Auszeit – Aufbruch nach Valencia – Woche 8

Unglaublich, aber wahr, inzwischen ist also schon die 8. Woche angebrochen. In den letzten Zügen, bevor es nach Valencia geht, wollte ich noch ein paar weitere Geocaches finden und endlich mal irgendwo in die Berge kommen. Ein Cache, oberhalb von Xeraco, sollte dann die letzte große Ausfahrt gewesen sein. Aber von Vorne:

Morgens besprach ich mit Monika, wie ich die nächsten Tage gerne gestalten möchte und dass ich mir den Freitag gern frei nehmen würde und mich dann Samstag komplett um Marcos kümmern kann. Dann also schnell das Rad gesichert und ab Richtung Gandia Platja. Hier waren noch zwei Caches auf meiner Liste am Strand.

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Ist das Kunst oder kann das weg?

Danach ging es dann in eine Art Naturschutzgebiet, welches zwischen der Autovia und Gandia Platja liegt. Hier ist viel unberührte Natur zu finden. Einen ersten, näheren Blick auf die Berge, bei herrlichem Sonnenschein.

 

Aber der richtige Weg zum Cache musste erst einmal gefunden werden und im dritten Anlauf war ich dann endlich richtig. Ja, die Beschilderung hier lässt zu wünschen übrig. Aber, es scheint auch so, dass es hier jahrelang nicht wirklich gute Pflege betrieben wurde. Aber so hat die Natur auch Zeit sich zu erholen. Leider sind nur die Erklärungstafeln kaum bis gar nicht mehr lesbar und auch die Tiere, die hier einst gewohnt haben, scheinen nicht mehr hier zu sein. Sehr schade. Der Cache war nach kurzer Suche schnell gefunden und da es inzwischen doch sehr heiss geworden war, ließ ich mich zu einer kurzen Siesta im Schatten nieder.

 

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Frisch gestärkt ging es nun Richtung Xeraco, entlang der Gleise, mit einem tollen Blick auf die Berge. Aber wie komme ich jetzt mit dem Fahrrad auf die andere Seite der Autovia? Unterhalb gibt es oftmals kleine Tunnel, die wohl mal als Wasserableitung gebaut wurden. Einige sind trocken und somit begehbar. Also Ducken und ab dafür. Hauptsache es setzt sich jetzt keine Spinne auf mir ab…

Weiter entlang der Orangen-Plantagen ab in Richtung des letzten Caches auf meiner Liste. Leider musste ich feststellen, dass das Hinterrad eine leichte Acht hatte und das mir dadurch die Fahrt etwas erschwert wurde. Eine leichte Steigung machte es nicht einfacher. Mit ein paar kleinen Pausen erreichte ich die Berge nach gut 30 Minuten. Gut, dass der Rückweg bergab geht! Es war tatsächlich ein Auto auf dem Parkplatz, mal sehen, ob ich jemanden treffen werde. Das Bike am Wegweiser abgestellt, ging es dann zu Fuß weiter und endlich hatte ich ein Gefühl von Freiheit, Selbstständigkeit – keine Ahnung warum, aber hier brachen nun sich weitere Dämme. Irgendwas löste sich…

An den Zielkoordinaten angekommen suchte ich mir allerdings einen Wolf und auch als ich den Umkreis erweiterte, konnte ich leider keine Dose finden. Aber ohne Cache wollte ich nicht zurückgehen. Also, erstmal weiter die Wanderwege entlang, denn hier sollten auf kurzer Distanz Quellen zu finden sein. Wie ich dann feststellen musste, waren es leider nur Quellchen. ☹ Aber, so ist es – expect the unexpected! Dafür hatte ich einen tollen Blick über die Küste und die nächsten kleinen Orte. Die Sonne schien an der Küste und in den Bergen hingen dicke Wolken – so ist die Natur!

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Dann wieder zurück und nochmal nach dem Cache geschaut – unverrichteter Dinge wollte ich den Ort hier einfach nicht verlassen. Auch wenn die letzten zwei Cacher die Dose nicht gefunden haben, war ich mir sicher, sie ist noch da. Und dann ein Moment, ein Blick und ein Griff – da war er! Ha, ein geübtes Cacherauge findet auch einen SEHR gut versteckten Cache. Zwar passte das nicht zur D-Wertung, aber gut, wie ich hier ja schon mehrere Male feststellen durfte, sehen die Spanier die Wertungen wohl etwas anders!

Die Sonne kam wieder durch die Wolken und ich entschloss mich noch einen weiteren Weg ein paar Meter zu laufen. Dabei handelte es sich um die rote Route und schon nach ein paar Schritten war klar – mit meinen Sportschuhen komme ich da nicht so weit. Eine kurze Rast mit toller Aussicht, umgeben von reiner Natur und dann ging es zurück Richtung Bike. Am Rastplatz noch schnell die Trinkflasche aufgefüllt und abwärts. Hier ist in der Nebensaison aber auch wirklich gar nichts los. Aber dieser Trimm-dich-Pfad war wohl auch schon ein paar Tage älter.

Auf dem Weg zurück drehte ich noch eine Runde durch Xeraco und war positiv überrascht, auch hier gibt es durchaus schöne Ecken, wenn man sie kennt. Zurück am Campingplatz schnell noch was gegessen und ab an den Pool! Den hätte ich echt schon viel früher mal aufsuchen sollen. Hier hat man seine absolute Ruhe und keiner stört einen. Ein perfekter Abschluss für diesen Tag!

Auf in den letzten Tag mit Marcos. Leider hatte sich Marcos erkältet und quengelte nun umso mehr -.-. Egal was, er musste es haben und wenn er es nicht bekam, war das Geschrei groß. Das konnte ich an meinen letzten Tag nun auch nicht noch gebrauchen, aber watt mutt, datt mutt. Die Siesta nutzte ich um schon mal zu packen und meine Vorräte zu sortieren und auf die Mitarbeiter zu verteilen. Denn ich werfe grundsätzlich kein Essen weg, wenn es nicht sein muss. Umso schöner auch die Freude und Dankbarkeit der anderen zu erhalten. Der Rest des Tages war dann typisch spanisch – laaangssammm und eins nach dem anderen, gemütlich!

Am Abend ging es dann nochmal in die Bar ums Eck, denn ich wollte ja noch einige der leckeren Kleinigkeiten probieren. Netter Weise haben mich Willian, Ximo und auch Monika begleitet. Auch das Damen-Paar, welches für Ivan angereist war, hatte es sich in der Bar gemütlich gemacht. Gut so, denn so konnten wir noch an ihren Tisch mit dran. Ansonsten hätten wir gut eine Zeit warten können. Zwei Bier und viele Pinxtos später ging es wieder zurück und eine Flasche Rosado wurde mir zu Ehren noch geleert. Ein schöner letzter Abend.

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Sonntag war dann Pack & Travel-Tag. Ein letzter Spaziergang am Strand und kurz vor 13 Uhr brachte mich Ximo dann zur Zug-Station. Damit wäre dieses Kapitel nun auch abgeschlossen.

Auf nach Valencia

In Valencia angekommen, machte ich mich zu Fuß von der Estacio de Nord auf Richtung Central Youth Hostel. Gut, dass Google Maps auch offline zeigt, wo man sich gerade befindet und vorab schon mal eine Markierung gesetzt hat, wo ich hin muss. Unerwartet führte dieser Weg am Hard Rock Cafe vorbei. Wenn ich nicht so schwer bepackt gewesen wäre, hätte ich gleich mal einen Schritt und nicht nur einen Blick hinein geworfen. Aber gut, dann die Tage nochmal herkommen. Valencia hat eine sehr schöne, aber auch sehr verschachtelte Altstadt. So viele Kirchen wie in dieser Stadt habe ich bisher noch nirgendwo gesehen und so ganz kann man sich dann daran auch nicht orientieren, denn die Türme sehen sich teilweise sehr ähnlich. Aber ich habe ja noch ein paar Tage Zeit.

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Schnell im Hostel eingecheckt und ab in die 4te Etage. Jetzt beginnt also mein kleines Abenteuer „Hostel“ – zwar war ich in Stockholm schon mal mit Freundinnen im Hostel, aber alleine ist das schon irgendwie anders.

Mein Bett ist im Raum 404 und nachdem ich die Tür öffnete, hätte ich sie gern direkt wieder zugeschlagen. Ein Chaos sondergleichen und ich dachte mir „ohje, hoffentlich bin ich nicht mit 5 Kerlen auf einem Zimmer“ – denn leider waren in diesem Hostel nur „Mixed“ Rooms verfügbar. Bett Nr. 1 war meins und ich bin froh, dass ich nicht nach oben klettern muss. Nachts im Dunkeln kann sowas schon mal schwierig werden. Schnell das Bett bezogen, die Taschen eingeschlossen und eine erste Runde durch die Altstadt gedreht. Wirkliche eine hübsche Stadt, zwar typisch Spanisch und leider teilweise auch sehr dreckig und verwaist, aber sie hat irgendwie Ihren Charme.

Ich nahm mir vor, am nächsten Tag eine der Free Tours mitzumachen, denn da bekommt man nochmal eine andere Sicht auf die Stadt und wesentlich mehr Hintergrund-Informationen.

Dann der erste Einkauf, denn abends wollte ich nur noch schnell was Essen und eigentlich noch schauen, welches Auto ich denn nun auf Teneriffa nehmen möchte. Von der Dachterrasse hat man einen Blick über die nah gelegenen Dächer und abends treffen sich hier einige der Gäste. Und *zack* – natürlich waren auch deutsche Mädels da und man kam ins Gespräch. Der meiste Anteil kam aus dem Ruhrgebiet und um Umgebung, zwei aus Hamburg – dabei war mir Valencia jetzt nicht unbedingt als Reiseziel für Deutsche bekannt. Aber in den nächsten Tagen sollte sich mal wieder zeigen: die Deutschen sind einfach überall! Und man muss erst nach Spanien fliegen, um dort Leute aus Bochum, Velbert oder Essen zu treffen…

Zusammen zogen wir dann noch los um etwas zu Essen und landeten dann in einem kleinen süßen Eck-Restaurant. Da ich zuvor schon gut was gegessen hatte, gab es für mich nur sehr leckeren Nachtisch – Crumble con Limón. Zum Abschluss des Tages wurde noch Agua de Valencia getrunken und dann war ich auch reif fürs Bett.

Die erste Nacht war dann leider sehr kurz, denn gegen 5 Uhr taperten die Italiener (quasi meine Mitbewohner) erst ins Zimmer, danach konnte ich irgendwie nicht mehr richtig einschlafen. Gegen 9 Uhr kroch ich dann aus meinem Bett und hoffte auf das Frühstück. Leider war die Hoffnung hier auch vergebens, denn der Kaffee kam aus einer Maschine, der Saft war Konzentrat und zum Essen gab es: Toastbrot mit Margarine und oder Marmelade, vermutlich Aprikose, das war aber nicht genau zu schmecken. Sonst hätte man noch Cornflakes haben können. Das war’s :-o! Ja, die Spanier haben es nicht so mit dem Frühstück und im Hostel muss man eben nehmen, was man bekommt. Aber gut, bei 13,90€ die Nacht, sollte man vielleicht auch nicht mehr erwarten.

 

Um 11:45 Uhr startete die Tour, geführt von einer jungen Australierin. Ihr Englisch war wahnsinnig schnell, sodass ich anfangs Probleme hatte ihr zu folgen, aber mit der Zeit ging es ganz gut. Einige Ecken hatte ich bereits am Tag zuvor gesehen, aber jetzt gab es dazu ja nochmal ein paar historische Eckdaten. Sie machte aus der Tour ein Fragen/Antwort-Spiel, sodass die Teilnehmer auch mit eingebunden wurden. Teilweise gab es lustige Details, die der normale Tourist gar nicht sehen würde. Das Highlight der Tour war dann der Mercado Central. Da durften wir dann auch Horchata probieren – unglaublich süüüüüß – da kann man nicht viel von trinken! Meist isst man dazu dann noch eine kleine Teigstange, damit geht es einigermaßen.

Die Tour endete dann im Flussbett oberhalb der Altstadt und Lena und ich überlegten, was wir nun noch mit dem Rest des Tages anfangen wollten. Zwei der Mädels waren schon vormittags zum Strand gefahren und da ich den Strand auch gern sehen wollte, entschlossen wir uns zusammen hinzufahren. Da dies doch eine ziemliche Strecke sein würde, schnell ein Fahrrad für 2 Tage für 14 € bei „Passion Bikes“ gemietet. Lena hatte ein kleines Board dabei und los ging die Fahrt. Insgesamt haben wir aber gut 30-40 Minuten zum Strand gebraucht. Und bei über 30 Grad schon eine ganz schöne Tortour.Der Strand ist riesig und in der Nebensaison nicht allzu voll. Nach einer Abkühlung haben wir dann noch die Sonne genossen und sind dann entlang des Hafens Richtung „Stadt der Künste und Wissenschaften“ gefahren.

Hier wurde etwas sehr Futuristisches geschaffen. Wenn man es nicht wüsste, man würde nicht denken, dass man in Valencia ist. Auf gut 2 km entlang des Flussbetts des Turias befinden sich:

  • Hemisfèric (IMAX-Kino mit digitalen Projektionen)
  • Umbracle (ein schöner Aussichtspunkt mit Gartenanlage)
  • Naturwissenschaftliche Museum Príncipe Felipe (mit vielen interaktiven Lernmöglichkeiten)
  • Oceanogràfic (das größte Aquarium Europas mit über 500 Meerestieren)
  • Palau de les Arts Reina Sofía (mit Opernprogramm)
  • Ágora (ein Multifunktionsraum für Konzerte und unterschiedliche Aktivitäten).

Nähere Informationen: http://www.spain.info/de/lugares-interes/valencia/ciudad_de_las_artes_y_de_las_ciencias.html

Der Rio Turia ist schon lange trocken gelegt und bietet jetzt ein wahres Freizeitparadies. Hier wird gejoggt, Fahrrad gefahren, Baseball, Basketball und Fußball gespielt. Auf den vielen Wiesen und einigen Wasserflächen lässt es sich prima entspannen und am Ende hat man schon fast das Gefühl nicht mehr in einer Stadt zu sein. Tolle Sache! Da könnte sich Deutschland mal was von abschauen. Der Sport findet hier fast ausschließlich draußen statt. Ist schon fast deprimierend, wenn man da gemütlich mit dem Fahrrad lang radelt und die ganzen Sport-verrückten Menschen sieht -.-
Zudem gibt es viele tolle Spielplätze für Kinder und auch Erwachsene 😉 – bei dem liegenden Riesen-Gulliver konnte ich natürlich nicht widerstehen und musste selbst rutschen. Das war ein Spaß.

Abends folgten wir dem Rat der Australierin und bestellten uns bei „el forcat“ Paella & una copa Sangria für 8 €. Wirklich sehr lecker und im Sangria muss noch was anderes gewesen sein, denn wir hatten ziemlich viel zu lachen und die Kellner hatten Spaß an uns 😉

Danach wollten wir den Abend noch auf der Dachterrasse ausklingen lassen, doch leider war da eine Gruppe Jugendlicher aus Deutschland – schien eine Klassenfahrt zu sein. Wie sehr man sich doch fremdschämen kann. Da die Nacht zuvor ja eher kurz war, ging es dann auch zeitig nach einem weiteren Plausch im Aufenthaltsraum ins Bett. Doch auch diese Nacht sollte eher von leichtem Schlaf gezeichnet sein. Abends hatten wir, aufgrund der Wärme im Zimmer, die Klimaanlage anschalten lassen und da sie dann auch noch auf volle Fahrt lief, zog es natürlich bei mir am Bett schön kalt durch. ☹
Also war der Morgen auch wieder gelaufen. Gut geschlafen habe ich nun seit Wochen nicht mehr. Ob sich das noch ändern wird? Ich hoffe, denn guter Schlaf ist verdammt wichtig. Das merke ich aktuell immer wieder.

Nach dem vorabendlichen Gespräch mit der Italienerin hatte sich Lena in den Kopf gesetzt, sich doch ein Tattoo als Erinnerung stechen zu lassen. Also schnell noch ein Fahrrad für sie geholt und ab zu diversen Adressen. Am 2. Stopp war sie dann zufrieden mit Preis & Leistung. Sie hatte aber auch sehr genaue Vorstellungen. Aber besser so, denn schließlich läuft man damit ja sein ganzes Leben rum. Danach ging es dann ab zum Mercado Central. Bei der Stadtführung sind wir nur kurz hindurchgegangen und jetzt wollten wir uns das Treiben mal in Ruhe anschauen. Auf dem Markt bekommt man eine große Auswahl an Obst, Gemüse, Früchten, Käse!, Schinken, Fisch & Meeresfrüchte, sowohl frisch, als auch in Salz o.ä. eingelegt. Zudem noch Gewürze, Gebäck und unendlich viel Süßkram – mir sind die meisten Sachen hier viel zu süß und das soll was heißen 😉

Für unser Abendessen holten wir uns dort frisches Baguette, Tomaten und noch ein Stück Wassermelone. Ich hatte die ganze Zeit in Spanien bisher noch keine Gazpacho gegessen. Auf dem Markt holte ich das gleich mal nach und wir probierten noch an einigen Ständen die Leckerein. Ein paar Sachen fehlten uns noch und so suchten wir noch ein Consum in der Nähe auf. Dann ab ins Hostel und sicher im Kühlschrank verstaut. Dann war erstmal Siesta angesagt. Und es kam, wie es kommen musste; während ich kurz auf dem Zimmer war, um etwas zu holen, stieß ich mir erst den Kopf am Bett und am Schrank und im Nachhinein prellte ich mir dann noch den linken dicken Zeh – Resultat: FlipFlop kaputt und Zeh tat verdammt wehhhh… ohje, hoffentlich nicht gebrochen, aber bewegen konnte ich ihn noch.

Am Nachmittag ging es dann nochmal ab aufs Rad und weil uns das Flussbett so gut gefallen hat, ging es zum zweiten Mal hinein, aber in die andere Richtung. Wirklich ein toller riesiger Park und fast wären wir von den vielen Läufern und Joggern umgerannt worden. Mehrere Kindertruppen machten Sprints, schien so, als wenn eine Sportveranstaltung stattgefunden hätte. Am oberen Teil des Flussbetts befinden sich der Bio-Park, ein Tierpark mit viel Platz für die hier gezeigten Tiere. Doch das steht hier nicht auf meinem Programm. Wir umradelten einen kleinen See und auch hier gab es viele tolle Möglichkeiten die Freizeit zu genießen, sich mit Freunden zu treffen, die Kinder auf kleinen Spielplätzen tollen zu lassen. Man hat zwischendurch glatt das Gefühl nicht mehr in der Stadt zu sein. Auf dem Rückweg zum Hostel noch zwei Geocaches gesucht, leider nur einen gefunden.

Der selbst gemachte Salat am Abend war köstlich und der Rosado dazu, einfach perfekt. Gut, die Location hätte vielleicht eine andere sein können, aber man kann ja nicht alles haben. Mit den Mädels aus Deutschland wurde dann noch eine Runde Wizzard gezockt – schon lange nicht mehr gespielt. Die Mädels wollten dann noch was trinken und organisierten Sangria – ja, der tat sein Übriges 😊 Ich brauche gar nicht zu erwähnen, wie meine Nacht war, oder? Bisher habe ich wirklich keine einzige Nacht durch geschlafen. Vielleicht sollte ich mir auf Teneriffa doch für ein paar Tage eine Bleibe über AirBnB suchen, dann habe ich endlich wieder ein bisschen Privatsphäre. Schon interessant, wie wichtig so etwas sein kann.

Da ich das Fahrrad noch bis zum Mittag hatte, drehte ich noch meine Runden um noch weitere Geocaches zu finden. Die meisten habe ich finden können und bei Einem bin ich mir sicher, laut T- /D-Wertung war kein Cache zu finden. Es lohnt wirklich sich ein Fahrrad hier zu mieten. Ansonsten gibt es auch, wie bei uns in den größeren Städten, Stadträder mit mehreren Stationen verteilt über die Stadt. Lena hatte einen ordentlichen Kater vom Abend zuvor und wollte somit keine größere Tour an diesem Tag starten. Wir schauten, dass wir uns was zu essen besorgten und entspannten danach auf dem Dach. Gute Möglichkeit um die Wäsche zu waschen – nur, wie funktioniert das Teil? Eine englische Variante, in der man das Waschmittel, die Wäsche von oben einfüllt, ein sogenannter Top-Loader, und die Münzen müssen seitlich rein geschoben werden. Alles nach Anleitung erledigt, aber dann ging das Waschprogramm nicht los. Mehreres versucht, nix passierte. An der Rezeption gleich Bescheid gegeben und der Hausmeister schaute sich die Sache an. Dann ein kurzer Griff, die Klappe wurde etwas fester zugeworfen und los ging das Programm. Ja, wie war das noch mit der rohen Gewalt?? Da will man mal vorsichtig sein…

Zeit, sich nochmal meinem Zeh zu widmen – inzwischen hatte ich ihn mit Voltaren behandelt, da ich leider keinerlei Kühlgel o.ä. dabei hatte. Die Farben wurden immer mehr – und richtig bewegen konnte ich ihn auch noch nicht. Aber ich mach da jetzt mal kein Drama draus. Das wird schon wieder. Vielleicht sollte mich das auch nur dazu bringen, mal die Füße hochzulegen und nicht nur unterwegs zu sein.

Lenas Flug geht zwar erst am Donnerstag morgen, aber sie wollte die Nacht lieber am Flughafen verbringen und sich somit eine Nacht im Hostel sparen. Hatte sie vorher auch so gebucht. Na, ob ich das machen würde – mit einem sparsamen Budget wie ihrem, vielleicht. Sie ist aber auch noch sehr jung und verdient noch nicht wirklich Geld. Also schon toll, dass sie so eine Reise mit sehr knappen Budget durchzieht – war aber ja auch ihre erste Reise alleine.

Dann ging es um 17:45h auf den Art-Walk durch die City. Mal eine andere Seite von Valencia sehen, mit den Augen der Künstler und die, die meinen welche zu sein. Es war eine sehr interessante Tour und teilweise gibt es erlaubte und nicht erlaubte Kunstwerke, die das Stadtbild aber trotzdem prägen. Hier eine Auswahl meiner Favoriten.

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Danach kochten wir von den Resten im Hostel ein leckeres Abendessen und schließlich begleitete ich Lena noch zur Metro-Station. Zurück im Hostel ging es noch auf die Dach-Terrasse, dort waren dann auch noch zwei der anderen Mädels, die aber auch am Donnerstag ihren Rückflug nach Deutschland hatten. Somit ein letzter Abend in bekannter Gesellschaft.

Was mache ich denn nun mit meinem letzten komplett freien Tag? Ich wollte unbedingt noch auf den Turm der Kathedrale und Ausschau nach neuen FlipFlops halten (nein, nicht von der Kathedrale aus :-p). Doch, dann überlegte ich mir, noch das nah gelegene Naturschutzgebiet „La Albufera“ aufzusuchen. Mit dem Stadtbus ist man zwar gut eine Stunde unterwegs, dafür kostet einen die Fahrt jeweils nur € 1,50 – wirklich sehr günstig. Nur war der Fahrplan im Internet ein anderer als an der Station und der Bus war „natürlich“ gerade weg. Aber gut, so konnte ich meine Postkarten noch zur Post bringen und stöberte durch ein paar Läden. Unter anderem durch einen „Disney“ Store – der sogar von Schneewittchen eine Collection hatte, mit Shirt und Pulli für Erwachsene – sollte ich da vielleicht schwach werden? Ich kaufte erstmal nichts. Denn schließlich muss das ja dann auch noch mit in den Rucksack rein und der ist eigentlich voll!

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Der Bus Richtung Albufera startete dann pünktlich um 12:50h und es ist der Wahnsinn, wie gesprächig die Spanier unter einander sind. So laut ist es ja nicht mal bei uns in den Bussen. Aber so ist das wohl in den südlichen Ländern. Die Landschaft im Naturschutzgebiet ist wahrlich eine Abwechslung zum Stadtbild und mal aus der Touristen-Stadt raus zu kommen, ist auch nicht verkehrt. Die letzte Stations des Busses ist die kleine Ortschaft „El Palmera“ – entlang des Flusses zum größten See in Spanien, sind immer wieder kleine Fischerhäuschen zu sehen, die vor allen Dingen als Touristenattraktion genutzt werden. D.h. man kann sich eine „Baracca“ ansehen und zusätzlich noch mit einem Boot den Fluß entlang zum See fahren. Leider war Nebensaison, sodass ich mir dachte, eine Tour für 4 € geht auch ohne Besichtigung des Angler-Häuschens. Zuvor noch ein leckeres 3-Gänge Menü verzehrt, denn etwas essen musste ich auf jeden Fall. Das Menü bestand aus: Salat, Patatas bravas, Muscheln in Pesto (jeweils kleine Portionen als Vorspeise), Arroz la banda als Hauptspeise und zu guter Letzt noch ein Espresso. Einen Nachtisch hätte ich aber auch wirklich nicht mehr geschafft. Die Tour startete dann um 16 Uhr und dauerte gut 40 Minuten. Einfach mal die Seele baumeln lassen der der Bootsführer erklärte auf gut verständlichem Spanisch, welche Fische im Fluß leben, wie die Fischer arbeiten und ein paar historische Details. Gut, alles habe ich nicht verstanden – aber vieles!

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Zurück in der City ging ich dann doch mal in eines der großen Kaufhäuser, denn neben FlipFlops wollte ich noch nach einem Pulli oder Cardigan Ausschau halten, denn die Abende sind nun doch schon recht kühl. Womit bin ich dann rausgegangen? Natürlich weder mit FlipFlops, Pulli oder Cardigan, sondern mit einem hübschen Jersey-Kleid – und das war auch noch günstiger als gedacht – mal wieder einen Fitsch gemacht.
Danach retour zum Hostel und nachdem ich meinen Rucksack schon mal gut vorgepackt hatte, noch schnell die Reste vom gestrigen Abend gegessen. Dann noch eine Runde durch die Altstadt gedreht – war ja schließlich mein letzter Abend in Valencia.
Entlang der Kathedrale finden sich viele Künstler, die ihre Arbeiten verkaufen oder ihre Künste darbieten – Gesang, Musik live gespielt oder auch als lebende Statue. So sieht es vermutlich in einigen Touristen-Städten aus.

Die Valencianos halten viel auf sich und ihre Stadt. Das sieht man auch schon daran, dass die „Städter“ stets chique, adrett gekleidet und perfekt gestylt sind. Egal, ob zu Rad, Roller und zu Fuß, die Menschen sind meist gut gekleidet, denn hier achtet man auf sein Äußeres, wenn man jemand sein will. Neben den einfachen Läden findet man auch viele große Designer an einigen Ecken und vermutlich kaufen dort nicht nur die wohlhabenden Touristen ein.

Eine richtige Innenstadt mit reiner Einkaufspassage findet man in Valencia nicht. Es gibt immer wieder Straßenzüge, an denen sich ein paar Läden befinden, manchmal aber auch gut versteckt. Ja, man kann sich auch sehr schnell verlaufen. Aber endet dann meist an einem schönen Platz oder einem der „Torres“. Nachts werden die Brunnen beleuchtet, die Gastronomen an den Plätzen schalten Lichterketten oder Kerzen an und das gibt Valencia, wie ich finde, einen ganz besonderen Charme. Irgendwo hört man immer ein bisschen Musik und ich hatte am letzten Abend noch das kurze Glück einem Chor bei der Probe zuhören zu können. Es waren nicht mehr als 30 Leute, aber der Klang aus dem Raum heraus, war richtig toll. Und nur der Zufall hatte mich dort hingelenkt, da ich noch schnell zum Express-Supermarkt wollte, der aber leider schon geschlossen hatte. Dann eben zum Kiosk. Ein letztes Bierchen am Brunnen, dabei ein paar Skater beobachtet, die die herumstehenden Absperrungen anderweitig nutzten. Ein Mann versuchte mit dem Feuer zu spielen, da habe ich schon bessere Künstler gesehen. Dann war es Zeit ins Bett zu gehen, denn den letzten Tag wollte ich nochmal nutzen, um durch die Gassen zu bummeln und vielleicht noch eine kleine Erinnerung an Valencia mitzunehmen..vielleicht ja der Pulli aus dem Disney-Store?

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