Auszeit – Chile – Woche 21

So schön der Weihnachtsabend auch war, am nächsten Morgen musste ich wieder bei der Frühschicht ran. Mein Besuch konnte ausschlafen, hatte es aber auch sicherlich nötig. Zwischendrin kam dann mal eine Nachricht per WhatsApp – gegen Mittag war er dann wohl wach. Heute war Iso mal wieder als Köchin am Herd und da sie bereits um 1 Uhr in der Küche war, bereitete sie für alle ebenfalls Mittagessen zu. Da wir aber noch vom Vortag Essen hatten, meldete ich mich dafür dann kurzer Hand ab. Nach meiner Schicht ging ich dann frohen Mutes zum Haus zurück und freute mich auf einen zweiten schönen Teil des Tages. Mein Besuch saß singend auf der Terrasse und hatte leider schon ein Bier im Anschlag. Meine Freude war schlagartig da nieder. Netterweise hat er zwar mit dem Mittagessen auf mich gewartet, aber so hatte ich mir das jetzt nicht vorgestellt. Aber gut, machen wir mal gute Miene zum bösen Spiel. Aber von dort an hing irgendwie der Haussegen schief und ich wusste, nach diesen Tagen werden wir beide wieder unsere Wege gehen. Gemeinsam gingen wir dann noch ein Stück des Gold-Digger Trails zu Fuß und kühlten uns schließlich im Fluß ab.

Abendessen gab es dann an der Hacienda und abends schauten wir uns noch zusammen Coco an. Den Film hatte ich eh noch auf meiner „Muss ich mir ansehen“-Liste. Allerdings konnten wir ihn uns dann nur in Spanisch ansehen, denn in anderen Sprachen war er noch nicht verfügbar. Gut, mehr Übung für mich. Das Spanisch war aber sehr gut zu verstehen und am Ende ist es ja, wie in den meisten Fällen, eh ein Happy End und die Story drum herum ist ebenfalls simpel – aber gut. Am nächsten Morgen musste Richar früh den Bus nach Ovalle nehmen und war somit schon um 7 Uhr aus dem Haus. Die Verabschiedung war, wie auch schon bei meinem Besuch in Valparaiso, kurz aber intensiv. Ja, irgendwas ist da zwischen uns, aber nichts, was irgendwie Zukunft hätte – zumindest für mich. Mal schauen, wie der Kontakt weiterhin bestehen wird.

Für mich stand an diesem Tag der „Inka Trail“ auf dem Programm. Wir hatten einen Gast aus Österreich, der am Abend zuvor erst sehr spät angekommen war. Wie sich herausstellte, hatte er sich, dank seines Offline-Navigations-Programms, verfahren. Allerdings gibt es auf der Strecke auch einige Baustellen, die irreführend sein können.

Die Vorbereitungen für die Cabalgata waren schnell erledigt und gegen 11 Uhr starteten wir dann von der Hacienda aus. Dieses Mal führte der Weg von der anderen Seite des Tals aus in die Berge. Unter anderem enthält die Strecke auch Zeugen vergangener Tage, denn die Inkas haben ihre Zeichnungen auf einigen Steinen und Felsen hinterlassen und diese sind heute noch sichtbar. Ich war gespannt, was ich da wohl zu sehen bekomme. Schon beim Aufstieg in die Berge wurden wir lautstark von einem Esel begrüßt, der uns wohl gerne auf unserer Tour begleitet hätte. Nach gut 1 ½ Stunden Ritt, machten wir eine kleine Trinkpause un jeder konnte sich mal die kurz die Beine vertreten. Denn in die Berge hinauf ist es nicht nur für die Pferde anstrengend, sondern auch für den Reiter. Rene erklärte uns kurz die weitere Route und weiter ging es in Serpentinen hinauf in die Berge. Schließlich erreichten wir eine Anhöge und konnten von Weitem schon unseren Rastplatz entdecken. An einem alten, verlassenen Ziegenstall, unter ein paar großen Birnenbäumen, Um uns herum tummelten sich Bienen und kleine Frösche, aber ansonsten war man hier in der totalen Einsamkeit und abgeschieden. Für ein paar Stunden ein schöner Ort, aber für mich kein Ort, an dem ich leben könnte. Vermutlich ist der Ort auch deswegen verlassen worden? Wir machten dort also nun gut für eine Stunde Rast. Während der Zeit konnte ich mich mit Siggi etwas austauschen. Auch er war alleine auf Reisen gegangen, um mal zu sehen, wie er damit so klarkommt, bzw. wie er es wohl alleine mit sich aushalten kann. Zwar hätte er wohl auch Freunde gehabt, die mit ihm gereist wären, aber er wollte es gerne mal alleine probieren. Und schon zu Beginn sollte er sich also selbst auf die Probe stellen, denn er war direkt vom Flughafen zu uns gefahren und hatte sich dann prombt auch noch verfahren. Na, das ging ja dann für ihn schon gut los. Aber noch war er frohen Mutes und ich hoffe er wird auf seiner Reise noch viel Gutes erfahren. Nach er Pause machten wir kurz Halt an einem Baum, der ganz alleine in der Prärie stand. Rene wollte von uns wissen, wie alt der Baum denn wohl sei. Wir gaben unsere Tipps ab, doch die waren weit unter der Zahl, die während einer Studie herausgekommen war. Der Baum hat wohl gut um die 2000 Jahre auf dem Stamm. Wahnsinn, wenn man mal überlegt, in was für einer Natur er hier „überlebt“. Dann ging es auf zu den Zeichnungen der Inkas. Hier oben in den Bergen finden sich einige, aber nicht viele und es scheint gerade so, als wenn sie vor Kurzem hier vorbeigekommen wären und ihre Zeichnungen hinterlassen haben. Spannend. Jetzt müsste man nur noch wissen, was sie wohl genau zu bedeuten haben. Es kommt die Sonne darin vor, Tiere, vermutlich Lamas, und außerirdisch anmutende Gestalten. Da muss ich dann mal bei Zeiten Experten befragen oder mich in entsprechende Literatur einlesen.

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Dann ging es langsam wieder bergab und Katharina hatte mich schon vorgewarnt, auf der Route zurück gibt es Sträucher, die unsere Curicana besonders mag. Irgendwann, von jetzt auf gleich, ohne es geahnt zu haben, wich sie vom Weg ab und begab sich mitten in einen Strauch und ein paar Meter weiter unten auf dem Pfad machte sie es dann noch einmal – warum? Das weiss keiner, aber sie musste genau da durchgehen und sich unter Bauch kratzen o.ä. – vielleicht war hier auch mal ein besonders netter Hengst unterwegs gewesen und sie wollte sich bemerkbar machen?? Auf jeden Fall war es lustig anzusehen wie sie durch die Sträucher tänzelte. Zwischen den Bergen wehte ab und an einfach kein Wind und so legten wir nochmal eine kleine Trinkpause ein. Das Wasser in den Flaschen war allerdings inziwschen warm geworden und nicht wirklich mehr genießbar. Dann lieber direkt weiter, damit wir schnell an der Hacienda sind. Noch schnell eine Abkürzung und gleichzeitig Abkühlung für die Pferde, durch den Fluss und die letzten Meter zur Hacienda ließ ich dann meinem Pferd freien Lauf und das nutzte es gleich aus um zu Galoppieren. Curicana schloss sich uns an und als wir dann an der Hacienda angekommen waren, wollte mein Gast gleich noch eine Runde 😊 – also, alles richtig gemacht. Schnell von den Pferden runter und sie vom Balast befreit. Dann die Pferde noch schnell mit kaltem Wasser abgespritzt und Rene brachte sie direkt auf die Weide. Ein guter, aber anstrengender Ritt. Nach erledigter Aufräumaktion begleitete ich Katharina noch zu einem kleinen Spaziergang, natürlich zu den Pferden. Danach hatten wir uns ein leckeres Abendessen verdient und der Abend konnte gemütlich ausklingen. Schließlich ging es am nächsten Tag für mich auch wieder zur Frühschicht.

Eine weitere Challenge diese Woche: Ein Mono für Silvester bauen. Dabei handelt es sich um eine Puppe/Figur aus Stroh, die schließlich um 0 Uhr zum Jahreswechsel verbrannt wird, um die bösen Geister des letzten Jahres zu vertreiben. Im nächsten Ort Seron werden die Puppen richtig zur Schau gestellt und sogar prämiert. Wir waren uns zunächst nicht ganz einig, was wir denn jetzt bauen wollen. Aber ein Caballero sollte auf jeden Fall von der Partie sein und so konnten wir schließlich von unserem Guide Rene alte Kleidung bekommen, die dann mit Stroh gestopft werden musste. Kathi und Maraike sammelten also fleißig trockene Gräser, denn dies lässt sich viel leichter verarbeiten, als unser Stroh für die Pferde. Mal sehen, was wir am Ende der Woche dann für ein Ergebnis haben.

Da wir inzwischen ein paar mehr Gäste hatten, stand einiges an Vorbereitungen für das Frühstück an und ebenfalls verließen uns Gäste, sodass ich einen Check-Out vorbereiten und durchführen musste. Unser US-Camper hatte sich nach nur einer Nacht auf dem Campingplatz für eines unserer Zimmer entschieden (wohl Rückenprobleme) und wollte nun heute früh mit dem Bus weiter. Kathi und Maraike waren auch schon früh auf den Beinen, da sie ausreiten wollten und hatten den Camper bereits ausgecheckt – ok, so musste ich das nicht auch noch vorab machen. Die weiteren Gäste, die an diesem Tag abreisten, waren eine Mutter mit ihren beiden Töchtern aus Frankreich.  Recht zurückhaltend und unscheinbar und da sie auch nur eine Nacht bei uns waren, war der Check-Out schnell erledigt. Die Anstrengungen der letzten Tage machten sich bemerkbar, sodass ich den Nachmittag über einfach mal nur die Füße hochgelegt habe. Zum Abendessen ging es dann wieder zur Hacienda rauf und alle anderen waren mit den Vorbereitungen für einen Starlight Trail beschäftig, denn unser Gast aus Österreich hatte diesen ebenfalls gebucht. Die Tour startete dann um 20:30 Uhr und dieses Mal wurde die Tour von Elke begleitet – Prima, so hatte Siggi gleich die Beste für Fragen bezgl. der Sterne dabei. Er selbst ist sehr interessiert an Astronomie und wollte unbedingt mal durch eines unserer Teleskope schauen. Das war ihm zunächst verwehrt worden, weil der Mond aktuell einfach zu hell ist und man am Firmament nicht allzu viel sehen kann. Erst spät nachts kam Elke dann von der Tour zurück, denn sie hatte ihm dann netter Weise doch noch eine kleine Führung am Observatorium gegeben. Da konnte sich jemand dann wohl sehr glücklich schätzen.

Der nächste Morgen – wieder Frühschicht. Und wer mich kennt, der weiss, der frühe Vogel… aber gut, so ist das hier nun mal – Schichtdienst! Wer weiss, vielleicht mag ich die Frühschicht am Ende sogar? 😉 Da wir aktuell nur noch einen Gast hatten, war das Frühstück schnell vorbereitet. Für Kathi ging es zum Einkaufen nach Ovalle und auf diesem Weg nahm sie dann gleich mal unseren riesigen Vorrat an Glasfalschen mit. Diese werden hier nämlich gesondert in den Müll gegeben, ähnlich wie bei uns, hier muss man sie jedoch zu einer bestimmten Entsorgungsstelle bringen.

Nachdem Frühstück standen dann noch ein paar der üblichen Tätigkeiten auf dem Programm und gegen Ende der Schicht kümmerte ich mich dann um unser Mono. Rene hatte Coral und Chakay zum Beschlagen zur Hacienda geholt und ich leistete ihm dabei ein wenig Gesellschaft. Das Hemd war am Ende dann schon mal präpariert und Rosa zauberte von irgendeinem Ort einen Kopf eines alten Monos hervor. Gut, vielleicht könnten wir den ja verwenden.

Nach meiner Schichte brachte ich dann mit Rene die Pferde zurück zur Weide. Der Strick am Halfter wurde kurzer Hand zum Zügel umgebaut und ein kleines Pad auf dem Rücken sorgte für einen etwas bequemeren Sitz, als ganz ohne. Denn auf Coral und auch Chakay ist es nicht unbedingt angenehm ohne Sattel zu sitzen. Coral war allerdings sehr nervös und trappte schon fast auf der Stelle, so dass ich Mühe hatte ihn unter Kontrolle zu kriegen. Rene änderte einen Teil des Zügels um und verschaffte mir somit etwas mehr Steuerung über das Pferd. Doch ganz sicher fühlte ich mich noch nicht und somit führte er Coral erstmal am Halfter mit. Ab Mitte der Strecke entspannte ich mich und somit mein Pferd auch – Gott sei Dank. Dann tauchte ganz unverhofft ein Adler in den Büschen auf – direkt über uns. Gerade wollte ich mein Handy für ein Foto rausholen, da flog er auch schon wieder davon. Sehr schade. Die Pferde konnten wir dann in ihren wohl verdienten Feierabend frei lassen. Da das Fluten der Weiden bevorstand, musste Rene entsprechende Sperren einbauen und das macht man hier mit – alten Luftmatratzen, Plastikplanen und Stoffresten. Die werden an den entsprechenden Stellen abgelegt und verdichten dann anscheinend die Wege und somit wird das Wasser umgeleitet. Einfach, aber wohl auch effizient. Wozu also viel Geld für aufwendige Bauten ausgeben, wenn es alte Lumas auch tun? 😊

Der Rückweg wurde dann gleich mal genutzt, um mein Spanisch weiter zu trainieren. Aber Rene zu verstehen, dazu braucht man schon eine eigene Lektion! Irgendwie schafft man es aber immer mit Händen und Füßen und auch wenn man nicht alles versteht – gelacht wird immer! Wie so oft klang der Abend wieder bei einem gemütlichen Abendessen aus und ich war froh, als ich meine Beine für den Tag wieder in die Waagerechte legen konnte.

Frühschicht – die 3.! Langsam würde ich mich echt mal über eine Spätschicht freuen. Da wir aber an diesem Tag keine Frühstücksgäste hatten, konnte man sich mal anderen Tätigkeiten widmen und so brachten Rosa und ich die Küche ein wenig auf Vordermann. Ich schaute in unserem Garten nach weiteren Früchten, viele der Aprikosen waren bereits gepflückt. Es gab noch ein paar Pfirsiche, Pflaumen und Feigen, aber groß war die Ausbeute leider nicht. Dann machte ich mich ans Brotbacken – endlich mal Vollkorn. Kathi hatte Vollkornmehl mitgebracht und das wollte ich dann gleich mal testen. Hatte mir schon ein Rezept rausgesucht, musste dann aber feststellen, dass wir leider im Moment keinen Naturjoghurt zur Verfügung hatten, also musste improvisiert werden. Wie so oft, wenn ich koche oder backe. Nur gelingt mir das meist beim Backen besser, als beim Kochen 😉. Am Ende hatte ich 2 Brote und ein etwas größeres Brötchen aus meinem Teig zaubern können und es war allemal besser als das Weissbrot, welches hier sonst gebacken wird und das kann ich auch langsam nicht mehr „sehen“.

Projekt Mono-Bau ging ebenfalls in die nächste Runde. Nachdem Maraike fleißig trockene Gräser gesammelt hatte, konnte ich mich nun noch ans Stopfen der Hose machen. Einen alten Korb hatte ich noch finden können, da konnten dann die „Gaben“ hineingelegt werden. Zu einem Mono stellt man hier normaler Weise eine Flasche Wein bei, und ich fand es noch ganz nett, ein bisschen Gemüse dabei zu legen – denn gesund, ist nie verkehrt. Bei meiner Suche fand ich dann noch einen Stuhl. Die Chile Flagge und die chilenischen Steigbügel lassen sich optimal als Stiefel einsetzen. Jetzt stand nur noch die Frage im Raum: Bauen wir dazu noch jetzt noch ein Pferd oder Esel, oder lassen wir das so?

Nach dem Abendessen traf ich mich mit den Mädels dann noch zu einem Filmabend. Maraike hat einen Netflix Account und somit hatten wir „fast“ freie Wahl. Leider wollte das Internet aber nicht so recht funktionieren und so schauten wir zwei Filme parallel. Sie hatte noch einen James Bond auf ihrem Laptop und immer, wenn das Internet wieder aussetzte, schauten wir uns diesen Film weiter an. Zwei Filme parallel schauen, habe ich so auch noch nicht gemacht. Aber Improvisation ist hier auch einfach das Stichwort. Am nächsten Tag hatte ich dann endlich mal wieder frei. Da ich dringend noch ein paar Sachen benötigte und auch noch kein wirkliches Outfit für Silvester hatte, beschloss ich an dem Tag nach Ovalle zu fahren. Da es aber ein Samstag war, fuhren die Busse mal wieder zu unterschiedlichen Uhrzeiten. Entweder könnte ich morgens früh fahren oder noch um 12:30 Uhr. Da der Abend zuvor doch etwas länger geworden war, entschied ich mich dafür, keinen Wecker zu stellen. Denn ausschlafen wollte ich auch ganz gern. Und als ich dann am Morgen die Augen öffnete war klar – ich kann nur noch den Bus um 12:30 Uhr nehmen.

Nach einem Frühstück auf der Hacienda und einem Pläuschen mit Maraike machte ich mich dann um 12:10 Uhr auf den Weg zum Haus um noch meinen Rucksack zu holen und mit genügend Zeit zur Bushaltestelle zu gehen. Doch wer kam da schon von Hurtado hupend angefahren? Der Bus! Na super, was macht der denn jetzt bitte so früh hier? Schnell zum Haus, den Rucksack gegriffen und zur Straße geeilt. Wäre ja schön blöd, wenn ich den jetzt verpassen würde. Allerdings stand der Bus dann wirklich noch bis 12:30 Uhr an der Haltestelle. Da hätte ich mich dann gar nicht sooo beeilen müssen. Da mir der Abfahrtsort in Ovalle noch nicht ganz klar war, fragte ich nochmal beim Busfahrer nach. Er bestätigte dann nur die Info, die ich eh schon hatte – 19 Uhr Pescadoria. Ok, dann wird’s wohl stimmen, muss ich dann nur noch finden. Pünktlich ging die Fahrt dann los. Man sollte für diese Strecke keinen empfindlichen Magen haben, denn es rumpelt ordentlich und der Fahrer legt den Bus hier gut in die Kurven rein und holt da wo er es kann, alles aus seinem Bus raus. Fast besser, als bei einer Achterbahnfahrt!

Sobald ein Dorf oder eine Zivilisation in Sicht ist, wird lautstark auf sich aufmerksam gemacht. Und so schlängelt sich die Fahrt rasant und laut hupend am Rio Hurtado entlang. Nach gut 1 ½ Stunden Fahrt erreichte der Bus dann Ovalle. An der Hauptstraße stieg ich aus und tauchte wieder in das „Leben“ ein. Viele Menschen und Musik an jeder Ecke. Erstmal ein bisschen Sightseeing, Bargeld abheben und einfach mal alles auf sich wirken lassen.

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Danach ging es ab die Geschäfte – vielleicht findet sich hier ja was für den Silvesterabend? Denn nachdem wir mit den Gästen anstoßen und den Mono verbrennen, geht es noch zum Baile nach Serón, wenn unser Fahrer uns auch wirklich abholt. Ich war in jedem der Geschäfte und bis zuletzt hatte ich nichts gefunden, was mir nur annähernd gefallen hat und eigentlich hatte ich auch schon fast aufgegeben. Dann auf dem Weg Richtung Feria, dem Markplatz, den ich mir auch noch gerne ansehen wollte, sah ich ein Geschäft mit schönen Oberteilen uvm. – schnell hinein und dann stand ich nach kurzer Sichtung vor ein paar Jumpsuits die mir gut gefielen. Ein paar anprobiert und schließlich hatte ich ein Outfit für den nächsten Abend. Zeit um mir die Feria anzuschauen, hatte ich jetzt aber nicht mehr, denn ich wollte vor der Abfahrt nochmal schnell zum Lider rein und ein paar Sachen für mich mitnehmen. Denn für Snacks und Co muss man selbst sorgen. Auf dem Weg dorthin kam ich dann auch an der Pescadoria vorbei und sah die Micro-Busse – wunderbar. Dann musste es schnell gehen und Gott sei Dank hatte ich die richtige Kasse ausgewählt und war somit in 10 Minuten wieder raus aus dem Supermarkt. Der Bus war auf der Rückfahrt allerdings richtig voll, sodass ich schauen musste, welchen Platz ich bekommen konnte. Anscheinend wurden die Plätze hier vorher zugewiesen, wusste ich aber nicht. Der Busfahrer zeigte mir dann aber meinen Platz. Wieder pünktlich startete die Fahrt zurück und genoss den Ausblick dieses Mal auf der anderen Seite.

Auf dem Rückweg tauchten dann noch weitere Monos an der Straße auf. Unter anderem: Einen Ziegenhirten mit einer echten ausgestopften Ziege, Batman auf dem Motorrad, ein Rodeo-Reiter aber auf einer Kuh, eine Dame auf einem Stuhl sitzend, Beine überkreuzt, ein altes Ehepaar auf einer Bank uvm. – 50 % der Monos waren allerdings Frauen. Ob uns das zu denken geben sollte?? Während der Fahrt konnte ich leider nicht alle Monos auf einem Foto verewigen und wenn dann auch nur sehr flüchtig.

Als ich wieder an der Hacienda angekommen war, brachte ich nur schnell meine Sachen ins Haus und machte mich auf den Weg zum Haupthaus und brachte Maraike auf diesem Weg noch ihren Pumpernickel vorbei. Und: Unser Mono hatte nun also doch noch ein Pferd dazu bekommen und er saß sogar drauf. Sah irgendwie putzig aus. Und er war bereits auf unserem Corral positioniert worden. Eigentlich hatte ich mir überlegt unser Mono auch an die Straße zu stellen, aber Kathi meinte, dass ich es besser lassen sollte, denn das Pferd sei nicht so stabil. Schade, denn es wer sicherlich für die anderen Bewohner auch nett anzusehen gewesen. Gar nicht schlecht für unser erstes Mono, oder?

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Dann stand also Silvester auf dem Plan. So recht wusste ich am Tagesanfang noch nicht, wie mir das Silvester gefallen wird. Schließlich ohne Freunde, Familie und die üblichen Traditionen! Hier wird es ganz ruhig und irgendwie auch nur ein Tag sein. Da ich wieder Frühschicht hatte, konnte ich mich in Ruhe auf den Abend vorbereiten. Etwas Kraft tanken, gemütlich etwas Essen und dann fein rausputzen. Also machte ich mir erstmal ein leckeres Mittagessen. Das bestand aus Wraps mit Gurke, Tomate, Salat und Hähnchen. Schnell, lecker und Magen füllend. Danach kümmerte ich mich mal wieder um meinen Blog, denn wie wir wissen, der schreibt sich ja leider nicht von alleine. Und eigentlich wollte ich diesen Beitrag wieder eher veröffentlichen. Dann ging es zum Abendessen wieder hoch zum Haupthaus und nach dem Essen war dann aber noch reichlich Zeit, die ich dann aber mit Mithilfe und Gesprächen verbrachte.

Die Schicht der Mädels war dann um 22 Uhr zu Ende und wir verbrachten die letzten 1 ½ Stunden zusammen in ihrem Haus. Sie bereiteten sich für die Feier vor und ich entspannte derweil noch etwas. Dann gegen 23:30 Uhr ging es wieder hoch – die letzten Vorbereitungen mussten noch getroffen werden. Sekt einschenken, Mono präparieren, schließlich durften nicht alle Utensilien mit verbrannt werden. Pünktlich um 0 Uhr stießen wir dann gemeinsam mit ein paar unserer Gäste auf das neue Jahr an. Die Chilenen scheinen da doch etwas kitschig veranlagt zu sein, denn bei denen geht nichts ohne „bling bling“ und LED Beleuchtung. Ich wüsste da wen aus meinem Freundeskreis, dem das sicherlich gefallen würde 😊

Dann wurde am Corral gemeinsam unser Mono angezündet und die bösen Geister des letzten Jahres lösten sich in Rauch auf. Da durfte dann meine Kamera nicht fehlen und ein paar Eindrücke des Abends waren festgehalten.

Die Gäste verabschiedeten sich dann nach und nach und als wir dann die letzten Funken des Mono in Wasser ertränkt hatten, konnten wir auch in unseren wohl verdienten FEIERabend gehen. Unser Fahrer, Jonathan, holte uns von der Einfahrt zur Hacienda ab und los ging es Richtung Serón. Ich fragte mich derweil, ob wir dieses Mal auf mehr Leute treffen würden und ob es wieder so schrecklich laut werden würde. Am Ziel angekommen wurden wir dann aber überrascht. Die Halle war gut gefüllt, die Band spielte in moderater Lautstärke und dieses Mal gab es sogar Disco-Beleuchtung. Der Wahnsinn! Jonathan stellte uns seinen Freunden und Verwandten vor und ich entdeckte einen meiner Tänzer vom letzten Mal. Wunderbar, das würde ein lustiger Abend werden. Auch wenn mein Spanisch immer noch nicht das Beste ist, aber verständigen werden wir uns schon irgendwie können. Und natürlich wurde auch fast ausschließlich Cumbia gespielt. Irgendwann brauchte ich da mal eine Pause, doch lange zur Ruhe kommt man hier nicht, denn die Jungs/Männer hier sind flott im Auffordern und du hast eigentlich auch keine Chance „Nein“ zu sagen. Denn bevor du das ausgesprochen hast, bist du schon auf der Tanzfläche.

 

Somit verging die Zeit wie im Flug und als wir dann die Fahrt zurück zur Hacienda antraten wurde es langsam wieder hell und die Uhr zeigte 6:22 an. Ohje, die arme Maraike. Sie hatte nämlich Frühschicht am nächsten Morgen….

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