meine Wertsachen gut verstaut im Auto. Am Strand sah man kaum die Hand vor Augen und in den beleuchteten Teil wollte er nicht. Gut, wer nicht will… Hinterher sollte er wissen, was er davon hat. Denn leider war sein kleiner Beutel, indem sowohl sein Handy, als auch sein Portemonnaie war, geklaut worden. Und das an seinem letzten Abend. Ich hatte eine Vermutung, wer es gewesen sein könnte, denn zuvor hatte ich einen Mann mit Metalldetektor gesehen, der am Strand vermutlich nach Geld und Wertsachen suchte. Aber der war natürlich auf und davon. Gut, dass Juan seinen Reisepass im Koffer gelassen hatte. Allerdings braucht er, um in Frankreich wieder einreisen zu dürfen eine Resident-Card und diese war leider im Portemonnaie. Dann also ab zu Policia Local. Da es aber schon spät war, mussten wir in den nächsten Ort oberhalb von San Isidro fahren. Da war die Hauptwache der Polizei – doch von dort wurde er zu Guardia Civil geschickt, die wären da die richtigen Ansprechpartner. Nach kurzer Wartezeit kam er dann wieder raus – denn leider waren noch weitere Leute da, die auf die Anhörung warteten, teilweise schon seit 4 Stunden!!! Unglaublich.

Juan entschied sich, am nächsten morgen früh zur Policia Local im Ort zu gehen, in der Hoffnung, dass die etwas mit dem französischen Konsulat regeln können. Denn sein Flug startet um 11:30h! Ich war froh, dass ich zuvor den Autoschlüssel NICHT in seinen Beutel getan hatte. Hatte ich erst vor, dann dachte ich mir ab, ne, lieber in der Hose in der Tasche mit Reißverschluss, da kann er dann auch nicht verloren gehen. Eine richtige Eingebung. Denn wenn mir jetzt dann auch noch der Autoschlüssel geklaut worden wäre – ohje, das mag ich mir gar nicht ausmalen. Glück im Unglück also, zumindest für mich.Schließlich bekam er bei der Polizei die Information, dass das doch alles am Flughafen geregelt werden kann. Also brachte ich ihn dann noch schnell zum Flughafen.

Für mich ging es dann weiter, endlich, zum SIAM Wasserpark. Das Wetter war optimal: blauer Himmel, Sonne und die richtigen Temperaturen, um im Wasser zu toben. Gut, dass ich in der Nebensaison da war, denn die Schlange war schon ordentlich. Wie voll es dann wohl erst in der Hauptsaison ist. Nach kurzer Wartezeit hinein, direkt einen Spinnt gesucht, umgezogen und ab zur ersten Attraktion. Im Siam Park gibt es rund 15 Attraktionen. Da ist für jeden etwas dabei – wenn man es eher ruhig mag, kann man seine Runde auf dem Mai Thai River drehen. So richtig Spaß in der Gruppe hat man auf verschiedenen Rutschbahnen, wie z.B. den Mekong Rapdis, The Dragon, Volcano oder auch Kinnaree. Für Kinder gibt es ein Wasserspielparadies „The Lost City“ – als Erwachsener darf man hier leider nicht die Rutschen benutzen ☹ Aber es gibt ja auch genügend Attraktionen für uns erwachsene Kinder 😊.

Wenn man am „Strand“ entspannen möchte, geht man zum Siam Beach. Mag man es etwas luxuriöser, kann man sich vorab VIP Pakete buchen, meiner Meinung nach, aber nicht notwendig. Ebenso hat man die Möglichkeit einen Fast Lane Pass für 15 € zu kaufen. In der Hauptsaison auf jeden Fall notwendig. In der Nebensaison muss man nur wissen, wo man wann hingehen sollte. Ich hatte direkt zu Beginn die neuen Attraktionen angesteuert und war nach  nicht mal 10 Minuten Wartezeit auf den Rutschen unterwegs. Dann stand ich vor dem „Tower of Power“ und musste mir erstmal überlegen, traue ich mir das zu? Erstmal gucken, wie lang die Schlange ist – gut, 20 Minuten hätte ich zu warten. Dann machen wir das doch mal, wird schon schiefgehen. Am Ende war es die richtige Entscheidung. Ein wahnsinniges Gefühl, diese Rutsche im Affenzahn runter zu rutschen. Danach ging es weiter zum anderen Teil des Parks und gegen Mittag war ich dann mit allen Rutschen durch. Nach einer kurzen Pause ging es auf zur zweiten Runde. Inzwischen war der Park richtig voll und ich war froh, dass ich die neuen Attraktionen schon gemacht hatte, denn hier standen sie teilweise nun bis zu 40 Minuten in der Schlange. Alles in Allem würde ich sagen, ja das Geld lohnt sich auf jeden Fall. Man hat eine Menge Spaß und als „Single“ Rider hat man öfter die Chance schneller auf die Rutsche zu kommen, da in einigen der Attraktionen 4 Personen im Float sitzen müssen. Ein toller Abschluss für eine noch interessantere Reise in meiner Auszeit. Falls man  nach dem langen Tag noch Lust auf Shopping und Co hat, kann man dies direkt nebenan in der SIAM Mall tun. Aber dazu blieb mir leider keine Zeit mehr.

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Da mein Rückflug am nächsten Morgen um 6:30 Uhr startete, ging es nach Packen und Essen relativ früh ins Bett. Mein Wecker klingelte um 3:45 Uhr (viieeel zu früh für mich). Noch etwas schlaftrunken packte ich die letzten Sachen und machte mich auf den Weg zum Flughafen. Gott sei Dank liegt San Isidro nur wenige Autominuten entfernt. Mein Backpack war voll und ich hatte die Befürchtung, es könnte knapp werden mit den 20 kg. Doch zum Glück waren es dann doch nur 18,5 kg. So früh am Flughafen und doch schon ein reges Treiben. Die Sicherheitskontrolle war schnell geschafft und dann war noch genug Zeit um durch den Duty-Free zu streifen. Der Flieger startete dann etwas verspätet. Ich hatte einen Fensterplatz und hatte noch einen schönen Blick auf die Insel bei Nacht. Dann lagen gut 4 Stunden Flug vor mir. Gut, dass neben mir der Platz frei war, dann hatte man etwas mehr „Freiheit“. So konnte ich dann doch noch ein wenig die Augen schließen. Dann begrüßte mich die Sonne über den Wolken.

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Mit guter Musik auf den Ohren vergingen dann auch die weiteren Stunden wie im Flug. Die Landung in Köln war sanft und schnell zum Gepäckband. Der weitere Weg ging mit der Bahn nach Köln, von dort mit dem IC nach Essen. Am Hbf. in Essen holte mich dann meine Schwester ab und brachte mich zur Wohnung meiner Eltern. Da diese momentan in Schweden sind, darf ich „Wohnungs-Sitting“ machen. Schön wieder zu Hause zu sein. Auch wenn ich noch nicht ganz weiss, wie die nächsten Tage so werden – gefühlsmäßig.

Nun ist wieder ein Teil meine Reise zu Ende. Die Kanaren werde ich sicherlich noch mal bereisen. Aber mein nächstes Ziel steht schon auf dem Plan –  Südamerika. Das wird ein besonderes Abenteuer.

Bis dahin habe ich noch ein paar Termine, muss Sachen klären und mir eine gute Auslandsreise-Krankenversicherung zulegen. Aber jetzt erstmal Füße hoch.

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