Auszeit – Camping San Vicente – Woche 7

Diese Woche began stürmisch. Das lag dann aber eher am Wetter, als an der Stimmung. Der Herbst ist also nun auch hier angekommen. Durch den Wind vom Meer traten die Wellen nun bis an die Dünen heran. Tagsüber war also an einen Spaziergang am Strand nicht zu denken. Irgendwann setze auch noch der Regen ein. Gut, dass ich wieder arbeiten musste.

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Allerdings stand ja der Besuch der Biker aus Frankreich an, somit musste ich bei den Bungalows in erster Reihe noch die Fenster putzen. Von außen dann wohl erst am nächsten Tag. Und zu guter Letzt musste ich dann doch nochmal umziehen, da der Bungalow für bis zu 6 Personen reicht. Jetzt bin ich etwas weiter bei den Toiletten/Duschen in einem Bungalow, der max 4 Personen beherbergen kann. Da kann ich jetzt aber bis zum Schluss bleiben. Der Herbst hatte nur ein kurzes Gastspiel – einen Tag. Wenn das nur in Deutschland mal so wäre.

Am Wochenende war dann Vollzeitbeschäftigung Marco angesagt. D.h. Spielplatz, Campingplatz, zwischendurch noch etwas Siesta und wenn der kleine Mann nicht das bekommt, was er will, wird laut geschrien oder sich weinend auf dem Boden gewälzt. Jaaaaa…ich weiss schon, warum ich KEINE Kinder will. Eine kleine Version von mir? Ohje, das würde, glaube ich, nicht lange gut gehen. 😉

Am Samstag fuhren dann nach und nach die Biker aus Frankreich ein. Insgesamt sind es nun 40! Es scheint ein Biker-Club zu sein. Viele ältere Männer und auch Pärchen. Nur zwei Jüngere sind dabei. Und Franzosen können ganz schön laut sein und VIEL trinken. Ein Mann kümmert sich wohl um die Organisation, denn er taucht immer wieder an der Rezeption auf und hat Fragen, will Getränke runterhandeln und meint dabei immer Körperkontakt suchen zu müssen – Gott sei Dank nicht bei mir.

Während der letzten Wochen hatte ich noch mehrere interessante Begegnungen und Unterhaltungen. U.a. eine Frau aus den USA, die sich hier in den Bergen ein kleines Haus gekauft hat, welches allerdings komplett renoviert werden muss. Sie war mit einer Freundin aus der Schweiz da, die ab Montag dann auf Ihre Katze aufpasst, wenn sie auf Besuch in die USA fliegt. Wir hatten zwei sehr nette Gespräche, die mich zum Nachdenken gebracht haben und ich bin froh, dass uich die Dame getroffen habe. Sie hat mir Mut zugesprochen und meinte „If I were your mom, I would be proud of you!“ Sowas hört man doch sehr gerne und dann noch von jemand völlig fremden. Da musste ich mich dann doch kurz sammeln, denn damit habe ich nun gar nicht gerechnet. Leider kommt sie erst am 30. September aus den USA zurück, sonst hätte sie mich mal mit zu ihrem Haus in den Bergen genommen. Na, wer weiss, ob sich unsere Wege nicht nochmal kreuzen.

Am Wochenende habe ich dann auch die Entscheidung getroffen, wo ich als nächstes hinreisen werde. Gut, die Preise bei Ryanair haben die Entscheidung etwas vereinfacht 😉 – jetzt hoffe ich nur, dass der Flug nicht noch gestrichen wird. Aktuell streicht Ryanair die Flüge, aufgrund von sinkender Pünktlichkeitsrate auf aktuell 80%. Anscheinend Fehler bei der Urlaubsplanung der Crews – naja, das glauben wir mal nicht. D.h. nun also, ich werde nach Teneriffa fliegen und mir zuvor noch Valencia ein paar Tage anschauen. Mal ganz Touri sein und machen, wonach mir der Sinn steht. Das war ja auch mein eigentliches Wollen – ich mach mir die Zeit, wie sie mir gefällt (na, wer hat gemerkt, an wen der Spruch angelehnt ist?)

Montag war wieder frei – allerdings zunächst mit Hindernissen. Der Abfluss an den Toiletten/Duschen der Männer war verstopft und das wirkte sich leider auch auf meine Toilette aus. Somit mussten Ivan und Willian erstmal ran an die „Drecksarbeit“ und ich half, soweit ich konnte. Gegen Mittag noch schnell was gegessen und wieder ab aufs Rad. Dieses Mal wieder Richtung Tavernes und ab zu den Bergen. Wieder ein paar Caches auf der Liste, ging es zunächst zum „Torro“ – dem Stier. Mit Dem Fahrrad gestaltet sich das allerdings etwas schwierig, denn man muss teilweise Hauptstraßen entlang fahren und ich bin mir nicht ganz sicher, ob das überhaupt erlaubt ist. Die letzten Meter zum Stier bestritt ich dann zu Fuß und fühlte mich wieder an den Urlaub 2015 mit Christina erinnert. Denn da waren wir auch an einem der Osborne Stiere. Schöner Urlaub!

Auf dem Weg zum Fahrrad dann den ersten Cache des Tages gesucht und fast nicht gefunden, aber gut, dass ich nicht aufgegeben habe, so konnte ich mich noch erfolgreich eintragen.

Ab zu Nr. 2 und am Fuße des kleinen Berges war mir klar – das schaffst du nicht mit dem Rad, da musst zu Fuß hoch. Gut 15 Minuten später stand ich auf dem „Mirador“. Von dort hat man einen schönen Überblick über das Umland und die Küste. Und es war niemand sonst da. Also, wenn man seine Ruhe haben will, kann man das hier oben auf jeden Fall! Der Cache brauchte auch einen zweiten Anlauf. Nach einer kurzen Pause versuchte ich mein Glück nochmal und wurde auch fündig. 😊

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Dann ging es geradewegs nach Tavernes. Ich hatte mir an den Bergen einen kleinen Trail abgespeichert und von der D & T-Wertung her, sollte der eigentlich zu schaffen sein.

Der erste war nach kurzer Suche gefunden, doch schon an Station 2 hatte ich meine Schwierigkeiten – also passend zur T-Wertung ist das hier nicht. Mindestens eine 2,5 – aber gut, vielleicht wird das hier auch anders gesehen. Beim ersten Anlauf habe ich dann nach 30 Minuten aufgegeben und bin weiter entlang des Wanderweges gelaufen, um zu sehen, ob ich evtl. am 3. Cache eine Chance hätte – aber die Zeit lief gegen mich. Da ich heute auch erst spät gestartet bin, war klar, hier komme ich vielleicht nochmal mit mehr Zeit hin. Zurück zum 2. Cache des Trails – und siehe da, wenn man mal seinen Kopf einschaltet und an das erste Versteck dabei denkt, dann findet man auch den Nächsten. Somit heute – kein „Did not find“ 😊

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Bevor es wieder zurück ging, drehte ich noch eine Runde durch Tavernes. Eine kleine, schöne Stadt, die teilweise etwas verschlafen daher kommt aber genauso belebte Teile hat. In Spanien spielt sich das Leben meist auf Plätzen ab. Wo sich alle treffen können, die Kinder evtl. noch Spielgeräte haben und Cafès ihre Tische bereit stellen. Wie schon vorher mal beobachtet – Familie und generell das Zusammensein spielt hier eine große Rolle – finde ich toll!

Fakt: Ich bin definitiv auch kein Einzelgänger und bin gespannt, wie einsam ich mich in den nächsten Tage noch fühlen werde und wie es mir damit wohl geht. Aber es kommen die Woche ja endlich weitere Workawayer, so habe ich dann hoffentlich wieder etwas mehr Anschluss.

Als nächstes auf meiner To-Do-Liste:

  • Eine Bleibe in Valencia finden – Zur Auswahl: AirBnB, Couchsurfing oder Hostel
  • Auto auf Teneriffa mieten
  • Nach Unterkünften dort Ausschau halten und die Route ungefähr festlegen
  • Sehenswürdigkeiten in Valencia recherchieren

Aber ich bin ja in meiner Auszeit – also schön… DESPACITO!

Auf dem kleinen Campingplatz hier bleiben die Leute meist nur ein paar Tage, übers Wochenende oder gleich Wochen. Die, die auf der Durchreise sind, meist nur eine Nacht. Dabei kam ich auch mit zwei Jungs ins Gespräch, die mit ihren Cross-Motorbikes durch Spanien fahren. Es stellte sich heraus, einer der beiden kommt sogar aus Essen und studiert dort Biologie/Wissenschaften! Ja, die Welt ist klein. Und wenn man bedenkt, dass Natalie (die Mutter von Marcos) auch aus Essen kommt – schon witzig. 🙂 Da kommt man an einen kleinen Ort an der Ostküste in Spanien und schon sind 3 Essener versammelt.

Highlights der Woche:

  • Ich habe ein „BonBon“ probiert – Kaffee mit süßer Dosenmilch, wird hier oft getrunken.DSC_0669
  • Zu Mittag gab es mal KEINE Paella *juhu*dsc_0668.jpg
  • Mit Ximo war ich in einer Bar neben dem Campingplatz, dort gibt es so genannte „Pinxtos“ für 1 € – ich würde es als eine Art an Tapas bezeichnen, pro Stück 1 €. Vor meiner Abreise werde ich mich hier nochmal durchtesten – an dem Abend gabs nur eines zum Bier und die anderen Kleinigkeiten sahen schon sehr lecker aus 😀

Inzwischen sind nun noch 3 Helfer über Work-Away hier gelandet. Zwei ältere Damen aus Schottland, wobei eine der beiden Deutsche ist, sind für Ivan angereist und zwar als Unterstützung für den englischen Unterricht. Sie wollen 3 Monate bleiben. Das wäre hier für mich definitiv zu lange. Dann kam noch Monika, eine Italienerin, die zur Zeit in England lebt. Für sie ist es auch die erste Erfahrung über workaway, allerdings bleibt sie nur eine Woche. Jetzt habe ich aber endlich jemanden, der sich dann auch mit um Marcos kümmern kann. So kann ich mir nochmal einen Tag frei nehmen, bevor es für mich dann nach Valencia geht. Zusammen machten wir an ihrem ersten Tag noch einen Spaziergang am Strand und ich zeigte ihr ein bisschen die Gegend. Sie scheint aber eher eine „Einzelgängerin“ zu sein und das Nachtleben ist nicht so unbedingt ihr Ding. Mal sehen, wie sie mit Marcos zurecht kommt, denn sie meinte, sie ist jetzt nicht unbedingt ein Profi in Sachen Kinder – aber, wer ist das schon!?

Donnerstag-Abend stand noch Live-Musik auf dem Programm. Die Franzosen hatten Ihren Spaß und ich hatte das Gefühl auf dem Mars zu sein. Aber einfach funktioniert ja meistens. Somit kommen die Gäste hier auf Ihre Kosten und in der Kasse klingelt es ordentlich. Gewusst, wie!DSC_0625

 

 

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