Auszeit – Chile – Woche 25

Die Temperaturen im Tal steigen stetig an. An den Orten in der Küste, z.B. Valparaíso und La Serena ist es doch ein paar Grad kühler und es geht definitiv mehr Wind. Wenn dann hat es meistens erst am Nachmittag Wind, doch in der Sonne wird man richtig gebrutzelt. Da muss ich natürlich auch wegen meines Tattoos aktuell doppelt aufpassen und zusehen, dass es abgedeckt ist. Wenn schon kein langer Arm, dann wenigstens einen Verband.

Mein „Plan“ für diese Woche:

  • An einem Tag zusammen mit Katharina nach Ovalle, da sie dort zum Einkaufen hinfahren muss und mich gleich mitnehmen kann. Dann kann sich der Tätowierer mal sein „Kunstwerk“ näher anschauen und mir einen Vorschlag machen. Aber aktuell kann man da eh nicht viel ändern und um es nachstechen zu lassen, muss die Haut erstmal verheilten, mit hoffentlich wenig Narben.
  • Mal wieder einen schönen Ausritt in die nähere Umgebung machen
  • Endlich mal unseren Sierra-/River Trail komplett wandern. Jetzt bin ich schon seit 2 Monaten hier und kenne bisher nur die Region am Fluss.

Ich startete mit einer Frühschicht in die Woche. Da unser Koch dieses Mal Sonntag und Montag frei hatte, kam Iso wieder zur Mittagszeit und begann mit ihrer Arbeit. Allerdings ging es ihr nicht sehr gut, sie klagte über Hals- und Kopfschmerzen. Da wir aber auch keine weiteren Gäste für das Abendessen auf der Hacienda hatten, konnte sie dann wieder nach Hause gehen. Einzig unser Astro-Gast wollte etwas von unserer Mittags-Karte haben und das konnten wir dann natürlich auch selbst vorbereiten.

Meine Hoffnung auf einen Ausritt wurden leider erstmal zerschlagen. Katharina hatte sich die ganze Woche zusammen mit Steffi eingetragen und somit konnten weder Maraike, noch ich, mit auf einen Ausritt gehen. Wenn, dann also nur auf dem Gelände oder im Corral. Dann bliebe aber auch Zeit sich hier in der Umgebung noch etwas anzuschauen und da viel mir prompt Pichasaca wieder ein. Da Maraike und ich am nächsten Tag zusammen die Spätschicht hatten, verabredeten wir uns für den nächsten Morgen. Allerdings stand die Frage noch im Raum, wann wir aus Pichasca wieder losfahren müssten, damit wir rechtzeitig vor der Spätschicht auch wieder an der Hacienda sind. Wie bereits gewusst, sind die Fahrzeiten der Busse hier nicht gerade der Knaller. Aber Maraike meinte, dass wohl noch andere Busse von Pichasca aus Richtung Hacienda fahren würden, zumindest die Schulbusse. Wir fragten Iso, ob sie von anderen Fahrtzeiten der Busse etwas wüsste und sie sagte, sie erkundigt sich bei einem Freund und wollte uns dann die Zeiten zuschicken. Gut, dann mal abwarten. Da unser Astro-Gast ein paar Lebensmittel benötige, wollte Katharina mit ihm nach Hurtado zum nächsten Mini-Markt fahren. Die Gelegenheit nutzte ich direkt, denn ich brauchte dringend auch etwas für „zwischendurch“ und Kaugummis sind ja auch nie verkehrt. So hatte ich dann auch nochmal die Gelegenheit mir Hurtado anzuschauen. Doch der Besuch war nur von kurzer Dauer. Schnell in die zwei Mini-Märkte im Dorf und dann ging es auch direkt wieder zurück. Da blieb nur kurz Zeit für ein paar Schnappschüsse. Hoffentlich komme ich nochmal dazu mir dieses kleine Dorf näher anzusehen. Dann meldete sich noch der Hunger bei mir, also schnell aus den Resten im Kühlschrank was gezaubert. Lecker!

Bis zum Abend hatten wir von Iso noch nichts gehört. Ich fragte nach und erhielt nach kurzer Screenshots mit der benötigen Information. Aber wie zu erwarten war, die Fahrtzeiten waren uns schon so bekannt. Und aktuell fahren keine anderen Busse, bzw. Schulbusse, da hier jetzt Ferien sind – glatte drei Monate!!! Hier würde man wohl auch noch gerne mal Schüler sein, wobei der Bildungstand hier in der Gegend nicht gerade ein sehr hohes Niveau hat, aber so lange Ferien hätte ich schon gern als Kind gehabt. Wir mussten nun also überlegen – nehmen wir einen frühen Bus (der fährt um 7 Uhr!) und nehmen dann schon den Bus um 11:30h wieder zurück? Oder fahren wir per Anhalter zurück? An sich ist das kein Problem hier. Denn die Leute aus dem Tal nehmen meist Leute am Wegesrand, denn auch viele der Chilenen nutzen diese Möglichkeit, wenn der Bus mal wieder Verspätung hat, oder eben gar nicht kommt. Das Risiko wäre also durchaus tragbar. Gesetz dem Falle, dass aber genau dann, wenn wir dort stehen einfach kein Auto kommt oder uns dann nicht mitnimmt, dann hätten wir auf jeden Fall ein Problem, denn 40 Minuten mit dem Auto kann man nicht „mal eben“ so Laufen, schon gar nicht in Chile. Schließlich stand der Entschluss fest; Pichasca legen wir auf einen anderen Tag, an dem wir auch bessere Busfahrzeiten haben. Z.B. wenn Feria ist, denn dann fahren die Busse auch öfter. Da ich ja eh in meinem Plan für diese Woche „Wandern“ hatte, fragte ich Maraike, ob wir dann nicht zusammen den Sierra Trail wandern wollen, schließlich hatte sie davon schon mal ein Stück gemacht und war auch schon zur Goldmine gelaufen. Wir verabredeten uns dann für den nächsten Morgen um 9 Uhr. Noch kurz ein Kaffee und Frühstück schnappen und ab in die Sierra. Aber erstmal versuchen gut zu schlafen, damit man für die Wanderung auch fit ist. Allerdings sorgte die Wärme in meinem Zimmer nicht gerade für einen wohltuenden Schlaf und so machte ich die Nacht mal wieder zum Tag. Erst spät in der Nacht schlief ich irgendwann ein. Der Wecker klingelte um 8:15h und gegen 8:30h schaffte ich es dann irgendwie aufzustehen. Ich wollte ja auch nicht zu spät kommen. Ob Maraike wohl pünktlich sein wird? 😉
Um zehn vor 9 betrat ich dann die Kühe der Hacienda, wünschte Rosa und Steffi einen schönen Morgen und kümmerte mich erstmal um einen Kaffee, sonst war ans Laufen noch gar nicht zu denken! Von Maraike bisher keine Spur. Ich hatte abends vorgeschlagen, dass wir uns ja gegen 8:45h plus/minus treffen können, damit wir noch kurz was Frühstücken können, bevor wir wandern gehen. Da keine Antwort darauf kam, dachte ich mir, dass wird schon soweit passen. Aber erst gegen 9:20h tauchte sie dann etwas außer Atem in der Küche auf. Sie hatte verschlafen und mir auch noch eine Nachricht bei WhatsApp geschrieben, diese hatte mich aber noch nicht erreicht. Haben halt nicht überall Wifi hier verfügbar. Dann machte ich mir noch schnell ein kleines Sandwich und mit dem Plan für den Weg, einer gut gefüllten Flasche Wasser und meiner Nikon ging es dann los. Nach ein paar Minuten bemerkte ich, ‘Verdammt, mein Handy hängt noch am Ladekabel!‘. Gut, dass ich meine Nikon dabei hatte, dann muss sie eben für alle Fotos herhalten.

Unterhalb des Observatoriums verließen wir dann normalen Weg. Ab dann wurde es steinig und man musste gut aufpassen, wo man hintrat, denn auch ein kleines Gefälle kann tükisch sein. Dann kreuzten wir die Beschilderung für den den Trail, denn der Weg für die Gäste startet an einem anderen Punkt. Der Trail führt entlang eines ausgetrockneten Flusslaufes. Markierungen weisen einem dem Weg, auch wenn man sie auf den ersten Blick nicht gleich erkennt. Die ein oder andere Echse huscht plötzlich über die Steine, so schnell, dass man sie kaum wahrnimmt. Die erste „Hürde“ erreicht man nach gut 5 Minuten; Ein höher liegender Felstrackt, über den das Wasser früher als Wasserfall weiter seinen Weg gesucht hat. Dafür wurden aber extra zwei Leitern angebracht, die einem den Weg nach Oben erleichtern. Struppi, der uns natürlich wieder begleitete, hatte schnell einen anderen Weg nach oben gefunden, galant wie eine Bergziege erklomm er die kleine Hürde. Vor uns erstreckten sich dann mehr und mehr die Hügel und Berge der Vorgebirge der Anden. Wie so oft, ein wunderschönes Panorama. Etwa 10 Minuten später kreuzten wir dann den Gold-Digger Trail und stiegen immer weiter aufwärts, dem Flussbett folgend. Von dieser Seite aus sind die Markierungen gut zu erkennen, von der anderen Seite aus eher weniger. Also scheint der Trail auch genauso gedacht zu sein. Nach gut 45 Minuten erreichten wir dann das „Cruz del Sur“, also das Kreuz des Südens. Wohl eine Anlehnung an die Sternenformation? Dort hatten wir nun zwei Möglichkeiten: Weiter dem Flussbett folgen und auf zur Goldmine oder nach links abbiegen und dem Sierra Trail weiter folgen. Da Maraike den kompletten Weg auch noch nicht gewandert war, aber bereits bei der Goldmine gewesen ist, entschieden wir uns dann dafür den Sierra Trail weiter zu wandern. Wir verließen also das Flussbett und wanderten weiter entlang der Berghänge. Ab hier wurden die Markierungen dann wesentlich kleiner, unauffälliger und waren rar gesät. Von der entgegen gesetzten Richtung waren sie teilweise gar nicht zu sehen. Man sollte den Weg also definitiv nur von unserer Richtung aus gehen, sonst kann man wahrscheinlich leicht vom Weg abkommen. Aber auf der Karte, die wir auch den Gästen mitgeben, gab es einige Anhaltspunkte: u.a. einen „Mirador“ und mehrere Bilder an denen man sich orientieren konnte. Da meine Orientierung, Gott sei Dank, sehr gut ist, konnte ich die Punkte ganz gut bestimmen. Und da der Weg oberhalb des River Trails verläuft, war auch klar, was immer links von uns zu sehen sein muss. Am Ende des Sierra Trails trifft man dann auf den River Trail und kreuzt damit die Weiden der Pferde, also das sollte zu finden sein.

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Schließlich erreichten wir den höchsten Punkt des Trails und landeten am Mirador. Von dort hat man wieder einen wunderschönen Blick über das Tal und die nahe gelegenen Höfe bis hin nach Hurtado. Hoffe, ich kann mir Hurtado in meinem letzten Monat hier auch noch anschauen, vielleicht ja auch mal mit einem Ritt dorthin?! Nun waren wir also etwa auf der Hälfte unseres Weges angekommen. Wir nutzen die Zeit für eine kleine Pause und ich verdrückte schnell mein Sandwich, denn mein Hunger meldete sich dann doch so langsam.

Dann ging es weiter und langsam auch weiter bergab. Aber wo müssen wir denn nun lang? Es gab einige Wege, die an den Bergen entlangführen. Meist Pferde oder Ziegenpfade. Schließlich entdeckte ich einen Pfeil, in der vertrauten Hacienda-Farbe und später auch wieder ein Zeichen auf einem Stein. Entlang der Pfade an den Bergen waren meist nur ein paar Steine farbig gekennzeichnet und das dunkle Rot kann man nicht gleich gut erkennen. Vielleicht müsste das mal erneuert werden. Nach gut weiteren 20 Minuten erreichten wir eine kleine Gabelung, aber die Markierung, die wir dort sahen war blau – na, was ist denn das nun? Haben wir vorher irgendwie einen Abzweig verpasst? Wir folgten erstmal dem Weg geradeaus weiter, da der andere Weg wieder nach Oben ging und eigentlich müssen wir ja weiter runterkommen. Dann endete der Weg plötzlich und dann standen wir am Hang. Weiter oben war wieder ein kleiner Pfad sichtbar. Wie kommen wir da jetzt hin? Also doch wieder Klettern – na, so lernt man das auch. Mit den Händen voraus ging es dann den leichten rutschigen Abhang hinauf und Maraike hatte zunächst Mühe Halt zu finden. Dann schließlich schafften wir es beide und waren wieder auf einem sicheren Pfad. Kurzer Schockmoment am Morgen, denn Maraike hatte zuvor kurz einmal den Halt verloren und sah sich schon den Berg hinab rutschen. Dann ging es langsam weiter bergab und schließlich erreichten wir den Zugang zu den Weiden und dem River Trail. Entlang des Hauptweges ging es dann zurück. Zwar gibt es auch immer wieder kleine Abzweigungen des Trails zum Fluss, aber die waren uns schon bekannt, denn bei den vielen Malen, die wir hier schon zu den Pferden gelaufen sind, haben wir den einen oder anderen Abstecher zum Fluss bereits gemacht. Sehr pikant – Noodie Island, oder auch Noodle Island, was man ebenfalls auf den Schildern entziffern könnte. Ob hier wirklich jemals jemand nackt den Fluss genossen hat? Ich glaube es fast nicht, denn viele Nacktbademöglichkeiten habe ich bisher nicht gesehen.  Also ging es auf direktem Wege wieder zur Hacienda. Inzwischen waren die Temperaturen auch wieder gut angestiegen und jeder Umweg hätte uns vermutlich mehr zum Schwitzen gebracht. Da waren wir froh, wenn wir mal eine kurze Rast im Schatten einlegen konnten. An der Hacienda angekommen, erstmal etwas kühles Trinken. Dann noch ein kleiner Snack und für mich hieß es dann noch ab unter die Dusche, eine Abkühlung des Körpers war dringend notwendig und der Staub der Wanderung musste abgespült werden.

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Dann ging es wieder zur Spätschicht und die Hitze des Tages staute sich schnell in der Küche. Wäsche aufhängen wurde zur Tortur und irgendwie kam einem die Arbeit wie in Zeitlupe vor. So trocken und heiss ist also der chilenische Sommer und es wird noch heisser! 😮

Am nächsten Tag hatte ich dann wieder Frühschicht, denn ich hatte am Tag zuvor mit Steffi getauscht. Katharina hatte mich gefragt, ob ich mit ihr und Elke zusammen am Nachmittag ausreiten möchte. Endlich mal wieder in den Sattel und dann auch zum ersten Mal zusammen mit Elke. Doch leider verletzte sich Katharina morgens bei der Schicht am Fuß und konnte nicht mehr richtig auftreten, sie war also definitiv für den Ausritt raus. Aber vielleicht konnte ich ja mit Elke dann zusammen reiten? Am Ende der Schicht also schnell mal ins Büro, denn da waren beide gerade. Doch auch Elke wollte dann nicht alleine mit mir ausreiten. Irgendwie hatte ich das alles schon geahnt. Es war mir einfach nicht vergönnt in dieser Woche auszureiten. Unseren Koch hatte ich auch schon gefragt, aber auch er wusste noch nicht, wann er wie ausreiten wollte und wenn wollte er eher für das anstehende Rodeo trainieren. Nein, es war mir wirklich nicht vergönnt. Und meinen Unmut teilte ich dann Katharina und Elke mit. Für mich bricht bald auch der letzte Monat an und da wir bisher nicht viele Cabalgatas im Februar haben, wäre es schön, wenn ich nochmal ausreiten könnte. Zwar können wir hier auf dem Gelände ausreiten, aber raus ins Gelände wäre natürlich nochmal schöner. Eine Möglichkeit hatte ich noch – Tanja, ehemalige Angestellte, die in der Nähe wohnt und deren Pferd mit unseren auf der Weide steht. Sie kommt ab und an vorbei, meist zusammen mit eines ihrer Kinder und reitet dann auf ihrem Pferd über die Weiden. Vielleicht mag sie ja mal zusammen mit mir ausreiten. Sie kennt die Wege und mit ihr zusammen wäre es dann auch kein Problem. Dann hatte ich noch ein To-Do auf meiner Liste – Struppi Waschen. Denn der sah mal wieder aus, als wenn er von uns total vernachlässigt würde. Das geht ja gar nicht.

Die doofe Tante hat mich schon wieder sauber gemacht…. Nur ein sauberer Hund ist ein schöner Hund.

Am Nachmittag dann wieder Mal Wäsche gewaschen, an meinen Blog gearbeitet und etwas entspannt. Die Hitze fordert den Köper ja schon ziemlich. Abends besuchte ich dann noch Katharina, die ihren Fuß ruhig legen und kühlen musste, wir wollten zusammen einen Film schauen und da wir auf YouTube nicht richtig fündig wurden, entschieden wir uns schließlich für den „Fan-Film“ – Voldemort: Origins of the Heir. Ich hatte bereits von dem Film gehört, doch weder wusste ich genau, worum es da geht, noch, dass es sich um einen Fan-Film handelt. Dafür war er aber erstaunlich gut gemacht. Über Crowdfunding finanziert und wie es schien in komplett italienischer Besetzung. Die Effekte waren teilweise etwas überzogen und wirklich synchron waren die Sprecher im Englischen nicht so ganz. Zum Schluss war die Handlung auch eher Mau und das Ende ließ einige Fragen offen. Nette Idee, mit gutem Setting und Screening, aber nicht ganz ausgereift. Da der Film auch nicht allzu lang ist, entschieden wir uns noch einen weiteren zu schauen. Da ich die Filme/Bücher von Stieg Larsson noch nicht kannte, schauten wir uns dann den ersten Teil der Reihe „Verblendung“ an und zwar die skandinavische Version, von denen ich eh mehr Fan bin. Die Skandinavier verstehen eben etwas davon, Krimis zu schreiben und Filme dazu zu drehen. Bis zum Schluss spannend und viele Wendungen, mit denen man so nicht gerechnet hätte. An diesem Abend hatten wir noch weitere Gäste für eine Astro-Tour. Die hatten einen kleinen Hund dabei, der eigentlich zur Beruhigung des Frauchens immer dabei sein soll. Aber mit auf Tour konnte er nicht gehen und so kümmerte Maraike sich zunächst um den Hund und dann Katharina. Aber der Kleine jankte die ganze Zeit und war mega nervös, schließlich musste er doch zu seinem Frauchen. Ich glaube eher, dass der Hund sein Frauchen zur Beruhigung benötig. Gegen 1 Uhr fiel ich dann schließlich sehr müde ins Bett.

Ein neuer Tag, neue Motivation. Mein freier Tag stand für den nächsten Tag, also Freitag, an. Und da Katharina eh für die Einkäufe nach Ovalle fahren würde, konnte sie mich gleich mitnehmen. Dann kann ich ihr einerseits helfen und sehen, wo sie was einkaufen geht und kann dann endlich mit dem Tätowierer abklären, was wir nun mit meinem Tattoo machen. Aber erstmal wollte der Donnerstag noch gut genutzt werden. Da ich wieder Spätschicht hatte, nutzte ich den Vormittag erneut für eine Wanderung, dieses Mal zur Goldmine. Da der Weg zur Goldmine teilweise etwas anspruchsvoller ist, überlegte ich mir, die Kamera nicht mitzunehmen. Lieber wieder nur leichtes Gepäck. Da müssen dann eben das Smartphone für die Bilder herhalten. Und am Ende wäre es für eine Situation dennoch von Vorteil gewesen, wenn ich die Kamera dabei gehabt hätte. Aber dazu später mehr. Nach einer entspannten Nacht machte ich mich zunächst auf Richtung Hacienda. Dort erstmal einen Kaffee und ein kleines Frühstück, dann ging es los, Struppi wieder mit von der Partie. Den ersten Teil der Strecke kannte ich ja nun schon, ein paar Fotos von den Markierungen am Wegesrand und eher geschaut, dass man die Strecke in einer guten Zeit zurücklegt. Am „Cruz del Sur“ ging es dann weiter den Flusslauf entlang. Die Markierungen wurden aber immer weniger, sodass ich ab und an nicht wusste, wo es jetzt genau weitergeht. Aber ich dachte mir, es kann ja nicht falsch sein, wenn ich dem Flusslauf weiter folge und damit sollte ich Recht behalten. Struppi suchte sich immer wieder schattige Plätzchen, um sich abzukühlen. Ich tat es ihm zwischendurch gleich, denn im Schatten war es deutlich angenehmer und eine kurze Trinkpause ist immer gut.

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Dann mutigen Schrittes weiter durch raue Felsen und karge Landschaft, Schließlich weißten die Zeichen weg vom Flusslauf und man erreichte einen schönen Pausenplatz unter einem großen Baum. Weiter links davon erstreckten sich hohe Felsen und dort hieß es dann also – Klettern. Nach einer kurzen Pause dann die Lage gesichtet und flink wie eine Bergziege kletterte ich die Felsen hinauf. Ein Handlauf aus Draht half an einer heiklen Stelle, die nicht Balance zu verlieren und dann hatte man wieder eine tolle Aussicht auf die umliegenden Berge. Über die Hügel führte der Weg nun weiter und *zack* einen Moment nicht aufgepasst, kleine Kakteen im Schuh. Die Biester können ganz schön weh tun. Gut, dass ich das richtige Schuhwerk anhatte, das mich vor den meisten Stacheln schützte. Dann erreichte ich endlich die Goldmine und durfte feststellen, dass ich die Hütte, die dort als Schattenplatz diente, schon vom Rückweg aus Las Breas kannte. Dort waren wir am letzten Tag der Tour nämlich vorbeigeritten und damals hatte ich mich noch gefragt, ob diese Hütte überhaupt noch benutzt wird. Aber wo ist denn nun die Goldmine? Auf der gegenüberliegenden Seite entdeckte ich dann ein Loch im Berg und drüber war ein Schild eingesteckt „Mina de Oro“ – ahhhja. So sieht hier also eine vermeintliche Goldmine aus?! Ich wusste zwar, dass es nicht wirklich eine Mine war, so wie man sie vermutet hätte, aber nur ein kleines Loch? Das schaute ich mir später näher an. Erstmal lief ich noch weiter die Berge hinauf, denn ich wollte gerne mehr Aussicht, mehr sehen. Dann folgte ich einer blauen Markierung, die ich schon des Öfteren mal gesehen hatte, bisher aber noch nicht weiss, um welchen Weg es sich dabei nun handelt. Das muss ich unbedingt mal erfragen. Am höchsten Punkt des nächsten Berges angekommen, genoss ich die Aussicht und ein paar Erinnerungsfotos durften da natürlich nicht fehlen. Leider kommt die Schönheit der Landschaft auf den Bildern nicht ganz so rüber und man denkt sich irgendwie sieht alles gleich aus. Aber leider sieht das menschliche Auge eben viel mehr, als eine kleine Kamera in einem Smartphone.

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Dann zurück zur Goldmine und mal in die Höhle geschaut. Jaaa… das ist mal eine Mine, oder?

Hier hatten Leute also wirklich den Verdacht Gold zu finden? Wieso? Allerdings haben sie dann wohl nach kurzer Suche schon aufgegeben und das Ganze gleicht eher einem Fuchsbau. Da ich nun aber noch zur Spätschicht musste, machte ich mich wieder auf den Rückweg, wieder am Flussbett entlang, denn da kannte ich den Weg ja jetzt. Nicht, dass ich mich auf den Pferdewegen noch verlaufe.  Auf dem Weg noch kurz kurz zu einem Wegweiser, den ich schon aus der Ferne gesehen hatte. Interessant, dann wohl einmal ab durch die Erde.

Da der eigentliche Weg auf der anderen Seite am Flusslauf entlang ging, musste ich nun sehen, wie ich wieder dahin komme. Denn zurück gehen, ne – das sollte auch so geschafft werden. Allerdings bin ich dann doch keine Bergziege und es gab den ein oder anderen Schreckmoment, aber jetzt weiss ich; Das mache ich so nicht nochmal! Und dann flog plötzlich etwas über mir am Himmel – für einen Adler zu groß, aber für einen Falken zu klein. Da ich es nicht erwartet hatte, war mein Erstaunen groß und auch Struppi blieb stehen. Dann noch ein zweiter Vogel. In einiger Entfernung ließen sie sich an den Felsen nieder und ich konnte immer noch nicht recht erkennen, was es denn nun für Vögel waren. Aber Greifvögel mit jedem Fall. Ich näherte mich langsam und die Vögel suchten weiter Abstand. Dann schaute ich nach Oben und auf einem der Felsen schaute mich dann ein Junges an und ich erkannte eine kleine Eule. Dass die hier lebten hatte ich auch nicht gewusst. Schnell ein Foto. Jetzt wäre die Kamera echt Gold wert gewesen. *haha* 😊

Ich versuchte noch näher an das Elternpaar heranzukommen, doch ab einer gewissen Nähe suchten sie natürlich das Weite. Schade, aber überhaupt toll diese Tiere hier in ihrer natürlichen Umgebung sehen zu können. Dann ging es weiter den Weg wieder zurück, inzwischen war die Zeit auch weiter fortgeschritten und vor meiner Schicht wollte ich natürlich noch schnell Duschen und ich in neue Klamotten schmeißen. Wie es der Zufall so wollte tauchte Tanja am Nachmittag auch auf der Hacienda auf und ich konnte sie gleich mal fragen, ob wir beide nicht mal zusammen ausreiten könnten. Sie war begeistert, denn sie wollte gerne mal wieder richtig Ausreiten und das am besten ohne eines der Kinder im Schlepptau zu haben. Wir verabredeten uns also für den nächsten Dienstag – hoffen wir mal, dass das auch klappt! 😊

Während der Spätschicht muss natürlich auch der Posteingang der E-Mails überprüft werden, Anfragen beantwortet und Buchungen eingetragen werden. Dabei fand ich eine interessante Karte auf dem Tisch, die Elke wohl für einen unserer Astro-Gäste ausgedruckt hatte. Die Karte zeigt den Nachthimmel auf der Südhalbkugel, also die Sternenkonstellationen, die wir hier teilweise sehen können. Schon interessant und wichtig zu wissen, all das was wir hier sehen, steht meistens auf dem Kopf.

Wenn wir mal keine Gäste zum Abendessen dahaben, können u.a. die Vorräte im Gefrierschrank aufgefüllt werden. D.h. unser Koch kocht dann evtl. Gerichte für die Cabalagatas vor oder bereitet Pesto Suppen und Fleisch vor – diese kann man dann z.B. von unserer Mittagskarte bestellen. Dieses Mal mussten die Empanadas aufgefüllt werden – typisch für die Region hier ist dabei folgende Füllung: Hackfleisch, Ei, Olive und Zwiebeln, aber kein Käse! Bisher kannte ich Empanadas meist mit Käse oder eben weiteren Zutaten, aber Käse war meist mit drin. Das Fleisch ist bereits dafür schon vorgekocht, und wird dann zusammen mit den weiteren Zutaten in die Teigtaschen geschlagen. Dann werden die Empanadas im Ofen soweit durchgebacken und landen dann, in Tüten einzeln verpackt, im Gefrierschrank. So viele Plastiktüten, wie hier in Chile verbraucht werden, echt der Wahnsinn und da soll mal einer sagen, in Deutschland wird viel Plastik verwendet. Hier fliegen an jeder Ecke die kleinen Tüten rum, meist ziemlich dünn und sie halten natürlich nicht so lange, deswegen wird der Einkauf meist doppelt verpackt. Ich will mir gar nicht ausmalen, wie viel von dem Zeug hier bereits schon im Meer gelandet ist. ☹

Am nächsten Morgen ging es dann früh Richtung Ovalle. Unser Langzeit-Astro-Gast war mit von der Partie, da er für sich einiges besorgen wollte. Er verpflegt sich zu 80% selbst, nimmt nur ab und an etwas von der Mittagskarte und brauchte jetzt eben für die nächste Zeit wieder ein paar Lebensmittel. Wie es bei Astro-Gästen meistens ist, sind sie nachtaktiv und dementsprechend nutze er die Zeit auf der Hinfahrt gleich mal um den Schlaf nachzuholen. Echt unglaublich, denn ich könnte bei diesen Straßen und Kurven kein Auge zu machen.

Zunächst setzen wir ihn dann an der Open Plaza Mall ab und parkten das Auto etwas entfernt von der Feria. Denn dort in der Nähe einen Parkplatz zu bekommen, eher schwierig. Dann ging es erstmal zur Bank, danach klapperten wir die einen oder anderen Läden ab, da diverse Dinge benötigt wurden. Schließlich ging es dann auch auf die Feria, hier kaufte Katharina dann aber gezielt Gemüse und einen Pferde-Haltegurt für ein Pad für Steffi und bestellte noch Fisch. Denn leider waren die bekannten Fischläden noch nicht geöffnet und es war auch nicht klar, wann sie genau öffnen würden. Es landeten bei unserer Tour durch Ovalle noch Einmachgläser, Mehl und Schrauben für Steffis Bett in der Camionetta. Für die Schraube ging es zu einer Art „Baumarkt“, aber ohne Selbstbedienung – Dabed. Hier steht man gerne mal unglaublich lange an, außer man ist Europäer, blond und arbeitet auf der Hacienda Los Andes. Da wird man dann auch gerne mal bevorzugt. Gut für uns, denn inzwischen war es schon Zeit zum Tätowierer zu fahren. Mit ihm hatten wir uns dann für „gegen Mittag“ verabredet. Erst hieß es, dass er um 11 Uhr Besorgungen machen muss und wir dann später zu ihm kommen sollten. Doch zu spät ging für uns ja auch nicht, da wir noch die frischen Lebensmittel einkaufen mussten und dann ja noch 1 ½ Stunden Rückfahrt vor der Brust hatten. Manuel war aber wohl irgendwie mit seinem Auto in der Werkstatt, da es Probleme damit gab und somit verzögerte es sich etwas nach Hinten. Es gab dann auch nur ein bestimmtes Zeitfenster, indem er im Studio erreichbar war. Also nachdem wir endlich die Schrauben hatten, vorher noch andere umgetauscht hatten, ging es dann mittels Google Maps zur bekannten Adresse. An der Straße selbst kann man nicht parken, also dann wieder in einer Nebenstraße geparkt und schnell Richtung Studio. Gerade war es gut besucht und der dritte Tätowierer im Studio war sogar gerade dabei einer Frau ein Tattoo zu stechen. Dann schauten sich Manuel und Dante (der zweite Tätowierer) mein Tattoo an und waren eher etwas ratlos. Sie fragten mich nochmal, welche Salbe ich denn verwendet hätte, ob ich das Tattoo gewaschen hätte, oder eben der Sonne ausgesetzt hätte. Also nochmal alles erklärt. Schließlich hieß es dann, dass es wohl an den Farben liegen muss und meine Lösung war dann eben – Geld zurück. Denn in der Zeit, in der ich noch in Chile bin, werde ich das nicht nachstechen lassen. Die Haut muss erstmal richtig verheilen und das dauert seine Zeit. Zusätzlich zu den 30.000 CLP gab er mir dann noch 5000 CLP dazu, damit ich mir eine entsprechende Heilsalbe davon kaufen konnte. Das war aber auch das Mindeste, denn nicht, dass das Tattoo nicht so schön aussah, meine Haut hat auf Ewigkeit dort jetzt Narben und die Farbe an einigen Stellen ist fast komplett raus gezogen – und eine Zugsalbe habe ich definitiv nicht benutzt. Es ist inzwischen einfach richtig entzündet gewesen und gegen die Schmerzen half nur Kühlen. Lange Rede kurzer Sinn, ich hatte mein Geld zurück und Katharina wird jetzt noch entscheiden, ob sie ihr Tattoo bei ihm stechen lässt, wartet aber erstmal seinen Entwurf ab. Ich drücke ihr die Daumen, dass sie keine Probleme mit der Farbe bekommt.

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Dann mussten wir auch schnell wieder weiter. Den Fisch noch abholen, sie musste noch zum Getränkehandel und zuvor setzte sie mich bei der Mall ab, damit ich schon mal zur Apotheke gehen konnte. Leider konnte der Verkäufer in der Apotheke aber nichts mit dem Schrieb vom Tätowierer anfangen, da laut seiner Aussage die genauen Inhaltsstoffe genannt sein müssen. Ok, dann vielleicht noch zu einer anderen Apotheke – aber mit Hilfe von Katharina. Eigentlich könnte ich dann ja meinen Einkauf der Lebensmittel schon mal machen, wobei, wenn Katharina eh gleich noch zum Einkaufen dazu kommt, können wir das einfach auch alles zusammen machen. Ein kleiner Spaziergang durch die Mall, vielleicht findet sich ja doch noch ein nettes Paar Schuhe zum Ausgehen? Leider nein, leider gar nicht! ☹ Gut, dann halt nicht. Im Tottus traf ich dann auch wieder auf unseren Gast, mit ihm hatten wir uns um 3 Uhr wieder an der Mall verabredet. Es war aber noch ein bisschen Zeit. Dann tauchte auch Katharina auf, die den Einkauf im Getränkehandel noch erledigt hatte, und gemeinsam ging es dann mit Zettel und Einkaufswagen durch einen unübersichtlichen Supermarkt. Bis wir dann alles auf er Liste beisammen hatten, verging doch einige Zeit und schließlich waren wir später als gedacht wieder am Auto. Und jetzt die nächste Frage – wie bekommen wir das alles bitte auf unsere Camionetta? Bei allen anderen Einkäufen war sie entweder alleine, oder zumindest die Rückbank war frei. Jetzt gab es nur eine halbe Rückbank + entsprechenden Fußraum und eben die Ladefläche. Dafür hatten wir aber keine Plane oder ähnliches, sondern nur ein paar Seile, die schon um die Getränkebehälter gespannt waren, eine Metallkiste und eben die Ladefläche. Also musste jetzt Tetris gespielt werden und nach ca. 10 Minuten war doch alles verpackt und auf der Ladefläche war es picke-packe voll. So konnte aber auch nichts runterfallen. Nur auf der Rückbank, da war die Ladung nicht ganz sicher. Na, irgendwie kommt das alles schon heil auf der Hacienda an. Dann noch schnell die nächste Apotheke und nach 5 Minuten hatte ich endlich die richtige Creme in der Hand. Erst wollten sie mir nochmal Bepanthol andrehen und dann doch tatsächlich eine Creme für über 11.000 CLP – aber sonst geht es noch? Dann zauberten sie „plötzlich“ die Creme auf den Tresen, die der Tätowierer mir aufgeschrieben hatte und die sollte dann auch nur etwas über 1100 CLP kosten. Jaaa, schön versuchen die „doofen“ Ausländer abzuzocken, aber nicht mit uns! Dann ging es endlich wieder Richtung Hacienda. Unser Gast nutze die Zeit wieder um Augenpflege zu betreiben, wurde aber das ein oder andere Mal von den runterfallenden Toilettenpapier unsanft geweckt. Gut, so ist das dann leider – nicht, dass ich ihn vorher gewarnt hätte. 😉 Aber irgendwie mussten eben die leichten Sachen auch verstaut werden und ebenfalls die Eier mussten sicher ankommen. Rechtzeitig vor dem Abendessen waren wir dann wieder an der Hacienda. Schnell die Sachen ausgepackt und sicher verstaut. Was für ein Tag. Da kann ich Katharina gut verstehen, dass sie nach so einem Einkaufs-Marathon fix und alle ist. Nach einem leckeren Abendessen war ich ebenfalls froh, die Beine in die Waagerechte legen zu können.

Das Wochenende hatte dieses Mal viel zu bieten. Aktuell finden überall im Tal und in der Region verschiedene Feste und Ferias statt, nur schade, dass wir ohne Auto eben nicht so die Möglichkeiten haben. Jetzt war auch endlich die Zeit der Rodeos gekommen. Das ist an diesem Wochenende in Las Breas und unser Koch nahm mit einem Freund zusammen daran teil. Das hätte ich mich ja schon gerne mal angesehen. Bei dem Rodeo hier geht es aber mehr darum, wie man die chilenischen Reitkünste beherrscht und ob man eine Kuh entsprechend treiben und an die Bande stellen kann. Dafür gibt es dann auch Punkte und wenn man dann noch jemanden kennt und anfeuern kann, umso besser. Doch wir waren zunächst bei Meret eingeladen gewesen und da wollte Katharina auf jeden Fall hin. Sekt war schon besorgt und auch alles für die Salat war vorbereitet. Doch leider hatten sich noch Gäste für einen Starlight Trail entschieden und da ich dann leider Spätschicht am Samstag hatte, konnte ich nachmittags leider Katharina nicht begleiten. Sehr, sehr schade. Eigentlich wäre das dann unser Plan für den Abend gewesen, doch jetzt musste eine Alternative her. Wir hätten natürlich zum Baile nach Las Breas fahren können, aber wie kommen wir dorthin? Da Iso wieder zum Kochen auf der Hacienda war, fragte ich gleich mal, ob uns nicht ihr Vater fahren könnte. Sie meinte, dass würde uns dann wahrscheinlich etwas kosten, aber es wäre möglich. Wunderbar, damit hatten wir die Hinfahrt schon mal geklärt. Aber erstmal die Schicht absolvieren. Es hatten sich für eine Nacht drei Biker aus Santiago angemeldet. Sie wollten gegen 21 Uhr bei uns ankommen und das ist natürlich zu spät für ein gutes Abendessen. Dann also Sandwiches – eine leckere Alternative und für die Jungs sicherlich ein Segen. Denn sie waren, wie ich später erfuhr, an diesem Tag schon 11 Stunden unterwegs gewesen. Sie erreichten uns dann schon gegen 20:30 Uhr. Gut, dass die Sandwiches schon fertig waren. Nachdem sie sich frisch gemacht hatten, erstmal ein Bierchen trinken. Und noch eins .. und noch eins… Meine Schicht war inzwischen schon längst vorbei, aber bis wir (vielleicht) nach Las Breas kommen, dauert es eh noch ein bisschen. Gegen 22:30h machte ich dann aber die Küche und den Service zu. Die Gäste können dann immernoch so lange draußen sitzen bleiben, wie sie möchten, aber wir haben ja schließlich auch irgendwann mal Feierabend. Also runter zum Haus und in Ruhe für den Abend fertiggemacht. Dann zu Katharina und Maraike und darauf gewartet, dass Iso uns bestätigt, dass wir von ihrem Vater gefahren werden. Aber leider stellte sich dann heraus, dass ihr Vater nicht zu Hause, sondern noch in Serón war. Und auch unsere anderen Kontakte hatten leider keine Zeit. ☹ Es sollte einfach nicht sein. Dann blieben nur noch zwei Alternativen: Hier zusammen mit den Mädels einen trinken, oder zum Baile vor der Hacienda gehen. Dort war den ganzen Tag über schon laute Musik gespielt worden. Anlässlich eines kleinen Fußball-Turniers waren viele aus der Umgebung hergekommen. Wir waren aber schon fein herausgeputzt und entschieden uns dann für den Baile im Gemeindesaal vor der Hacienda. Dann wenigstens noch etwas tanzen und Spaß haben und von dort geht es auch wieder fußläufig retour zur Hacienda.

Gut, dass ich am nächsten Tag Spätschicht hatte, so konnte ich meinen kleinen Rausch ausschlafen. Für Steffi war es der erste Baile und sie hatte gleich mächtig viel Spaß. Dann können die nächsten Bailes ja kommen. 😊 In El Chañar findet nächstes Wochenende das nächste Rodeo statt, dieses Mal schaffe ich es hoffentlich auch, es mir anzuschauen. Sonst bleibt noch Pichasca, das Größte hier in der Gegend, zudem knapp 2000 Leute erwartet werden. Die Punkte gelten dann auch national, also durchaus einen Besuch wert. Dafür bekommen Maraike und ich dann zusammen einen Tag frei, so können wir uns den Trouble dort ganz in Ruhe anschauen und schon einen Abend vorher nach Pichasca fahren, damit wir dort auch einen Baile miterleben können.

Aber erstmal musste der Sonntag noch „überlebt“ werden. Zwar konnte ich ausschlafen, aber irgendwie war der Schlaf nicht sehr erholsam gewesen. Gegen halb elf wurde ich wach und hätte mich am liebsten nochmal umgedreht, aber es war inzwischen schon ziemlich warm geworden und gegen Mittag wird es bei uns im Haus jetzt meist richtig unerträglich. Also raus aus den Federn und erstmal einen Kaffee trinken. Ich wusste, es wird ein langer Tag werden. Die ganze Zeit hörte ich wieder Musik von vor der Hacienda und dachte so bei mir, feiern die etwa immer noch? Ich fragte Iso per WhatsApp, aber sie hatte auch keine Idee und so schauten wir gemeinsam nach, folgten der Musik und schließlich wusste Iso wo die Musik herkam. Ein paar Chicos hatten sich am Fluss zum Asado getroffen. Sie zeigte mir kurz den Weg und jetzt kannte ich also auch endlich mal eine Stelle am Fluß, an der an gut baden gehen kann. Das wäre ja was für den Vormittag gewesen, hätte ich es mal eher gewusst. Da bin ich jetzt schon fast 2 Monate hier und war noch nicht einmal richtig im Fluss Hurtado baden! Ein Unding! Aber das hole ich die nächsten Tage auf jeden Fall nach. Iso begab sich dann zur Arbeit und ich hatte noch eine Stunde Zeit, bevor meine Schicht begann. Also, despacito!

Und dann wurde es weiter richtig warm. Man musste sich kaum bewegen und schon schwitzte man. Es lief einem die Beine nur so runter. In der Küche war es die Hölle auf Erden. Die Hitze und dann noch Kochen? Ich hatte mit Maraike zusammen Schicht und irgendwie wollte der Tag nicht vergehen. Ich suchte mir Arbeit, schaute, was gemacht werden musste. Sammelte die Wäsche ein, die die Frühschicht gewaschen hatte und war froh, mal ein paar Minuten im Schatten sein zu können. Da hilft nur, viieeel Wasser trinken und dafür bin ich ja nicht gerade bekannt. Gerade, als ich dabei war die Wäsche zusammen zu legen, tauchte Tanja mit eines ihrer Kinder auf. Bei dem Wetter zu den Pferden? Na, da hat sie sich aber den falschen Tag ausgesucht. Gut, sie dachte, es würde zum Nachmittag kühler werden, aber das Gegenteil war der Fall. Da kann man nur hoffen, dass es die nächsten Tage nicht so bleibt.  Plötzlich tauchte Tanja mit ihrem Pferd vor der Küche auf. Unser Lieblings-Ausbrecher Chakay war mal wieder ausgebüxt.  Dann also mal schnell ein Halfter geschnappt und zusammen ging es zur Weide. Gott sei Dank stand er nur alleine auf unserem Alfalfa-Feld. Vielleicht sollte er mal über eine Karriere als Springpferd nachdenken, denn die Höhe war schon ordentlich, die er anscheinend übersprungen hat. Dann mussten wir es ihm also schwerer machen und improvisierten eine kleine Sperrung und Erhöhung des Zauns. Mal gucken, ob er sich traut das zu überspringen. Zumindest schaute er sich direkt mal an, was wir da machten und zog schnaubend wieder von Dannen. Die Jung hier müssen einfach mal höhere und bessere Zäune bauen, sonst bricht der Gute da immer wieder durch oder springt drüber. Meine nächste Woche startet dann wieder mit einer Frühschicht und einem besonderen Schmanckerl – ich darf Katharina auf eine 4×4 Tour in die Berge begleiten, denn sie wollte die Strecke nochmal als Übung fahren. Das wird bestimmt ein Spaß!

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