Auszeit – Chile – Woche 17

Der Wecker klingelte um 8 Uhr – mein Vormittag hatte einige To-Dos, die abgearbeitet werden mussten. Die Wäsche war bereits trocken, sodass ich mich gleich ans Packen meines Backpacks machen und da ich ja nur noch eine Nacht in San Pedro hatte, musste ich schon so packen, sodass ich nicht nochmal alles umräumen muss. Nach einem kurzen Frühstück ging es dann mit dem Mountainbike Richtung „Pukará de Quito“. Ich startete nord-westlich des Wohnblocks und fuhr entlang einer Schotterpiste in die Wüste hinein. Eine kleine Oase tauchte vor mir auf, mit Feldern, Bäumen und fließendem Wasser. Hier kann man sich ebenfalls in Hostels einmieten oder auf einem Campinplatz sein Zelt aufschlagen. Die Straße rüttelte mich gut durch und nach gut 20 Minuten war ich am Ziel. Mein Rad konnte ich sicher abstellen und auch hier wurde eine Eintrittsgebühr fällig. Zunächst beschloss ich auf den Mirador zu steigen, denn von dort hat man sicherlich nochmal einen guten Überblick über San Pedro und die nähere Umgebung. Allerdings unterschätzte ich die Laufweite bis zum Punkt doch sehr. Denn der eigentliche Mirador war von unten gar nicht sichtbar gewesen. Mit jedem Meter und jedem Anstieg mehr, wurde mir klar – dass Ende hast du noch nicht erreicht. Schließlich erblickte ich ein Kreuz – dies war nicht wirklich ein Gipfelkreuz im klassischen Sinne, sondern hatte mehr den Anschein ein Altar zu sein – gleichzeitig war es aber auch der Mirador. Von dort hatte man nicht nur einen wunderbaren Blick auf San Pedro, sondern konnte auch nochmal die andere Seite des Valle de Marta/Muerte erblicken. Und da die Atacama Wüste sich weit erstreckt, konnte man auch wunderbar in die Ferne schauen. Ein wirklich besonderer Moment. Schon fast dem Himmel etwas nah, auch wenn man hier gerade mal auf vermutlich knapp 2800 h/m steht.

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Die Zeit drängte nun leider etwas und somit konnte ich die Ruinen der vergangenen Zeiten nicht noch selbst begehen. Aber während des Rückwegs konnte ich die gesamten Ruinen wenigstens sehen und ein paar Fotos als Erinnerung schießen.

In einer Rekordzeit von gut 15 Minuten legte ich den Weg zum Hostel zurück. Dann schnell ausgecheckt, Rucksäcke geschultert und auf zum „Chill Hostel“ – zum Glück lag dies auch nur einen Wohnblock entfernt, sodass ich nur kurz viel zu tragen hatte. Hinter einer unscheinbaren Türe verbarg sich ein gemütliches Hostel mit schönem Innenhof und sehr netten Eigentümern. Ich war in einem reinem Mädelszimmer untergebracht und während des Tages kamen eine Japanerin und zwei Französinnen dazu. Ebenfalls auf dem Zimmer war eine sehr nette Argentinierin, die nur einen Kurzurlaub in Chile machte, denn sie musste ihren Resturlaub noch aufbrauchen. Ich hatte noch eine Tour offen und zwar die Thermen von Puritama. Am letzten Tag wollte ich dann doch nochmal entspannen und da ich die Thermen  nicht anders erreichen konnte, war dies eine gute Möglichkeit. Die Tour sollte um 14 Uhr starten und da ich dann leider schon etwas spät dran war, ging ich ohne Mittagessen direkt zum Treffpunkt. Allerdings dauerte es dann doch etwas länger, bis der Bus mich endlich abholte – da hätte ich locker noch etwas essen können. Naja, dann eben am Abend eine größere Mahlzeit – zum Glück hatte ich ja noch Kekse und Müsli-Riegel im Gepäck.

Dann ging es weiter in den nördlichen Teil der Atacama Wüste, oberhalb von San Pedro. Wieder Faszination Wüste – mehr Berge, eine etwas andere Landschaft, aber definitiv – Wüste! Leider kann man es auf Fotos gar nicht so festhalten, wie das menschliche Auge es sieht. Dazu bräuchte man dann vielleicht auch mal ein ordentliches Objektiv! Da ich beim Fahrer saß, kamen wir irgendwann ins Gespräch – mas y menos – denn mein Spanisch ist einfach noch nicht gut genug, um sich richtig zu unterhalten. Er ist Chilene, heisst Ivan und fährt seit geraumer Zeit die Touristen auf den Touren in der Atacama-Wüste quer durch die Wüste. Dadurch konnte er auch ein paar Wörter Deutsch sprechen – sehr gut! Aber die Deutschen sind ja auch leider überall und jeder ist versucht ein paar Wörter unserer Sprache zu lernen. Aber so kommt man dann auch mal ins Gespräch und es verkürzt einem die Fahrt. An den Thermen angekommen, sah man erstmal nur eine Schlucht – in der selben Farbe wie zuvor schon etliche Kilometer entlang der Straße. Je weiter wir in die Schlucht kamen, desto mehr zeigte sich eine kleine Oase. Hier wird das Wasser über 8 Naturpools weiter ins Tal geführt. Es stammt aus einem der aktiven Vulkane und kommt mit gut über 30 °C am ersten Pool an – im Winter oder nachts sicherlich eine tolle Sache – nachmittags im November – najjaaa, etwas zu war für meinen Geschmack – jedoch weiter unten kühlt sich das Wasser dann etwas ab – also macht ich mich nach dem 2. Pool auf den Weg weiter runter – immer wieder gab es kleine Einstiege in die Pools und die Leute entspannten bei herrlichem Sonnenschein. Einmal drin konnte man endlich mal die Seele baumeln lassen – sich vom Wasser der kleinen Wasserfälle massieren lassen oder einfach die Aussicht genießen. Aber wenn man dann aus dem Wasser wollte, passierte ein Phänomen – man fing an zu frieren. War es der Wind? Oder hatte der Körper sich an die andere Temperatur gewöhnt? Auf jeden Fall brauchte man erstmal ein Handtuch und trocknete sich schnell ab, setze sich in die Sonne und nach kurzer Zeit war der Körper wieder temperiert. Hatte ich so auch noch nicht erlebt. Nachdem ich am letzten Pool angekommen war, arbeitete ich mich langsam wieder bis nach oben. Verweilte ein wenig und zuletzt ging es dann in den ersten Pool – da es nun schon 17 Uhr war, hatte sich die Außentemperatur auch etwas abgekühlt und die Wärme des Pools tat richtig gut. Um 18 Uhr musste die Gruppe dann wieder am Parkplatz sein und dann hieß es um 17:30h auch Badeschluss. Schnell umziehen und raus aus der Schlucht. Für den Rückweg braucht man (gemütlich) auch gut 10 Minuten! Am Bus angekommen, ging es dann auch gleich wieder retour Richtung San Pedro und so langsam bekam ich auch richtig Hunger!

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Der Bus ließ mich in er Nähe des Hostels aussteigen, denn bevor ich an einem der einheimischen Restaurants noch etwas essen wollte, wollte ich mich noch schnell Duschen und in taugliche Klamotten für den Abend werfen. Inzwischen war es dann schon nach 19 Uhr und ich vermutete (zurecht), dass die entsprechenden kleinen Restaurants evtl. nicht mehr geöffnet waren. Mit der Argentinierin zusammen machte ich mich dann aber doch noch auf den Weg. Sie wollte noch nach ein paar Souvenirs Ausschau halten und ich hatte noch ein typisches Essen auf dem Plan. Ein paar der Buden hatten noch geöffnet, aber welche nehme ich denn nun? Die, an die ich zuvor gedacht hatte, hatte leider schon geschlossen und somit musste ich mich für eine der anderen entscheiden. Da ich gerne Pollo de Horno probieren wollte, entschied ich mich dann entsprechend und hatte nach kurzer Wartezeit schon den ersten Gang des Menüs auf dem Tisch stehen – eine Cassuela. Die hätte mir dann auch fast schon gereicht, denn in Chile bekommt man ordentliche Portionen auf den Teller. Sehr lecker! Als Hauptgang kam dann endlich das Hühnchen, zusammen mit Bratkartoffeln und einem kleinen Salat. Einfach, aber sehr gut! Die kleinen Buden sind eben die besten und für ein Menü zahlt an hier auch nur $ CLP 3.800 + Trinkgeld (dass man allerdings nicht zahlen braucht, es ist nur eine Empfehlung! Wusste ich so bisher aber auch nicht!)

Der Transfer zum Flughafen am nächsten Morgen sollte ab 7 Uhr stattfinden – dementsprechend „früh“ versuchte ich zu schlafen, was natürlich nicht funktionierte. Die Argentinierin hatte die Geysir Tour gebucht und war entsprechend früh auf den Beinen. Da ich immernoch keinen besonders tiefen Schlaf zu haben scheine, war ich direkt wach, als sie aus dem Bett aufstand. Und im Halbschlaf schaute ich dann etwas später auf die Uhr und hatte wohl die Uhr falsch gelesen, denn erstens wunderte ich mich, dass mein Wecker nicht geklingelt hatte und zweitens war es eigentlich noch viel zu Dunkel für die Uhrzeit. Ich verschwand also ins Bad, machte mich fertig und packte die letzten Sachen. Dann schaute ich nochmal auf die Uhr und durfte feststellen – eine Stunde zu früh!!! Also nochmal ab ins Bett – in voller Montur! Die Nacht war eh schon gelaufen, aber dann könnte ich mich zumindest nochmal in die Wärme legen. Pünktlich um 7 Uhr stand der Transfer vor der Tür. Noch ein Pärchen wurde von einem anderen Hostel abgeholt und los ging die Fahrt zum Flughafen nach Calama. Allerdings zahlten die beiden pro Person weniger als ich. Das verwunderte mich etwas. Denn laut Aussage von mehreren Hostels kosten die Transfers alle gleich. Jedoch zahlte ich $ 12.000 CLP und die beiden zusammen nur $ 20.000 CLP. Ich tat meinem Unmut Kund und der Fahrer meinte nur etwas trotzig, dass er nicht die Preise macht, Ja ne, is klar! Trotzdem eine Unverschämtheit. Mein Morgen war also gelaufen – zwar nicht viel Geld an sich – aber bei sowas geht es für mich um das Prinzip. Aber so ist es ja in einigen Touristikbereichen – die Leute werden einfach über die Ohren gehauen. Und in solchen Momenten wünschte ich mir, dass mein Spanisch einfach schon besser wäre. Dann könnte man zuvor schon mal genauer nachfragen und die Sachen selbst regeln. Naja, mal wieder was gelernt. Allerdings lernt man ja bekanntlich auch nie aus! :-/

Die Fahrt zum Flughafen ging recht zügig, da der Fahrer es anscheinend auch eilig hatte. Inzwischen hatte ich mich mit dem Pärchen schon ein wenig unterhalten und erfahren, dass die beiden aus Tasmanien sind. Gebürtig kommt sie allerdings aus Italien und er aus Südafrika. Beide haben sich in Australien kennen und lieben gelernt und wohnen jetzt also zusammen in Tasmanien. Schon interessant manche Konstellationen (nicht nur im Universum). Da sie ebenfalls den Flieger nach La Serena gebucht hatten, verbrachten wir die Zeit am Flughafen zusammen und umso besser, dass sie später auch zum Busbahnhof wollten, so konnten wir uns ein Taxi dorthin teilen. Der Grund ihrer Reise: Er war geschäftlich in Santiago gewesen und dann hatten sie beschlossen noch zwei Wochen Urlaub dran zu hängen. Die Flüge wurden von seiner Firma bezahlt und die ersten Tage in Santiago im Hotel ebenso. Ich muss defintiv an meiner Strategie bei der Auswahl des Arbeitgebers etwas ändern 😉

Der Flug war nur kurz und es lohnte sich nicht wirklich das Tablet aus dem voll gepackten Rucksack zu befreien. In La Serena angekommen verdeckten Wolken die Sicht auf den blauen Himmel und die Sonne und es war wesentlich kühler als im Norden Chiles. Das Taxi war schnell zur Stelle und der Fahrer war sehr nett und sagte mir, welche Punkte u.a. sehenswert in der Region und in den Städten sind. Mal sehen, was ich davon besuchen werde.

In La Serena hatte ich wieder die Möglichkeit bei einem Couchsurfer zu übernachten. Da er aber noch arbeiten musste, musste ich sehen, wie ich die Zeit bis dahin überbrücken konnte. Zunächst aber verabschiedete ich mich dann von dem netten Pärchen, denn die beiden fuhren weiter in die Pisco Region, genauer gesagt ins Valle de Elqui. Dort wird der beste Pisco des Landes hergestellt und es soll eine tolle Gegend sein um sich zu entspannen. Na, vielleicht bekomme ich ja die Möglichkeit innerhalb der 3 Monate dort mal vorbei zu schauen.

Meinen großen Backpack ließ ich im Busbahnhof für $ 1.500 CLP bewacht zurück und machte mich auf die nähere Umgebung zu erkunden. Auf den ersten Blick machte die Stadt einen guten Eindruck. Direkt nebenan gab es ein größeres Einkaufszentrum und da ich dringend noch Geld brauchte, war das also mein erstes Ziel. Ich entdeckte eine AFEX Wechselstube, wollte aber erstmal schauen, ob ich nicht einen Automaten von der Scotia-Bank ausfindig machen konnte, denn bisher musste ich bei den Automaten mit meiner Debit-Visa Karte keine Gebühren zahlen. Sonst werden immer $ 4.000 – 5.000 an Gebühren erhoben und das wollte ich gerne vermeiden. Leider gab es dort aber keinen Automaten und somit ging es zurück zur Wechselstube. Etwas über 100 € hatte ich noch im Portemonaie und die waren dann schnell gewechselt. Zwar war der Kurs nicht der Beste, aber besser wie nix. Ich schlenderte zunächst durch die Mall und war überrascht, welche Läden es hier alle gibt. Auch Puma, adidas, Skechers uvm. Sind hier untergebracht. Und bei adidas konnte man sogar das neue Deutsche Nationaltrikot erwerben. Ja, wir sind hier wohl sehr beliebt. Dann brauchte ich dringend etwas zu Essen, wollte mich aber nicht schon wieder in der Fress-Meile versorgen und entschied mich schließlich ins Diner Johnny Rocket zu gehen. Ein Laden nach meinem Geschmack. Ich bestellte einen Salat mit Crispy Chicken und Honey-Mustard Soße. Verdammt lecker! Dabei fiel mir aus, dass ich schon langer nicht mehr einen guten Salat gegessen hatte. Dazu gab es dann eine Coke Zero mit zusätzlich einem ordentlichen Schuss Zitrone – ebenfalls sehr lecker. So viel Coke, wie ich bisher auf meiner Reise getrunken hatte, hatte ich im letzten Jahr nicht mehr getrunken. Aber langsam konnte ich normales Wasser nicht mehr sehen und die Säfte o.ä. ist hier einfach verdammt süß und wenn kein Zucker drin ist, dann wird mit Stevia oder anderen Süßungsmitteln gesüßt – *bäh*. Ich verbrachte gut 2 Stunden im Diner und hatte meinen Spaß an der Bedieunung. Denn alle 30 Minuten bekam man eine kleine Tanzeinlage zu sehen, oder die Geburtstagskinder bekamen ein besonderes Ständchen. Ja, hier fühlte mich richtig wohl. Somit verging die Zeit auch recht fix.

Mein Couchsurf-Host Julio holte mich dann vom Busbahnhof ab und schnell ging es noch in den Supermarkt um noch Getränke und ein bisschen Verpflegung einzukaufen. Dann wollte er mir unbedingt noch „seinen“ Platz zeigen. Wir fuhren zur Universität von La Serena und als wir auf dem Balkon des Geländes angekommen waren, wusste ich warum es „sein“ Platz war. Von dort hat man einen wunderbaren Blick über die Stadt, die nahe liegenden Berge und ebenfalls Coquimbo, Inzwischen strahlte auch wieder die Sonne vom Himmel. Der bedeckte Himmel scheint aber hier zur Tagesordnung zu gehören, denn jeder Tag beginnt mit einer Wolkendecke und gegen Mittag machen die Wolken Platz für die Sonne. Scheint an der Lage zu liegen, aber genauer nachgefragt habe ich dann auch nicht. Da er gerne für mich kochen wollte, ging es dann direkt zu ihm, im Norden der Stadt. Ein kleiner Komplex mit mehreren 5-stöckigen Hochhäusern – schon eine etwas bessere Wohngegend, aber sowas wäre einfach nichts für mich, auch wenn er eine schöne Wohnung und einen Balkon hatte, aber ich mag an sich  diese Gebäude einfach nicht. Heutzutage aber überall auf der Welt zu finden. Zum Abendessen gab es dann Gnocchi mit selbst gemachter Pesto – vorweg noch leckere Bruschetta. Und als Nachtisch bekam ich dann meinen ersten Pisco Sour – wahnsinnig „sauer“, aber auch sehr lecker. Hier in der Gegend wachsen wohl die besten Trauben dafür. Noch eher im Valle de Elqui, dort kann man dann natürlich auch die entsprechenden Weingüter besichtigen und sehen, wie Pisco hergestellt wird.

Julio war eher dem Pisco-Cola zugetan und im Nachgang merkte man schon, dass der Pisco auch gut ein paar Umdrehungen mehr hatte. Zum Essen gab es vorher auch Wein, somit war ich etwas angeduselt. Es war bis dato auch noch nicht ganz klar, wo ich denn schlafen würde, denn eine Couch war hier nicht zu sehen. Aber da sein WG-Mitbewohner aktuell im Süden Chiles unterwegs war, konnte ich dessen Zimmer benutzen und hatte ein riesiges Bett zur Verfügung. (Gott sei Dank!)
Am nächsten Morgen musste Julio früh raus, da er für die Arbeit an diesem Tag 300 km gen Süden fahren musste. Somit hatte ich die kleine Wohnung dann für mich und konnte schlaten und walten, wie ich wollte. Da es draußen eh noch bewölkt war, entschied ich mich dafür in Ruhe zu frühstücken und an meinem Blog weiter zu schreiben. Der Bericht der letzten Woche musste noch fertig gestellt werden. Nach getaenem Werk machte ich mich dann zu Fuß auf die Stadt zu erkunden. Durch den alten Teil der Stadt führte der Weg mich dann zu einem kleinen Park mit einem zoologischen Garten. Da kein Eingang in Sicht war, lief ich prombt in die falsche Richtung und durfte fast einmal den kompletten Park umlaufen. Von der anderen Seite sah der Park zunächst auch eher oll und nicht mehr gut in Schuss aus. Vom Haupteingang aus kam man direkt auch in den kleinen Zoo. Ein wirklich kleiner Zoo, aber teilweise werden hier doch große Tiere gehalten. Würde es in Deutschland vermutlich so nicht geben. Neben Strauß und Guanaco leben dort auch eine Riesenschildkröte, ein Condor, Ziegen, ein Emu, mehrere Wellensittiche und weitere Vögel. Ebenso ein paar Hühner und Hähne, wobei es sich hier auch teilweise wieder um Mutanten zu handeln scheint:

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Über Couchsurfing hatte ich noch einen weiteren Kontakt in La Serena und da er am Nachmittag Zeit für mich hatte, verabredeten wir uns in der Nähe vom Faro am Strand. Vorher zog es mich aber noch in den Japanischen Garten. Ein, wie ich finde, ganz besonderer Ort. Hier hat man ein kleines Paradies geschaffen und für nicht mal 2 € kann man die Ruhe und Vielfalt dieses Gartens genießen.

Danach machte ich mich weiter zu Fuß auf den Weg durch die Stadt Richtung Strand. Das erstmal Mal fühlte ich mich wohl und hatte keinerlei Bedenken, in der Stadt alleine zu Laufen. Gut 20 Minuten später war ich am Faro und auch hier schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Nebendran waren Bauten, die durch Erdbeben anscheinend in Mitleidenschaft gezogen wurden und sich selbst überlassen werden. In erster Reihe entlang der Promenade standen wieder die Hochhäuser, aber nicht so hoch, wie man es von anderen Küstenstädten her kennt. Der Wind peitscht einem ordentlich durchs Gesicht und Baden ist hier auch nicht gestattet. Die Gischt und Wellen sind einfach zu heftig. Zu Fuß traf ich dann auf Jose und wir liegen zusammen den Strand entlang. Unterhielten uns über dieses und jenes und schließlich lud er mich auf eine kleine Stadtrundfahrt ein. Mit seinem Auto ging es dann zu ein paar hübschen Ecken in der näheren Umgebung. Ein Aussichtspunkt in Coquimbo und ein toller Strand ein wenig die Küste hinauf. Schön, wenn man auf solche Menschen trifft. Sehr nett und hilfsbereit. Hätte ich and ein wenig die Küste hinauf. Schön, wenn man auf solche Menschen trifft. Sehr nett und hilfsbereit. Hätte ich so gar nicht erwartet.

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Abends traf auch Julio wieder ein und netter Weise holte er mich dann mit dem Auto aus der Altstadt ab und wir fuhren noch gemeinsam zum Supermarkt – denn ich war dran mit kochen. Da ich lieber backe oder Salate mache, war das eine kleine Herausforderung für mich. Mit Gemüse zu Reis und zum Nachtisch Eis wollte ich mich quasi auch bedanken. Da Julio aber passionierter Hobbykoch ist, war er von meinen Kochkünsten nicht so angetan, aber ich habe es wenigstens versucht und bin mir im Nachgang sicher – Kochen wird meine Leidenschaft definitiv nicht. Inzwischen war die Stimmung auch mal wieder gekippt. Weswegen genau, auch mal wieder keine Ahnung. Vielleicht auch, weil er mich am Vorabend nicht massieren durfte?! -.- Da es am nächsten Morgen auch wieder früh zur Arbeit musste, musste ich gleich mit raus und um 7 Uhr klingelte dann der Wecker. Am Abend zuvor hatte ich Jose noch gefragt, ob er nicht Lust auf ein Frühstück hatte. Er lud mich dann zu sich ein und brachte mich dann gegen Mittag zum Busbahnhof. Einen neuen Freund in Chile habe ich jetzt also. Ein echt netter Kerl, mehr aber auch nicht. 😉

Am Busbahnhof angekommen wurde schon fleißig von mehreren Busbegleitern für Ovalle geworben. Kurzer Preis-Check und mein Patz im Bus war sicher. Klein, aber fein. Die ganze Fahrt lief Latino-Musik und die Landschaft lohnte ein paar Blicke mehr. Plötzlich blieb der Bus dann stehen und es ging nicht mehr weiter. Stau in einer Baustelle, aber keine wusste, was genau los war. Ich wollte meinem Kontakt von der Hacienda Bescheid geben, dass es evtl. etwas später werden könnte, doch leider hatte ich inzwischen keinerlei Internet mehr. Vermutlich aber auch dem Netz geschuldet. Dann also doch einen Anruf tätigen und dann war auch da plötzlich die Verbindung weg. Mhhh.. und jetzt?
Endlich ging es weiter und mit gut 20 Minuten Verspätung, aber immer noch rechtzeitig, kam der Bus dann in Ovalle an. Man wurde gefragt, wo man aussteigen möchte und die meisten stiegen dann in der Ortsmitte aus. Ich musste aber zum „Terminal de Buses“ in Ovalle und musste das irgendwie verständlich machen, da der Bus da wohl eigentlich nicht hält. Aber irgendwie wurde es dann verstanden und nahe der Station konnte ich aussteigen. Katharina (so heisst das Mädchen, dass mich abholte) war inzwischen auch mit dem Einkauf fertig und machte sich auf den Weg zum Terminal. Dachte ich .. aber bis sie dann kam verging dann doch noch ein bisschen Zeit. Da hätte ich ihr auch nicht Bescheid geben brauchen – naja, die deutschen Tugenden halt.

Dann endlich tauchte sie auf und wir luden mein Gepäck irgendwie in den Pick-Up. Der Einkauf nahm ziemlich viel Platz in Anspruch, aber was nicht passt, wird eben passend gemacht 😊 Ab zur Tankstelle und dann gut 1 ½ Stunden durch „Gegend“ Richtung Rio Hurtado und zur Hacienda. Plötzlich tauchte ein Stausee auf, auf dem viele anscheinend zum Kitesurfen unterwegs sind. Damit hatte ich ja gar nicht gerechnet, Chile hat viele Überraschungen parat. Jetzt fehlt nur noch die Sichtung eines Kondors und eines chilenischen Pumas und ich bin glücklich.

Auf der Fahrt hatten wir viel Zeit uns zu beschnuppern und darüber zu quatschen, wie wir jeweils auf die Hacienda aufmerksam wurden. Katharina ist 24 und für ein Jahr auf der Hacienda angestellt. Sie übernimmt inzwischen einen Teil der Verwaltungsaufgaben, arbeitet die Praktikantinnen ein und kümmert sich aktuell auch um die Aufgaben, die Elke sonst macht. Elke ist die eigentliche Verwalterin, ist aber aktuell im Urlaub und möchte sich etwas aus der Verwaltung zurückziehen. Sie kümmert sich auch um das Observatorium und Astro-Fotografie. Gerade dieser Bereich interessiert mich auch sehr und ich bin gespannt, was ich da von ihr lernen kann. Aktuell gibt es noch eine weitere Praktikantin, Maraike, 18 Jahre. Sie ist schon ein paar Wochen hier und bleibt insgesamt 4 Monate. Demnächst wird noch eine weitere Praktikantin dazu kommen, damit die Hacienda in der Hauptsaison genügend Kräfte zur Verfügung hat.

Ich befand mich irgendwie etwas in einem Parallel-Universum, aber in den letzten Tagen war ja auch viel passiert und ich war gut unterwegs gewesen. Jetzt war ich endlich am ersten wirklichen Ziel angekommen und konnte mich häuslich einrichten – mit meinen wenigen Dingen, die ich mit auf meine Reise genommen hatte. Ich bezog ein Zimmer in einem der „Angestellten“-Häuser, zusammen mit dem Koch Luis und Elke, die aktuell ja noch im Urlaub ist. Die nächste Praktikantin bezieht dann  noch das letzte Zimmer und dann ist das Haus auch voll. Mit ihr teile ich mir dann auch ein Bad und die Küche und der Wohnraum ist natürlich für alle gedacht. Das kleine Haus befindet sich direkt an der Zufahrt zur Hacienda Los Andes, nebenan gleich ein kleiner Reitkreisel. Den nutz Luis wohl ab und an um mit seinen Pferden Rodeo zu trainieren, vielleicht bekomme ich das ja mal zu sehen. Seine Pferde stehen auch ganz in der Nähe, die Pferde der Hacienda stehen leider etwas weiter auf dem Land auf einer Koppel und man braucht gut 30 Minuten zu Fuß um sie zu erreichen. Dafür leben sie dort aber in einem grünen Paradies. Zur Hacienda gehört neben dem Observatorium noch ein Campingplatz und hinter dem Haupthaus gibt es einen riesigen Obstgarten. Hier können Pfirsiche, Limetten, Zitronen, Äpfel, Birnen, Granatäpfel, Feigen und andere Köstlichkeiten gepflückt werden – je nach Jahreszeit.

Am nächsten Tag stand Einarbeitung auf dem Programm. Katharina zeigte mir zunächst alle wichtigen Gebäude und Bereiche und später ging es dann an die Rezeption. Schon viel für die ersten Tage – aber das wird schon werden. Wir arbeiten hier in einem Schicht-System und die ersten Tage werde ich mit ihr zusammenarbeiten, sodass sie mir auch noch einiges zeigen kann. An meinen ersten beiden Tagen waren noch 4 Gäste vor Ort und Maraike war von einem der Mehr-Tagestouren (zu Pferd) zurückgekommen. Das wird für mich auch noch ein kleines Abenteuer – alle Pferde-Touren kennen lernen, wie wird hier geritten und wie klappt die Verständigung mit dem Guide? Von der Hacienda aus führt ein Wanderweg 3 Stunden durch die nähere Umgebung. Einen Teil bis zum „Noodie Island“ habe ich mir bei einem ersten Spaziergang schon mal angesehen. Wirklich idyllisch, ein Paradies für Kinder und kleine Abenteurer. Auf einem Campingplatz können auch Reisende mit kleinerem Budget ihr Zelt aufschlagen. Entlang des Planeten-Wegs gelangt man zu schönen Plätzchen am Rio Hurtado. Hier werde ich sicherlich eine schöne Zeit verbringen.

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Morgens arbeiten wir mit Rosa zusammen, der gute Geist des Hauses – sie kümmert sich um alle Haushaltsaufgaben, z.B. auch die Wäsche und Reinigung der Zimmer – wir assistieren ihr. Bei der Nachmittagsschicht kümmert man sich um anfallende Arbeiten im Haushalt, geht in den Garten um zu Pflücken, hilft beim Kochen für das Abendessen oder arbeitet an der Rezeption. Für die Hacienda arbeiten: Zwei Köche, eine Haushälterin, ein Gärtner und ein „Huaso“, der sich liebevoll um die Pferde kümmert und bei weiteren Arbeiten auf der Hacienda unterstützt. So habe ich mir das fast vorgestellt. Die Hacienda war ehemals ein Bauernhof, der einem reichen Chilenen gehört hat. Irgendwann kaufte ein deutsches Paar die Hacienda auf und wandelte Sie zu einem Gästebetrieb + Restaurant um. Bis heute wechselten noch 2 Mal die Besitzer und leider ist im Juli diesen Jahres der letzte Besitzer an Krebs verstorben. Aber seine Frau, eine Chilenin, führt den Betrieb weiter, muss aber noch viel in Sachen Nachlass regeln und ist aktuell in der Welt unterwegs. Ich bin gespannt, wie es mit der Hacienda hier weitergehen wird. Jetzt steht erstmal Einarbeitung auf dem Programm und die Umgebung kennenlernen. Auf die erste Reittour bin ich gespannt und wie ich mich hier mit meinem aktuellen Spanisch so durch den Tag schlagen werde. Die ersten Erkundungen um die Hacienda habe ich bereits gemacht und habe tolle Plätze gefunden. Hier lässt es sich gut aushalten. Nur mit den Spinnen und weiterem Getier, da stehe ich noch auf Kriegsfuß – aber Gott sei Dank gibt es dafür hier entsprechende Sprays. 😊

Dann ging es auch endlich noch zu den Pferden. 5 Stück sind im Besitz der Hacienda. Dazu noch ein Muli und eine Kuh, die wird teilweise auch fürs Pferdetraining und Rodeo eingesetzt. Bin gespannt, ob ich das mal zu sehen bekomme. Aber bisher steckt das auch noch in den Kinderschuhen.

Alles in Allem ist man hier mitten in der Natur und kann wunderbar abschalten. Vermutlich ist es genau das, was ich jetzt brauche. Also alles richtig gemacht!

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