Auszeit 2017/2018

Eine Reise zu mir selbst?!

Endlich ist es soweit – die monatelange Planung hat Form genommen. Dabei war es zunächst gar nicht sicher, ob ich diese Reise wirklich antreten werde, denn versucht mal eurem Chef zu sagen, dass ihr eine Auszeit vom Job wollt und das nicht nur für einen kurzen Urlaub oder gar 4 Wochen!!

Nein, für mich sollt es am besten ein Jahr sein. Ein Jahr voller Erlebnisse, Abenteuer, Erinnerungen und natürlich auch neuen Erfahrungen. Mich interessieren die Kulturen dieser Welt. Wie lebt man z.B. in Chile, mitten in den Anden oder was macht einen richtigen Gaucho in Argentinien aus? Wie trainiert man Andalusier und was isst man auf anderen Kontinenten dieser Erde? Unsere Welt hat so viel zu bieten und davon möchte ich mehr wissen, mehr sehen und mehr erleben.
Mir ist bewusst geworden, dass ich mein Ändern leben muss und raus in die Welt gehen möchte, um zu sehen, was es da noch alles Schönes gibt!

Einigen ist das Sabbatical wohl bekannt, aber nicht in jedem Unternehmen kann das auch so gelebt werden. Das bekam ich hautnah zu spüren. Aber noch einigen Monaten mit Vorschlägen und Diskussionen, sind wir uns einig geworden und nun darf ich 9 Monate auf Reisen sein, ist das nicht toll?

Aber wohin denn nun und was will ich da genau machen? Mir schwebten viele Ziele auf der Welt vor – doch ein Ziel war schon gesteckt: Lateinamerika! Mein Vater hatte dort auch schon gut 2 ½ Jahre seines Lebens verbracht und bisher hatte ich leider noch keine Möglichkeit dort mal Urlaub zu machen. Wobei ein Urlaub allein mit Sicherheit nicht ausreichen würde. Eine Freundin von mir war z.B. auch für ein Jahr in Kanada und hat dort Work & Travel gemacht, zwar im Endeffekt auch nicht im klassischen Zeil und viel selbst organisiert, aber sie hatte eine tolle Zeit und hat sich in Kanada verliebt. Bis jetzt ist sie uns aber noch erhalten geblieben und nicht nach Kanada ausgewandert. Aber der nächste Urlaub ist schon geplant.

Jetzt gibt es viele Anbieter, die Work & Travel auch in Lateinamerika anbieten und es klingt auch alles wahnsinnig interessant, aber wenn man ein bestimmtes Budget hat, kann man gut durch eigenes Engagement ans Ziel kommen. Und auch hier sind Kontakte, wie so oft, das A und O!

Ich machte mich auf die Suche nach Haciendas und Estancias und schrieb eine nach der anderen an – auf Spanisch wohl gemerkt, ok eine Freundin hat mir bei der Übersetzung geholfen 😉

Bei der Suche fiel mir aber eine Hacienda in den Anden auf, die eine deutsche! Seite hatte und ebenfalls Mitarbeit anbietet. Da musste ich nicht lange überlegen und schickte gleich mal eine Bewerbung raus. Doch es kam zunächst wochenlang keine Reaktion. Eine Estancia meldete sich, mit dem Hinweis, dass sie leider selbst in der von mir angefragten Zeit im Urlaub sein und zwar in Andalusien (so schließt sich wohl ein Kreis).

Mein Plan war es eigentlich, ab August 2017 mehrere Monate in Lateinamerika zu verbringen und dann weiter zu schauen. Dafür hatte ich mich bereits bei workaway.org registriert, denn dort findet man Hosts auf der ganzen Welt, die Unterstützung suchen und einem dafür Kost & Logis anbieten. Nur den Weg dorthin, per Flug/Bus/Bahn/Auto/zu Fuß, muss man selbst organisieren und die Kosten dafür dann tragen.

Aber dann entdeckte ich bei Groupon ein tolles Angebot zu einer Trekking-Tour in Nepal und war gefangen von der Idee, den Mount Everest mal live und in Farbe zu sehen. Ich konnte sogar noch zwei meiner Travel-Buddies zum Mitreisen begeistern und somit ging es an die Planung. Einige Abende verbrachten wir mit Tante Google befragen, Preise und Anbieter checken, oder vielleicht auf eigene Faust und erst vor Ort einen Guide suchen? Das hatte ich ja noch nie gemacht. Schließlich entschieden wir uns für einen ortsansässigen Anbieter und buchten die Tour „Taste of Nepal“ – einmal alles in 12 Tagen – soweit die Füße tragen! Und schon gewusst, dass es in Nepal einen Dschungel gibt?? Elefant, Tiger & Co. – das würde sicherlich ein tolles Erlebnis werden. Und nach weiteren wichtigen Informationen entschieden wir uns für November, denn dann ist die Regenzeit dort schon länger vorbei und die Pässe an den Bergen sind wieder passierbar. Die Route versprach viel und somit musste ich meine ursprüngliche Planung wieder umschmeißen. Somit rückte ich die Planung zurecht und Lateinamerika würde dann nach Nepal folgen und meine angedachte Reise nach Thailand, Kambodscha, Laos (die hatte ich schon länger im Blick) muss ich dann wohl vertagen. Denn dabei handelt es sich um eine Gruppenreise, die im Dez./Jan. stattfindet und das würde dann leider nicht mehr passen. Ja, man muss auch hier Kompromisse machen, denn alles geht ja leider nicht.

Und wohin sollte es nun ab August gehen? Spanisch müsste ich mir ja vorher schon aneignen, damit wäre die Kommunikation in Südamerika auch um Einiges leichter. Was halten wir also von Andalusien? Da war ich 2015 mit meiner lieben Freundin Christina und bin dort auf Ausritten gewesen, die von einer Schweizerin angeboten wurden, die dort schon seit mehreren Jahrzehnten lebt und mit den Reit-Touristen u.a. ihren Lebensunterhalt verdient. Als ich im Mai in Torrox de Costa war, bekamen wir die Empfehlung, wenn wir reiten möchten, dann zum Cortijo Hidalgo. Ein Anruf und die Tour war gebucht. Vor Ort empfing uns eine lebenslustige Frau, ihre 3 Schäferhunde, 2 Esel und natürlich eine Herde an Pferden. Dabei entdeckte ich zwei Helferinnen und Heidi,  so heisst die Besitzerin, erklärte kurz, dass sie im Sommer immer Helfer in der Hochsaison vor Ort haben. Das habe ich mir gut gemerkt und nach kurzer Suche im Internet hatte ich die Mail-Adresse ausfindig gemacht und gleich mal nachgefragt. Ein paar Tage gingen ins Land und ich hatte eine Nachricht von Heidi, dass sie bisher noch keine Helfer für den Sommer hat und ich herzlich willkommen bin. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass ich Patentante werden würde und es war auch noch nicht klar, ab wann ich in die Auszeit gehen kann.

Wir hielten weiter Kontakt und als meine Auszeit vertraglich geklärt war, schrieb ich ihr sofort und wir machten aus, dass ich von August bis Ende September als Helferin zu ihr kommen werde.

Jetzt stieg die Vorfreude immer mehr an, doch es gab noch eine Menge zu klären und was mache ich überhaupt mit meiner Wohnung? Wahnsinn, was alles geregelt werden muss:

  • Wohnung aufgeben, oder untervermieten
  • Versicherungen (z.B. Auslandsreise-Krankenversicherung mit Abdeckung für Deutschland)
  • Aktuelle Rentenvorsorge behalten, oder ruhen lassen
  • Kreditkarten, welche überall die Bezahlung ermöglichen und ebenfalls kein überteuertes Abheben von Geld im Ausland nach sich ziehen
  • Sein Hab & Gut verstauen oder verkaufen
  • Reisemittel
  • Impfungen
  • Einreisebestimmungen

und noch einiges mehr..

Im Internet betrieb ich viel Recherche, bestellte mir Bücher, wurde neidisch auf viele andere, die schon in der Welt unterwegs waren und dachte mir dabei; wenn die das schaffen, dann kann ich das auch!

Inzwischen war schon wieder viel Zeit ins Land gegangen und ich war mit Freunden u.a. in den Niederlanden und in Schweden gewesen. Zuvor hatte ich noch eine Idee, die sich regelrecht zu einer Challenge für mich selbst entwickelt hat. Denn, jedes Land, dass ich in den nächsten 1 ½ Jahren bereisen werde, werde ich auf meinen Körper verewigen, mittels Tattoos, zunächst an den Innenseiten der Arme.

Zuerst die Niederlande, dann kam Schweden..

jetzt folgt Andalusien, mal sehen, was es für ein Motiv wird, aber ich bin ja auch gerade einmal am Anfang.

Als Nächstes steht dann also ein Tattoo in Andalusien auf dem Plan.
Mal schauen, was am Ende des Aufenthalts meinen Arm zieren wird.

Die Planung stand also nun halbwegs:

Ab August – September Andalusien

November – Nepal

Ab Dezember bis Mitte April – Lateinamerika

Vor oder nach Nepal, wollte ich gern noch nach Sri Lanka reisen, ebenfalls ein Land, was mich sehr interessiert. Aber das stand noch in den Sternen, je nachdem, welchen Stopp wir auf der Reise nach oder von Nepal noch unternehmen würden. Die Zeit ging weiter ins Land und inzwischen hatten sich auch schon Interessenten für meine Wohnung gemeldet. Eigentlich wollten meine Vermieter nicht, dass ich untervermiete, jedoch wenn ich jemanden finde, der den gesamten Zeitraum in der Wohnung bleibt, hätte ich ihre Zustimmung.

Nach zwei Besichtigungen hatte ich endlich jemanden, der genau für diesen Zeitraum eine Bleibe suchte und wir wurden uns einig. Er würde dann in die Wohnung Anfang August einziehen und bis Mitte April dort wohnen bleiben. Etwas Glück sollte ich also auch noch haben 😊

Also konnte ich beruhigt weiter planen und dann passierte es, dass leider eine der Mitreisenden für Nepal abgesprungen ist und wir waren nur noch zu Zweit – an sich kein Problem für mich, aber mein anderer Travel-Buddy wollte das nicht unbedingt und wir begaben uns auf die Suche nach weiteren reiselustigen Gesellen. Doch auch nach einem weiteren Monat schloss sich uns niemand an, sodass die Reise, Gott sei Dank hatten wir noch keine Flüge gebucht, leider abgesagt werden musste. Also, war meine bisherige Planung fast schon für die Katz. Aber an Andalusien und Lateinamerika hielt ich weiter fest und nach langen Überlegungen war klar;

Erst Andalusien, mit Unterbrechung, weil ich Patentante werde, darauf folgen gut 1 ½ Monate, die ich noch auf mich zukommen lasse und ab Mitte November geht es dann nach Chile & Argentinien – ein spannendes Abenteuer, was mir einerseits Freude aber auch Ängste bereitet, die mich nun tagtäglich begleiten werden und auf der Reise zu mir selbst hoffentlich hilfreich sein werden.

Und dann ging es endlich los…

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