Auszeit – Argentinien/Uruguay/Argentinien – Woche 31

Nach einem kleinen Frühstück stand zunächst Packen und Auschecken auf dem Programm. Mariel hatte mir netterweise angeboten, dass ich bei ihr bleiben kann, sie wohnt halt nur etwas außerhalb in der Provinz Buenos Aires und muss unter der Woche natürlich arbeiten. Für mich kein Problem. Es stand eh noch die Überlegung aus, ob ich nicht Uruguay noch einen Besuch abstatten möchte. Mein Vater hat so viel davon erzählt und das ist mit unter wahrscheinlich auch Grund, warum ich diese Reise unternommen habe. Mariel wollte mich dann abends vom Hostel abholen, sodass wir dann zusammen zu ihr fahren würden.

Mein Programm für den Tag war also:

Palermo und seine Gärten der Parks anschauen, ebenfalls ein paar Sehenswürdigkeiten abklappern und endlich mal wieder Geocachen!

Ach, und da war ja noch was. Mit der Zeit sammelt sich ja immer wieder Wäsche an, die gewaschen werden muss. Leider verfügen die Hostels hier nicht immer über Waschmöglichkeitenn und so sucht man sich also einen Waschsalon in der Nähe. Hatte ich am Abend zuvor dann noch gemacht und da ich da noch nicht wusste, wann ich am nächsten Tag das Hostel verlasse, musste ich erstmal verständlich machen m, dass ich die Wäsche doch bitte gegen 11 Uhr wieder abholen möchte. War nicht so einfach und da ich noch keine SIM Karte für Argentinien hatte, konnte mir hier Google Translate nicht helfen. Aber dann war alles klar und für $ 100 Arg bekommt man dann seine Wäsche gewaschen, getrocknet, gefaltet und gut riechend zurück, wenn auch erst gut 30 Minuten später als vereinbart, aber so ist es hier eben – un ratito!

Den ersten Geocache hatte ich während der Wartezeit schon versucht zu finden – Fehlanzeige. Weder der Tipp noch andere Logs halfen. Gut, aber es waren noch ein paar mehr auf meiner Liste. Bevor ich mich jedoch weiter auf die Suche machte, musste erstmal eine SIM Karte her. Also ab in ein Claro Geschäft in der Nähe. Mariel hatte mir zuvor erklärt, wie ich an die SIM Karte komme und Gott sei Dank muss man sein Telefon in Argentinien nicht registrieren. Nach kurzer Wartezeit kümmerte sich ein Angestellter um mein Anliegen. Ohne Probleme und gegen eine “kleine” Gebühr, war die Karte meine. Lediglich eine Kopie meines Reisepasses wurde gemacht.

Dann konnte ich meine Tour durch Palermo fortsetzen. Dieses Mal, schön zu Fuß. Man muss sich ja auch mal ein bisschen bewegen. Erster Stopp: Botanischer Garten. Mitten in der City, ein Ort für eine Pause, oder eben auch die Mittagspause. Der nächste Cache befand sich am Garten der Schmetterlinge. Natürlich waren einige andere Menschen ebenfalls unterwegs und so dauerte es ein paar Minuten mehr, bis ich den Cache in den Händen hielt. Ich nutzte die Wartezeit für ein paar Fotos. Viele Schmetterling schwirrten umher und sogar ein Kolibri tauchte auf. Leider die Kamera zu spät im Anschlag. Weiter zum nächsten Cache an einer kleinen Wasserstelle. Auch hier musste ich vorsichtig beim Suchen sein, bloß nicht auffallen. Der dritte Cache im Garten wollte sich mir aber nicht zeigen. Dann also weiter gen Norden, einfach mal durch die Straßen schlendern, ein grobes Ziel hatte ich mir ja schon ausgemacht. Die Caches dienen da wunderbar als Wegziele. Ein Earthcache, der viele Informationen zu Marmor enthält, ein Tradi, nahe einer Skulptur und dann noch ein Cache auf dem “Plaza de Aleman”, der gut versteckt war, ich aber die richtige Idee hatte. Gleich noch ein Foto mit dem Länderwappen von NRW geschossen und weiter ging die Tour. Die Entfernungen in Buenos Aires, geschweige denn in Argentinien sind nicht zu unterschätzen. Das durfte ich an diesem Tag nochmals feststellen. Noch einen Abstecher zum (Blume), wie ich finde ein futuristische Konstruktion, und das Hard Rock Café wollte ich natürlich auch noch sehen. Auf dem Weg traf ich dann auf den netten Typen der Rezeption vom ersten Hostel. Da er ein bisschen Deutsch konnte, musste ich mich nicht mit Spanisch abmühen. Er hatte Freunde zu Besuch und zusammen ging es für die Truppe dann noch auf das Foofighters Konzert. Wir gingen ein Stück zusammen, dann trennten sich unsere Wege. Ich suchte nach dem Hard Rock Café, fand zunächst nur das Logo, aber keinen Eingang. Es war an eine kleine Shoppingmall angebunden und über den Shop gelangt man dann auch ins Café. Die Auswahl im Shop war winzig und in meiner Größe gab es nichts Vernünftiges. Ins Restaurant kam man auch nicht rein, weil abends eine Veranstaltung stattfand und sie mit dem Aufbau beschäftigt waren. Okay, dann nicht. Aber ich habe definitiv schon schönere Hard Rock Cafés gesehen. Zu Fuß ging es weiter und da der Friedhof, auf dem unter anderem auch Evita liegt, gerade auf dem Weg war, beschloss ich kurzerhand mir diesen noch anzuschauen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Der Eingang musste erst noch gefunden werden. Und lag natürlich auf der gegenüberliegenden Seite. Da der Friedhof nur noch bis 17 Uhr geöffnet hat, musste ich mich sputen. Und dann betrat ich eine andere Welt. Riesige Bauten, Figuren, Denkmäler, sogar Särge waren direkt sichtbar. Hier möchte man nachts nicht unterwegs sein. Ich spazierte erst einige Gänge entlang, fragte dann aber doch nach dem Weg zum Mausoleum. Kurz vor Toreschluss erreichte ich die Grabstätte, die geschmückt war mit ein paar Blumen. Die Frau hatte einiges bewegt in Argentinien und ihr wird bis heute der Tribut gezollt. Dann schnell zurück zum Eingang und schon läuteten die Glocken zur Schließung – gerade rechtzeitig.

Für mich war es nun auch Zeit den Rückweg zum Hostel anzutreten. Mariel wollte sich mit mir gegen 18 Uhr am Hostel treffen. Noch schnell einen kleinen Stopp am “Postre”-Schalter von McDonalds eingelegt und ab ging die Post. Für den Weg brauchte ich gut 40 Minuten und ich wollte mich wenigstens noch frisch machen und meine Sachen parat haben, bevor es dann zu Mariel nach Hause ging. Der McFlurry (mit leckerer weißer Schoki und Wildberry Soße) musste also im Laufschritt verzehrt werden.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Im Hostel wieder angekommen, hatte ich auch endlich wieder WiFi. Denn meine SIM Karte hatte ich zwar, aber noch kein Guthaben drauf. Hätte ich zwar direkt machen können, aber…naja.

Mariel kündigte ihre Verspätung an, da es zu den “Stoß”zeiten in Buenos Aires eben auch mal länger dauern kann. Gut für mich, so konnte ich in Ruhe meine Sachen packen und mich von meiner Tour etwas erholen. Was war ich froh, dass ich nun bei jemanden übernachten durfte, wo ich wusste, ich bin gern gesehen.

Die Fahrt nach Palomar außerhalb der Stadt, aber in der Provinz Buenos Aires, dauerte gut 45 Minuten. Aber in Relation zu den anderen Entfernung hier in Argentinien natürlich so gut wie nichts.

Mariel wohnt in einer kleinen aber netten Wohnung, 5 Minuten zu Fuß vom Bahnhof entfernt. Hier geht es doch wesentlich entspannter zu als in der Hauptstadt. Und gerade das mag sie an diesem Vorort. Kann ich gut verstehen. Aber sie wird bald in eine Wohnung in der Stadt umziehen, weil die Entfernung zur Arbeit momentan einfach zu groß ist. Auch wenn sie das sehr bedauert. Abends wurde lecker Paella gekocht und dazu gab es einen sehr leckeren Weisswein. Ihre Freundin Romina war auch mit von der Partie und wir hatten einen sehr feucht-fröhlichen Abend. Endlich konnte ich wieder herzhaft lachen. Dann stellten wir fest, dass es eine Kochtopfmarke in Argentinien gibt, die zufälligerweise Essen heisst. Muy gracioso! 😂

Donnerstag, 08.03.2018,

Bei mir stand noch eine Entscheidung aus: Uruguay ja oder nein. Von Buenos Aires kommt man mit der Fähre innerhalb einer Stunde nach Colonia de Sacramento oder wenn man das nötige Kleingeld hat, direkt nach Montevideo fahren. Tickets dafür kann man online kaufen, z. B. über busquebus, oder eben direkt am Terminal. Ich wollte mein Glück versuchen und vielleicht am Terminal direkt ein vergünstigtes Ticket bekommen. Von Uruguay aus war das wohl möglich, also warum nicht auch von Buenos Aires aus.

Zusammen mit Mariel ging es dann früh morgens wieder mit dem Zug in die Stadt. An der Endhaltestelle erklärte Mariel mir noch wie ich zum Hafen komme und sie machte sich dann auf den Weg zur Arbeit.

Wenig Schlaf macht plem plem….Wohin fahre ich noch gleich?

Ich hatte mich immer noch nicht entschieden, ob entweder an dem Tag noch bis nach Montevideo zu fahren und am nächsten Tag dann wieder retour und noch einen Abstecher nach Colonia zu machen oder eben nur nach Colonia für eine Übernachtung zu fahren. Eine kleine Stadt direkt am Rio de la Plata mit viel Charme und Gebäuden aus alten Zeiten.

Am Hafen in Bs As (wie es hier von allen abgekürzt wird) angekommen versuchte ich erstmal heraus zu finden, was mich die direkte Fahrt nach Montevideo kosten würde und die Alternative bis nach Colonia und dann mit dem Bus weiter. Ich war gut drei Stunden vor Abfahrt da, doch leider gibt es aber von Argentinien aus keine vergünstigten Tickets. Nein, sie sind sogar noch teurer als im Internet. Na, super. Und nun? Umgerechnet würde mich der Spaß gut 55 € kosten. Und für Südamerika ist das ganz schön teuer. Mit dem Bus käme ich für den Bruchteil des Preises hin, aber das würde dann eben auch viele Stunden länger dauern. Erstmal sammeln. Vielleicht auch nur nach Colonia? Das kostet aber nicht viel weniger. Endlich entschied ich mich dann dafür und wollte dann im Internet mein Ticket kaufen, doch das ging dann nicht mehr. Und warum? Tja, inzwischen waren es nur noch gut zwei Stunden bis zur Abfahrt und dann bekommt man keine Onlinetickets mehr. Ja, auch wieder was gelernt. Dann musste ich also in den verdammt sauren Apfel beißen und kaufte mir das Kombi-Ticket nach Montevideo. Sicher, ich werde dadurch nicht “arm” werden, aber ärgerlich war es natürlich schon.

Dann eingecheckt und nach gut 30 Minuten Wartezeit ging es dann aufs Schiff. Und wie es man es anscheinend fast überall auf der Welt macht, schön in einer Reihe. Auf dem Schiff dann einen Sitzplatz mit Ausblick gesucht und versucht abzuschalten. Was würde mich wohl in Uruguay erwarten? Wie sind die Menschen, wie sieht das Land aus, wie lebt man dort. Ich hatte keinerlei Ahnung und war gespannt, was mich erwartete. Am Hafen von Colonia angekommen, ging es schnell durch die Sicherheitskontrolle, kurze Toilettenpause und direkt ab in den Bus Richtung Montevideo. Und schon auf den ersten KM, außerhalb der Stadt, hatte ich das Gefühl die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Viel Grün, Weiden, Wälder, Hügel und Täler. Hatte irgendwie etwas von Heimat. Oder war das nur die Sehnsucht? Keine Ahnung, aber es fühlte sich gut an. Die Fahrt sollte noch ca. 2 ½ Stunden gehen, aber anstatt einfach mal die Augen zu schließen, musste ich die ganze Zeit aus dem Fenster starren, um bloß nichts zu verpassen.

Zuvor hatte ich noch nach Unterkünften in der Region geschaut und war durch Zufall auf “El Galope” gestoßen. Eine kleine Estancia, die Unterkunft und Ausritte anbietet. Sie lag aber mehr oder weniger im Niemandsland und wenn ich mich entschieden hätte dorthin zu fahren, hätte ich da auch übernachten müssen, denn eine Tour wird nur für Gäste angeboten. Die Zeit hatte ich aber leider nicht, also muss ich wohl irgendwann nochmal herkommen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

In Montevideo angekommen dann erstmal direkt geschaut, mit welchem Anbieter ich wieder günstig am nächsten Tag zurück nach Colonia fahren könnte. Buquebus war keine Option, denn die waren einfach zu teuer. Dann aber auch erstmal wieder umrechnen. Denn der uruguayische Peso steht wieder anders im Verhältnis. Und dann war der Punkt endgültig erreicht. Ich hatte jegliche Relation zum Geld verloren. Zudem musste ich noch schauen, wie ich ans Bargeld komme. Argentinische Pesos hatte ich noch, dann also ab zur Wechselstube. In den Händen hatte ich dann aber nicht viel und so schaute ich mich nach einem Bankautomaten um. Nach kurzer Suche fiel mir ein, dass das Mädchen, dass ich im Art Factory Hostel getroffen hatte, mir den Tipp gegeben hatte zu einer bestimmten Bank zu gehen, denn die würden mit Visa keine Gebühren verlangen. Gott sei Dank gab es am Busterminal einen Automaten und so konnte ich mich schließlich auf den Weg zum Hostel machen. Da ich von der Stadt ja noch etwas sehen wollte, entschied ich mich zu Fuß zu laufen. Gut, dass ich nur meinen Daypack dabei hatte, so hatte ich nicht allzu viel tragen. Montevideos Seitenstraßen sind wesentlich angenehmer als die von Buenos Aires. Zumindest für mein Empfinden.

Irgendwann war das Hostel erreicht und ich machte mir so die Gedanken, was ich denn wohl noch so in gut 4 Stunden mir anschauen könnte. Eigentlich zu wenig Zeit, um die Stadt auf sich wirken zu lassen. Ich war auf einem 6-Bett Zimmer und mit Zimmer waren ein Mädchen aus den USA, Kim und zwei Jungs aus Chile, Nico und Chris. Also nicht ganz gefüllt und somit etwas entspannter. Der Tag hatte mich aber schon sehr geschlaucht, sodass ich mich entschied noch eine Nacht länger zu bleiben. Mir einfach am nächsten Tag ein Fahrrad vom Hostel zu leihen und die Stadt zu erkunden. Ebenfalls werden in Montevideo auch freie Stadtführungen angeboten und ich wollte evtl. die Führung in de Altstadt mitmachen. Denn dann bekommt man auch nochmal weitere Informationen und Einblicke, was sich definitiv lohnt, wenn man nur wenig Zeit oder nur ein paar Tage hat. Da es noch früh am Abend war, beschloss ich noch Richtung Strand zu gehen, von dort sollte man den schönsten Blick auf den Sonnenuntergang haben. Auf der Wiese des naheliegenden Parks saßen bereits viele Menschen und genossen den lauen Abend. Noch ein paar Schritte weiter und ich war endlich wieder am Strand. Gehört für mich bei dieser Reise genauso dazu, wie ein Hike in die Berge. In Südamerika kann man das wunderbar kombinieren, auch wenn viele KM dazwischen liegen. Und wie der Zufall es so wollte, fand an diesem Abend ein Fußballspiel statt. Schnell mal zum Stadion hin und schon waren die Fangesänge laut zu vernehmen. Aber leider durfte ich auch hier nicht hinein, war ja kein Mitglied des ansässigen Vereins. Sogar bei den kleinen Verein muss man also Mitglied sein. Aber es war schon ein Vergnügen unterhalb der Tribüne die Fangesänge zu hören. Zurück im Hostel traf ich Kim und zusammen machen wir uns auf den Weg zum Supermarkt.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Zum Abendessen gab es dann (natürlich) mal wieder Nudeln mit leckerer Tomatensauce. Während des Kochens lernte ich noch Mohammed aus Chile kennen, Sohn von Auswanderern. Er war mit seinem Cousin für ein paar Tage nach Montevideo gekommen, weil in der Familie geheiratet wurde. Natürlich die beste Möglichkeit sich dann noch ein paar Tage die Stadt anzuschauen. Später saßen wir dann alle zusammen und zu später Stunde ging es raus in das Nachtleben von Montevideo. In der Nachbarschaft des Hostels gab es einige Restaurants, Bars und Clubs. Nach einem ersten Stopp in einer Bar mit Tanzbereich, der aber noch so gut wie leer war, ging es in einen Club, indem hauptsächlich Reggaeton gespielt wurde. Wir tanzten uns also durch die Nacht, seit langer Zeit war ich also mal wieder richtig feiern.

Freitag, 09.03.2018,

Am nächsten Morgen klingelte dann der Wecker eigentlich viel zu früh, aber ich hatte ja nur den einen Tag um möglichst viel von Montevideo zu sehen. Nach einem schnellen Frühstück dann also ab aufs Rad und Richtung Altstadt. Treffpunkt für die Free Tour war am Plaza Interpendencia. Ich war etwas spät dran, hatte aber Glück, dass die Gruppe noch auf dem Platz stand.

Die Tour führte quer durch die Altstadt, an historischen Gebäuden und schönen Plätzen entlang. Man erfährt viel über die Entstehung der Stadt und Siedlungsgeschichte, gerade auch im Bezug auf Buenos Aires und dem Rio de la Plata. Nach gut 3 Stunden endete die Tour an einer Markthalle. Da ich allerdings keine Ahnung hatte, wie ich zum Platz zurück komme, das Fahrrad hatte ich dort geparkt, brachte mich der Guide wieder zurück, noch ein schnelles Mittagessen und wieder ab aufs Rad. Ich hatte mir ein paar Ziele zuvor gesetzt und natürlich mussten auch ein paar Geocaches gefunden werden. Das stellte sich aber auch in dieser Stadt als nicht so einfach heraus. Entweder der Cache war nicht da oder es waren Polizei/Security direkt am Cache. Na, danke auch.  Aber am Ende hatte ich meinen Länderpunkt.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Auf meiner “To-See” Liste für den Tagen standen dann noch:

  • Ein Besuch des 🏟 Estadio Centanario,
  • Ein Foto an den Buchstaben der Stadt
  • Ein Bad im Atlantik
  • und den Sonnenuntergang am Leuchtturm sehen

Ins Stadion konnte man einen Einblick für ein paar Pesos bekommen, oder, man hat Glück wie ich, und kann sich einer Tour von einem Kongress der Regierung anschließen, die rein zufällig kurze Zeit später vor Ort waren. Eine Frau wartete vor der Tür zum Stadion auf die Gruppe und ebenfalls ein Mann aus Deutschland war mit dabei. Ja, die Deutschen sind eben überall. Perfektes Timing würde ich sagen. Da stand ich dann also mitten im Stadion und man konnte die Magie dieses Ortes spüren und sich vorstellen, wie wie es ist wenn abertausend Fans hier ihrem Verein zujubeln. Hier wurde immerhin auch der erste World-Cup ausgetragen – 1930.

Danach dann Maps gecheckt und über kleine Umwege ging es an die Küste. An der Buchstaben angekommen, war auch die Gruppe aus dem Stadium wieder da. Da durfte ich natürlich das obligatorische Foto von der Gruppe an den Buchstaben machen. Kleine amüsante Momente, die man auf Reisen so erlebt. Da die Sonne langsam zu sinken begann, entschied ich mich noch schnell an den Strand zu gehen und einen Moment im Wasser zu genießen. Der Atlantik ist, im Gegensatz zum Pazifik, erstaunlich warm und ich genoss das kurze Bad. Auf meiner Route lag schließlich noch der Leuchtturm von Montevideo, also schnell wieder ab aufs Rad und weiter entlang der Promenade. Und ich muss sagen, die attraktivsten Menschen, die ich bisher auf meiner Reise durch Südamerika gesehen habe, findet man in Montevideo. Man sieht den Einfluss aus Europa und hat hier weniger das Gefühl ein Ausländer zu sein.

Passend zum Sonnenuntergang erreichte ich mein Ziel. Ein langer, aber schöner Tag neigte sich dem Ende zu.

Wieder im Hostel kochte ich mir mein Abendessen und ging früh ins Bett, denn am nächsten Tag ging es früh wieder Richtung Buenos Aires, aber mit einem Stopp in Colonia de Sacramento.

Das Ticket für den Bus war schnell gekauft und dann hieß es wieder Abschied nehmen von Montevideo. Auf der Fahrt entlang der Küste ließ ich die Gedanken schweifen. Ja, Uruguay ist auf jeden Fall eine weitere Reise wert. Ich komme wieder.

Vom Busterminal in Colonia sind es nur wenige Meter zum Fährhafen. Und tatsächlich, dass Ticket ergattert ich um einiges günstiger, als wenn ich es online oder vorher gekauft hätte. Dann blieben mir noch gut 2 ½ Stunden, um mir die kleine Stadt anzusehen, vielleicht noch das ein oder andere Souvenir mitzunehmen und noch einen Abstecher zum Strand zu machen.

Die Altstadt lädt zum Verweilen ein. Viele Shops bieten den Touristen den gleichen Kram an. Dann doch eher auf den freien Markt und schauen, ob man dort den einen oder anderen Fitsch machen kann. Aber wirklich gute Qualität gab es dort leider auch nicht. Die Zeit verflog schließlich ziemlich schnell und so hatte ich keine Zeit mehr noch einen Abstecher zum Strand zu machen. Aber in diesem Teil des Rios möchte man auch nicht unbedingt wirklich schwimmen gehen. Die braune Farbe lädt nicht zu Baden ein, wer weiss, was dort dann um einen herum schwimmt.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Noch ein Eis auf die Hand, ein Tack für den Rucksack gekauft und doch noch ein Souvenir ergattert. Schließlich muss ich meinem Vater doch irgend etwas aus Uruguay mitbringen. 😂

Mariel hatte ich über meine Pläne schon am Vortag informiert. Sie hatte noch überlegt, ob wir alle zusammen nicht zu dem Ort fahren könnten, an dem sie das letzte Wochenende entspannt verbracht hat, aber dazu war dann die Zeit zu knapp.

Nachdem die Fähre übergesetzt hatte, machte ich mich schnellst möglich auf den Weg aus der Stadt, denn Mariel wartete bereits auf mich in ihrer Wohnung.

Jetzt musste ich aber auch zusehen, dass ich an ein Busticket komme, um nach Santa Rosa in der Provinz La Pampa zu fahren. Aber erst zum Busbahnhof und dann raus aus der Stadt, das hätte zu lange gedauert. Gut, dass man die Tickets auch online buchen kann. Nach gut einer Stunde war ich dann endlich bei ihr und sie verriet mir, dass wir zum Haus von Rominas Eltern fahren werden, denn die beiden hatten überlegt für mich ein Asado zu organisieren. Die beiden sind einfach klasse! Da konnte ich natürlich nicht nein sagen. Ein Freund brachte uns schließlich zum Haus und Romina erwartete uns bereits. Es war wieder sehr nett und lustig mit den beiden. Das Fleisch war vom Feinsten und es gab wieder verschiedene Biere zum Testen. Sogar eines, welches selbst von einem ihrer Freunde gebraut wurde. Wirklich sehr lecker. Da durfte ein Lob an den Hersteller nicht fehlen und in einem “fast” perfekten Spanisch richtete ich die Grüße dann an ihn in einem kurzen Video. Ja, was man nicht alles so macht…

Zu späterer Stunden kam dann noch weiterer Besuch vorbei, Jirafita ebenfalls aus Bs As und Felix aus Deutschland, der gerade erst nach Argentinien gekommen war und bald in einer Firma arbeiten wird, die Marihuana verpackt. Dabei ist Marihuana in Argentinien noch nicht legal, aber Pflanzen selbst darf man haben, man darf es nur nicht veräußern. Mir ist während meiner Reise aufgefallen, dass sowohl in Spanien, Chile und Argentinien sehr viel gekifft wird. Wobei das Marihuana in Südamerika nicht so stark zu sein scheint, wie bei uns in Europa. Zumindest rauchen sie das Zeug hier pur. Das würde man bei uns nicht unbedingt machen.

Jirafita hatte eine Zeit in Europa verbracht und dabei unter anderem Deutsch gelernt. Felix hat sie dann in Neuseeland beim Work & Travel kennengelernt und nun war er eben nach Argentinien gekommen. Eine Zeit lang Geld verdienen und dann reisen. Allerdings rein ohne Sprachkenntnisse in Spanisch, mutig, wie ich finde.Er selbst wohnte in Deutschland in einem Wohnwagen und braucht nicht viel zum Leben. Spannend. Aber vermutlich kein “Way of living” für mich. Jirafita bot mit im Verlauf des Abends an, dass wenn ich in die Provinz Córdoba fahren sollte, ich bei ihrer Mutter übernachten könnte. Ihre Mutter freut sich auf Menschen aus aller Welt und hat gerne Besuch bei sich. Da ich noch nicht sicher war, wo es für mich nach der Comunidad hingehen sollte, war das auf jeden Fall schon mal eine gute Option.

Sonntag 11.03.2018,

Nach einem sehr langen Abend wurde erstmal ausgeschlafen. Ich wollte eventuell nochmal zur Feria de Mataderos fahren und musste dringend mein Guthaben auf meiner argentinischen SIM-Karte aufladen. Genug Pläne für einen Sonntag. Zum Frühstück gab es wieder mal süße Backwaren und dann meine Premiere: Mate probieren. Ganz wichtig hierbei, man darf mit dem Trinkhalm NICHT rühren. Das Gefäß wird mit den Blättern gefüllt und dann direkt mit heißem Wasser aufgegossen . Kurz warten und dann einen großen Schluck nehmen. Für mich ein ähnlicher Geschmack wie Tee, nur noch bitterer, also leider gar nicht mein Fall. Ich denke, um es zu lieben muss man hier geboren sein. Wenn man ihn süß haben will, wird einfach Zucker mit eingefüllt oder, eine Version, die vielleicht noch für mich in Frage käme, mit kaltem Wasser und Saft auffüllen – nennt sich hier “Tereré”. Mal sehen, ob ich dazu noch die Möglichkeit bekomme.

Dann also schnell zum nächsten Kiosko, Guthaben aufgeladen, zurück und die Sachen gepackt, der Rest stand noch bei Mariel. Ich entschied mich dann noch zur Feria zu fahren, in der Hoffnung noch ein paar Armbänder als Erinnerung zu ergattern und vielleicht nochmal den ein oder anderen “Gaucho” und die Folklore zu sehen.

Mit Zug und Bus dauerte die Fahrt gut eine Stunde, da mein Bus aber erst nachts Richtung La Pampa ging, war genug Zeit, um nochmal die Atmosphäre in Mataderos genießen zu können. Ein paar persönliche Souvenirs konnte ich auch noch ergattern und dann ging es wieder zurück zu den Mädels. Die Sachen waren schnell gepackt und zum Abschied lud ich die beiden noch zu Pizza ein. Die Pizza in Buenos Aires ist wirklich sehr gut, mit vielen leckeren Varianten. Also, wenn mal jemand nach Buenos Aires reist, don’t miss it.

Ein letztes Bier zusammen und dann brachten mich beide zum nahegelegenen Busterminal. Ich war gespannt, wie mir meine erste “lange” Busfahrt in Südamerika bekommen wird. Angesetzt waren gut 7 ½ Stunden Fahrt, gebucht war ein “Cama Ejectivo”, ähnlich wie die Sitze in der Business Class im Flugzeug. Doch dann warteten wir erstmal eine Weile, denn bevor mein Bus einfahren konnte, dauerte es gut 30 Minuten. Aber “tranqui”, wie die Argentininier zu sagen pflegen. Hier ticken die Uhren eben doch eeetwas langsamer, so kann man seine Geduld auch wirklich auf die Probe stellen und es macht einen mit der Zeit auch etwas gelassener. “Tranqui, Jana, el bús ya llegare” – Bueno. Der Bus kam endlich, ich musste mir dann doch noch mein Ticket ausdrucken lassen, und bekam dafür gleich noch mal $ 30 Arg abgezwackt. Wo sie können knöpfen sie einem die Kohle ab und so summiert sich vieles und eins kommt zum anderen. Meine Ausgaben für 5 Wochen in Argentinien ist im Verhältnis zu Chile immens hoch und Argentinien ist auch wohl im Verhältnis zu allen anderen Ländern, Brasilien ausgenommen, einfach das Teuerste.

Die Verabschiedung war sehr herzlich und es war mir ein Vergnügen mit den beiden ein paar der Tage in Buenos Aires verbringen zu können. Fue un placer! 🥂

Im Bus musste ich mir dann erstmal meinen gebuchten Sitz erkämpfen, denn ein junges Paar wollte unbedingt zusammen sitzen. Aber ich hatte mir ja nicht umsonst den Sitz ganzen Hinten gebucht. Die Sachen waren irgendwann organisiert und zum Glück lief einer der Avenger Filme. Wirklich schlafen konnte ich dann aber auch nicht, da entweder der Junge mal wieder zu seiner Freundin wollte, oder der Bus eben aufgrund der schnellen Fahrt und Gegebenheiten einen regelrecht durchschüttelte. Da beneide ich wieder die Menschen, die in solchen Situationen in Ruhe wegdösen können, irgendwie muss ich da für mich noch eine gute Lösung finden, zumindest für den Rückflug nach Deutschland. Die Zeit im Bus versuchte ich dann zu nutzen, mich gedanklich etwas zu sortieren und die letzten Tage zu verarbeiten. Es war viel passiert, ich hatte viel gesehen und jetzt ging meine Reise also weiter. Gespannt, was mich in der Comunidad Willi Antu erwarten wird. Ines, eine Frau/Mutter in der Comunidad wollte mich dann vom Busterminal einsammeln. Mit ihr hatte ich über die ganze Zeit hinweg immer mal wieder Kontakt gehabt und bei ihr konnte ich dann auch im Haus mit übernachten. Wunderbar. Schließlich ging irgendwann die Sonne auf und wir näherten uns Stück für Stück Santa Rosa. Am Busbahnhof angekommen hatte der Bus schließlich gut 1 ½ Stunden Verspätung. Warum, wusste ich nicht. Denn er hatte auf der Straße ordentlich Gas gegeben und war an den anderen Stationen nicht lange geblieben. Ist wahrscheinlich auch mehr eine “aprox.” Arrival Time, die man angezeigt bekommt für eine Fahrt.

Ines hatte ich kurz vorher Bescheid gegeben und sie machte sich direkt auf den Weg. Nach kurzer Wartezeit war sie da und dann gab es noch schnell einen Kaffee am frühen Morgen. Die Sonne lachte vom Himmel und nach kurzer Zeit waren wir aus dem kleinen Ort, der auf den ersten Blick einen sehr schönen Eindruck machte. Wir fuhren über eine Lagune die aus Regen der vergangenen Jahre entstanden worden war, passierten dabei die Comunidad, fuhren aber erstmal zu ihrem Haus, damit ich meine Sachen ablegen und mich frisch machen konnte. Die Provinz La Pampa macht in weiten Teilen ihrem Namen alle Ehre. Weites Land, viel Feld, ab und an ein paar Wälder und natürliche die ein oder andere Estancia, Aggro- und Landwirtschaft. Vor meiner Reise hatte ich mich zum ersten Mal auch näher mit Argentinien befaßt und bin dabei erst auf diese Provinz aufmerksam geworden, als ich die Comunidad gefunden hatte. Zuvor gar nicht gewusst, dass die Provinz wirklich existiert. Jetzt verstehe ich auch, warum wir oftmals sagen, wir sind irgendwo in der Pampa, wenn es dort einfach “Nichts” gibt. 😅

Am Haus angekommen empfingen uns gleich ihre vier Hunde. Das Haus liegt oberhalb einer neuen Siedlung, die in den letzten Jahren an der Laguna neu angelegt wurde. Sozusagen die “Exclusives” von Santa Rosa und Umgebung. Nur getrennt von einem Zaun und einem Gatter, ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Ich hatte ein Zimmer mit eigenem Bad, welches früher ihrer Tochter gehört hatte. Mit einer sehr schönen Malerei an der Wand, zwei Einhörner in einem Wald, sehr ausdrucksstark. Schnell das Bett bezogen und mich zu Ines gesellt. Sie verdient unter anderem ihr Geld damit traditionelle Keramik und Schmuck auf Ferias und Veranstaltungen der Comunidad zu verkaufen. Ebenfalls besitzt die Comunidad Kühe, Pferde, bestimmte Hühner und ist gerade dabei auf Feldern Tomaten und anderes Gemüse anzubauen. Ich half ihr beim Polieren der Gefäße und versuchte ein paar Fragen zu stellen, was mir im argentinischen Spanisch noch schwer fällt, oder auch einfach mal ordentlich zu antworten. Veamos a ver, vielleicht ja dann am Ende meiner Reise.

Im Verlauf des Tages kamen dann ihre Tochter und dessen Freund vorbei. Zusammen fuhren wir dann endlich zur Comunidad. Sie zeigten mir die Pferde und wir unternahmen einen Spaziergang rund im das Land der Comunidad. Sehr schön und sehr vielfältig, aber auch noch viel Arbeit. Das Haus, was später genutzt werden soll, muss komplett renoviert werden, ebenfalls stecken die Ländereien noch in den Kinderschuhen. Es laufen mehrere Projekte auf der Comunidad die mit Helfern bestückt sind, aber nur falls die Personen die Zeit haben, können sie zum Arbeiten kommen und natürlich dauern dann solche Projekte entsprechend länger.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die Herde der Pferde besteht aus viele Pferden die einfach ihre restliche Zeit dort verbringen und sozusagen dort ihren Lebensabend haben. Tolle Idee. Aber auch Fohlen sind entstanden, die vielleicht dann bei Zeiten eingeritten werden. Die Pferde sind es es meist gewohnt ohne jegliche Montur geritten zu werden, zumindest von der Tochter. Wirklich sehr origin, wie ich finde und sie scheint da auch einfach eine spezielle Verbindung zu haben.

Nach einem Einkauf für die Lebensmittel der nächsten Tage in Santa Rosa ging es wieder zum Haus von Isa. Ihr Bruder und dessen Frau, so wie ein anderes Mädchen der Familie, kamen noch dazu und zusammen wurden leckere Pizzas gebacken. Dabei kamen auch Platanas, Kochbananen, drauf, wirklich eine sehr leckere Kombination. Später fuhren wir dann noch auf ein paar leckere “Cerveza Artesenals” nach Santa Rosa und alle waren wirklich verwundert, warum ich denn in die La Pampa gereist wäre, diese Frage wurde mir während meiner Reise jetzt nun öfters gestellt. Aber ich wollte gerne sehen, wie die Menschen hier leben, weit abseits vom Großstadttrubel, die die Natur für sich zu Nutzen wissen. Aber anscheinend wusste auch niemand, dass ich vorbei kommen würde um zu helfen. Also musste ich jetzt erstmal rausfinden, wo genau ich helfen konnte und wie ich dann zur Comunidad komme, denn in Laufweite war sie leider nicht. Am nächsten Tag wollte die Tochter mit mir auf einen kleinen Ausritt gehen. Endlich wieder zu Pferd, dafür war ich ja irgendwie auch hierher gekommen. Ines musste am nächsten Abend nach Buenos Aires zu einem Kongress fahren und aus diesem Grund war ebenfalls die Freundin aus der Familie gekommen, damit ich nicht alleine in dem Haus bleiben musste, sehr nette Geste. Sie hilft aber ebenfalls bei der Keramikherstellung und nutzte die Zeit um zu üben. Denn einfach zur Verarbeiten ist Keramik nicht: die Masse muss stets in geschlossenen Tüten verwahrt werden, damit sie nicht austrocknet und bei der Verarbeitung sollte dies ebenfalls beachtet werden. Stets eine kleine Menge Wasser in Nähe kann helfen. Bei solche kleinen handwerklichen Tätigkeiten bin ich nicht ganz so talentiert. Mal sehen, ob ich am Ende meines Aufenthalts auch ein Stück dazu beitragen kann.

Dienstag, 13.03.2018

Am nächsten Morgen ging es einigermaßen früh aus den Federn und erstmal wurde in Ruhe gefrühstückt. Ich fragte Ines nochmal genau, wo ich helfen kann, wenn sie nicht da ist und an ihrem Haus selbst ist auch eine Menge zu reparieren. Für sie war dann aber erstmal wichtig, dass der Bambus auf ihrem Grundstück gekürzt wird, wenn ich es machen möchte. Gut, das wird vermutlich gute körperliche Arbeit sein, aber das stellt für mich kein Problem dar, falls das benötigte Equipment/Werkzeug vorhanden ist.

Mein Plan für die nächsten 1-2 Wochen war gewesen, dass ich in der Comunidad aushelfe, dafür Kost und Logis bekomme und mir eventuell in der nähere Umgebung die Natur etwas anschauen kann. Aber da war ich dann auch etwas abhängig von der Familie, denn ein Bus hält nicht in nächster Nähe, ein Auto zu mieten würde mein Budget sprengen und alternativ per Anhalter zu fahren, darüber war ich mir noch nicht sicher. Denn sowohl negative als auch positive Stimmen hatte ich dazu inzwischen gehört.

Dann also erstmal abwarten. Sehen, was passiert, wo ich gebraucht werde, helfen und unterstützen kann. Da Keramik immer hergestellt werden kann, kann ich da zur Not meinen Geschick weiter trainieren, aber ich würde dann doch lieber in der Comunidad selbst aushelfen, die Tiere zu versorgen und beim Aufbau helfen.

Gegen Mittag bereitete Ines dann unser Essen vor. Einfach, aber gut. Kartoffelbrei mit Fleisch und dann hieß es erstmal “Siesta”. Was ich irgendwie schon erwartet hatte. Von ihrer Tochter war allerdings noch keine Meldung gekommen und letztendlich gab es dann doch keinen Ausritt, da sie lernen musste und in den nächsten Tagen irgendwann ein Test anstand. Gen Nachmittag fuhren Ines, die Freundin und ich dann nach Santa Rosa, denn sie wollte sich eine Vorrichtung anschauen, die die Verarbeitung der Masse auf der rotierenden Scheibe vereinfachen sollte. Wir erhielten also Zugang zu einer größeren Keramikherstellung, scheint eine Familie zu sein, die ebenfalls zu einer der Ureinwohnerkulturen hier in Argentinien gehört. Die Auswahl der Gefäße, Accessoires und Farben war um einiges größer als bei Ines. Aber hier waren zugleich mehrere Helfer/Mitarbeiter am Werk, so lässt sich natürlich auch mehr herstellen.

Auf dem Weg zurück kauften wir dann noch Futter für die Tiere und Hunde, und dann ging es noch zu einem anderen Teil der Comunidad auf der anderen Seite der Laguna. Da standen dann ein paar Schweine und am oberen Teil eine riesige Herde Ziegen, mit kleinen Cabritos, die sich aus der Hand füttern ließen. Da hätte ich gleich eines zum Knuddeln mitnehmen können und ich fühlte mich ein Stück weit erinnert am Chile. Die drei Monate dort waren eben auch etwas Besonderes gewesen. Jetzt stand Argentinien auf meinem Plan und bisher konnte ich noch nicht wirklich sagen, ob Argentinien ein Land ist, das mir gefällt.

Please follow and like us:

Gerne hier kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.