Auszeit – Camping San Vicente – Woche 6

Erstens kommt es anders und Zweitens, als man denkt. Wie oft wird sich dieses Sprichwort wohl noch im Laufe der weiteren Auszeit bewahrheiten?

Das Wochenende verlief soweit ganz gut und Daniel und ich konnten Marco(s) gut beschäftigen. Aber erst ist schon echt sehr anstrengend und braucht ganz viel Aufmerksamkeit. Er hat auch absolut kein Problem damit zu anderen Personen/Kindern zu gehen und denen deren Spielzeug weg zu nehmen, komme, was wolle. Dem Jungen muss dringend mal Respekt und Achtung beigebracht werden. Aber das ist nicht meine Aufgabe. Wenn er dann aber doch mal zu weit geht und einen mit Sand beschmeißt, bespuckt und kratzt, muss man dann doch mal konsequent sein. Alles kann man dem kleinen Mann ja auch nicht durchgehen lassen.

Am Sonntagmorgen hat sich dann zunächst Daniel um ihn gekümmert, sodass ich Zeit für mich hatte. Zum Nachdenken bzw. den Gedanken mal freien Lauf lassen, ist ein Strandspazierung immer eine richtige Wahl. So ging es für mich am Strand Richtung Süden – soweit die Füße tragen. Dabei landete ich dann am Nacktbadestrand. Da gibt’s Dinge, die will man einfach nicht sehen -.-. Den Weg zurück wollte ich teil durch die Dünen gehen und ich würde den Männern raten – tut das nicht, außer ihr seid auf etwas aus. Zumindest schlichen dort ein paar seltsame Gestalten rum.
Hier ein paar Eindrücke vom Strand. Echt eine schöne Ecke, für mich könnte es noch etwas mehr Natur sein. Will mir nicht vorstellen, was hier zur Hauptsaison so los ist.

 

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Nach dem Essen wollte noch ein wenig entspannen, dann musste ich aber in der Küche ran, denn die Terrasse war voll und das Geschirr stapelte sich. Eine kurze Pause und der Kleine brauchte mal wieder Beschäftigung. Schlussendlich war die Arbeit für mich dann gegen 21 Uhr beendet. Ein langer Tag! Daniel war inzwischen auch wieder auf dem Campinplatz. Er wollte eigentlich nach Gandia, um sich die Stadt anzugucken, ist dann aber doch wohl nur durch Xeraco und Umgebung gewandert. Noch kurz gequatscht, ging er dann ins Bett und irgendwas kam mir schon komisch vor. Der Schrank im Bad war geräumt und es machte den Anschein, als wäre etwas Unausgesprochenes im Raum.

Nach dem anstrengenden Wochenende hatte ich mir den Montag frei genommen. Wir dürfen uns hier 2 Tage frei nehmen und ich werde sehen, dass ich das montags und donnerstags mache. Je nachdem, wie meine Hilfe gebraucht wird. Mein Plan für den Tag: Mit dem Fahrrad Richtung Gandia.

Um 6 Uhr wurde ich wach und hörte Daniel nebenan räumen. Warum war er denn so früh schon auf den Beinen? Sonst gar nicht seine Art. Naja, vielleicht konnte er auch nicht mehr schlafen. So zumindest mein Verdacht. Als ich dann um 8:30 aus meinem Zimmer trat, war er weg und zwar mit Sack und Pack. Der Schlüssel lag auf dem Tisch und ich entdeckte noch einen Zettel an der Tür.

Da hatte er sich also tatsächlich aus dem Staub gemacht und wie sich rausstellte, hat er nicht einmal der Familie Bescheid gegeben. Finde ich unmöglich. Wenn, dann sollte man auch so ehrlich sein und zumindest einen Ton sagen, aber, was soll ich sagen…Männer! Und nun? Jetzt darf ich das also verkünden? Ganz großes Kino. Warum muss ich mich immer um die unangenehmen Sachen kümmern? Es darf nicht einfach mal rund laufen, wie? Geht mir langsam echt auf den Keks. So macht das doch alles keinen Spaß.

Den freien Tag konnte ich mir trotzdem nehmen, da, Gott sei Dank, in der Nebensaison ja auch nicht allzu viel los ist. Also Sachen gepackt und ab aufs Rad. Da der Tag auch ziemlich warm werden sollte, war ich froh, nicht arbeiten zu müssen. Hinterher sollte ich aber auch wissen, bei gut 37 Grad ist Fahrradfahren jetzt auch nicht die beste Lösung! Ich hatte mir am Platja Gandia schon ein paar Geocaches gespeichert und nahm diese zum Anlass mir erst einmal den Strand von Gandia anzusehen. Sehr schön, aber leider gibt es hier auch SEHR viele Menschen, die sich gerne alle gleichzeitig am Strand aufhalten. Sonst war fast überall kaum etwas los. Nachdem ich auf dem Weg schon 2 Geocaches gefunden hatte, brauchte ich auch eine Abkühlung. Aber ein Plätzchen zwischen den Tausenden Menschen am Strand zu finden, irgendwie nicht meins. Aber gut, watt mutt, datt mutt und nach 2 Badegängen zog ich mich unter eine Palme zurück. Schatten war jetzt auch genau das Richtige. Kurz gedöst und entspannt, dann ging es weiter auf der Suche nach den Geocaches. Bis auf einen habe ich dann auch alle auf meiner Liste finden können.

Dann musste was zu essen und zu trinken her, also schnell ab in den masymas Supermarkt und eine Fanta Limón und Blätterteigtaschen gekauft. Nach einer kurzen Rast entschloss ich mich dann noch nach Gandia reinzufahren. Wenn ich schon mal da bin, kann ich da ja auch mal einen kleinen Blick reinwerfen. Gandia ist eine typische spanische Kleinstadt mit besonderem Charme. Der Rio der an Gandia vorbei führt, bringt das Grün und die Natur in die Stadt. Ähnlich wie in Barcelona gibt es eine schöne Allee mit Springbrunnen und vielen Bänken und einen kleinen Altstadtteil gibt es auch zu bestaunen. Mehrere Kirchen, von denen ich mir eine auch von Innen angesehen habe und auch kleine Einkaufsstraßen mit teilweise sogar recht teuren Läden. Wer aber richtig shoppen gehen will, der fährt ins „Centrum Commercial“ dort gibt es einige Einkaufszentren und sogar Decathlon und MediaMarkt. Da hätte ich ja auch hier einkaufen gehen können. Hätte man das mal vorher gewusst.

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Fahrrad fahren ist hier auch gern gesehen, zumindest gibt es viele Möglichkeiten für Fahrradfahrer: Auf der Straße, entlang der Straßen oder sogar ein extra angelegter Radweg. Entweder rot oder blau (dann teilt man sich den Weg mit Fußgängern). Den Rennradfahrern ist das aber egal, die fahren schön auf der Hauptstraße, kein Wunder, dass es in den letzten Jahren viele Tote deswegen gegeben hat.

Sport macht man in Gandia wohl auch draßen, zumindest gibt es da ein Outdoor-Sportstudio, hinter dem man auch gleich noch Paintball spielen kann.

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Auf der Rückfahrt machte ich dann nochmal Halt am Strand von Gandia – der am nördlichsten Teil, wie ich finde, am Schönsten ist, denn dort beginnen auch die Dünen.

Dann ging es zurück und endlich am Campingplatz wieder angekommen, war ich froh, dass ich den Tag frei gehabt habe und mir Auszeit von meiner Auszeit nehmen konnte. Nach Arbeit wäre mir heute auch gar nicht zur Mute gewesen.

Zum Abschluss ging es dann nochmal an den Strand und ins Meer. Herrlich – jetzt könnte ich mich langsam dran gewöhnen. Zum Abschluss des Tages, wie passend, gab es dann auch noch ein Radler :).

Am nächsten Tag half ich Willian beim Putzen eines Appartements außerhalb des Campingsplatzes. Dort wird bis zum Dezember eine Engländerin wohnen, die meistens den Herbst/Winter hier verbringt. Wie ich ja auch schon in Torrox feststellen durfte, kommen viele zum Überwintern an die Küste Spaniens und es sind (Gott sei Dank) nicht nur Deutsche. Hier sind dann doch eher viele Franzosen unterwegs.

Zum Mittag gab es, wie überraschend, Paella! Inzwischen habe ich glaube ich alle Varianten mindestens 2x durch – ja, ich kann sie NICHT mehr sehen. 😉

Danach ging es dann noch ans Fensterputzen -.-. Und hier sind es meist Schiebefenster und die sind nicht ganz so einfach zu Putzen und dann noch bei strahlendem Sonnenschein. Naaa super. So langsam mache ich mir Gedanken, ob ich das hier weitermachen möchte, denn eigentlich bin ich ja für den Kleinen hier und da er nun zur Vorschule geht, muss ich natürlich hier bei den Alltagsaufgaben mit anpacken. Aber Putzen ist jetzt nicht wirklich meine Lieblingsaufgabe. Na, mal sehen, wie sich das die nächsten Tage noch so entwickelt.

Den Mittwoch sollte ich mir dann doch statt den Donnerstag frei nehmen, da Paola ebenfalls noch frei hatte. Also, nochmal ab aufs Rad, jetzt aber in die andere Richtung. Wieder ein paar Caches auf der Route, wunderbar. Zunächst steuerte ich den Torre de la Vall in Platja de Tavernes an. Der Cache hier war schon länger nicht gefunden worden, aber ich versuchte mein Glück, forderte es heraus und ..wurde doch noch fündig. Nur leider ließ sich der Cache nicht mehr öffnen. Also leider nur ein Foto-Log.

Der nächste Cache war ebenfalls schon länger nicht gefunden worden und leider war ich hier auch nicht erfolgreich. ☹ Der Strand von Tavernes ist, wie ich finde, nicht sonderlich schön und die Gebäude sind mir auch viel zu nah am Wasser. Jetzt im September ist es schon sehr leer, wie mag es dann wohl erst im Winter sein?

Eindeutig kein Dörfchen für mich. Also weiter…
Bis zum nächsten Cache waren es nun einige Kilometer und zum Glück war es nicht mehr so heiss, wie die letzte Tage. Das Ziel war wieder ein Torre und auch leider hier war der Cache nicht zu finden. Vermutlich gemuggelt, falsche Koordinaten oder einfach nur weg.

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Als Nächstes ging es zum Strand „L’Estany“ und auch hier ist in der Saison vermutlich mehr los. Einzig ein paar vereinzelte Menschen und Fischer waren hier anzutreffen. Die Zielkoordinaten des Caches waren schnell ausfindig gemacht, doch auch hier war, entsprechend der T & D-Wertung, kein Cache zu finden. Na super, irgendwie passend gerade. Entlang des Lago L’Estany de Cullera ging meine Tour weiter und ich war erstaunt, wie schön die Landschaft hier doch sein kann.

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Die nächsten Caches konnte ich dann mit wenig Mühe finden – na, also! Mein Wasser war inzwischen fast aufgebraucht und mein Hunger meldete sich ebenfalls. Bis nach Cullera waren es von der Hauptstraße aus noch gut 1,6 km, von daher entschied ich mich noch weiter zu fahren. Am Stadtrand war ein Lidl ausgeschildert, aber in 5 Min mit dem Auto .. ne, wer weiss, wie ich da mit dem Rad hinkomme. Ein Mercadona lag direkt an der Ecke, nehmen wir doch den. Im nahe gelegenen Park machte ich nun eine kleine Pause.

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Das Castell auf dem Berg macht ja schon was her, aber komme ich da oben mit dem Rad gut hin? Ein kurzer Blick auf die Uhr. *mhhh* Ein Versuch ist es wert, wenn ich schon mal da bin. Ich versuchte mich via Google Maps Offline zu orientieren und fuhr zu einem Platz fast unterhalb am Fuße des Berges. Aber kommt man die Serpentinen hoch?

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Ich sah niemanden und versuchte es auf anderem Wege. Fuhr in die Stadt rein und nahm die öffentliche Straße. Aber schon nach kurzer Fahrt war klar, das schaffe ich so nicht, hier musste ich erstmal schieben. Aber es hat sich mit jedem Fall gelohnt. Ein toller Blick über einen Teil der Ostküste. Und natürlich gab es hier auch einen Cache und weiter entlang des Wanderweges einen Weiteren. Beide waren gut zu finden. Also hatte ich doch noch Erfolg. 😊

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Inzwischen war es aber schon recht spät und da das Rad leider keinerlei Lichter hat, sollte ich zusehen, dass ich zurück am Campingplatz bin, bevor es dunkel ist. Also abwärts – das ging dann natürlich um einiges schneller als der Hinweg. Ein letztes Foto von der Brücke und schnell Richtung Xeraco.

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Der Rückweg war dann in gut 50 Minuten geschafft – da die Dämmerung schon eingetreten war, gab es ein zwei Autofahrer, die mir lautstark mitteilten, was sie von mir hielten. LO SIENTO!!! Geschafft, aber zufrieden ging es später ins Bett.

Donnerstag war wieder Arbeitstag und der stand ganz im Zeichen „Limpio las ventanas“ – hätte nie gedacht, dass Fensterputzen so anstrengend und zeitraubend sein kann! Da mein Kühlschrank wieder aufgefüllt werden musste, machte ich mich nachmittags nochmal auf zum Supermarkt. Abends saß ich dann mit Chimo und Willian beim Nachtessen zusammen und beide erzählten etwas über ihre Familien. Auch wenn mein Spanisch längst nicht so gut ist, dass ich mich gut unterhalten kann, aber verstehen tue ich es ganz gut. Das mit dem Sprechen, das kommt dann noch.. paso a paso!

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